Samstag, 21. Oktober 2017
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So gelingt Jamaika #3

Agenda 2067

/// Essential /// – In der Reihe der Essentials, die bei Bildung einer Jamaika-Koaltion bedacht werden müssen, muss das Thema „Digitale Volkswirtschaften“ einer näheren Analyse und Betrachtung unterzogen werden. Versucht man sich einen Begriff von rasanten technisch-wirtschaftlichen Wandel zu machen, so stoßen wir auf grundlegende Verständnisprobleme, weil die schiere Komplexität von Medien, Technologien, Anwendungen, Diensten und Geräten keine grundhaften Ordnungsmuster mehr erkennbar macht, die für politische Denker und politische Visionen und Programme aufgreifbar sind.

Inkommensurabilitäten zwischen Komplexität, Technologien, Ökonomie und Politiksprache

Was wir heute in der Politik erleben: Politik hebt sich von der Realität ab, weil diese nicht mehr verstanden und duchdrungen wird. Es gibt inzwischen ernsthafte Inkommensurabilitäten zwischen Denken, Sprache und emergenten Möglichkeiten von Kollaboration, Digitalisierung und ökonomischer Verantwortung und Gestaltung von Wertchöpfungsketten.

Die heutige Lage ist von einem Mißverhältnis von „Politik“ und „Komplexität“ geprägt. Wenn Politik gestalten will, geht das nicht mehr einfach mit Schlagworten, Akronymen und programmatischen Sprechakten, die in Anforderungen und Koalitionsaussagen hineingelegt werden.

Systemperpektiven und Konzepte in komplexen Umwelten müssen vom Entwurf bis zum Design in offenen Prozessen erarbeitet werden, auch iterativ und auch konstruktiv erarbeitet werden.

Im Grunde geht es um eine neue volkswirtschaftliche Systemarchitektur – die ohne „Systemarchitekten“ aufgebaut und erorobt werden muss. Das Experimentieren, Großexperimente und Politprojekte und Modellregionen müssen ins Auge gefasst werden, denn Lösungen müssen heranwachsen, verstanden und gelernt werden, bevor sie in „Best-Practice“ und „Good Governance“ ankommen können,

So gelingt Jamaika #3: „Digitale Volkswirtschaften – statt Akronyme!“

Um eine moderne, zeitgemäße und enkelsichere Politik aufzulegen, wird der Horizont und Zeithorizont von heraufziehenden Veränerungen und Herausforderungen in den Blick genommen. Epochale Veränderungen brauchen auch „epochale Politik und epochale Rahmensetzungen.

In Afrika haben sich schon 2013 mehrere Staatschefs und Despoten über etwas verständigt, das als Agenda 2063 von der Organisation afrikanischer Staaten verabschiedet wurde, und heute mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen des „Marshallplan mit Afrika“ verhandelt wird.

Die Agenda 2063 der OAU ist ein strategischer Rahmen für die sozioökonomische Transformation des Kontinents in den nächsten 50 Jahren. Sie baut auf den bisherigen und bestehenden kontinentalen Initiativen für Wachstum und nachhaltige Entwicklung auf und soll deren Umsetzung beschleunigen.

Die Agenda 2063 der OAU überwindet als Dokument wichtige Grenzen des Begreifens, des Formulierens und der Grenzen der Verständigung und Übersetzung in Politik, und hat so fundamentalen Vorbildcharakter, weil sie inmitten eines stürmischen Modernisierungsprozeß eine gewünschte sozioökonomische Entwicklung zu steuern sucht.

Die Zukunft der Volkswirtschaften in Afrika und unsere Perspektive in Deutschland muss langfristig gedacht und geplant werden. Indem wir von „digitalen Volkswirtschaften“ und ihren Wertschöpfungs-Prozessen und Teilhabe-Prozessen sprechen lernen, erlangen wir das Primat der Politik zurück, Zukunft umfassen über Rahmenbedingungen und Regulierungspolitiken zu steuern.

Spannungsfeld Digitalisierung – Mensch-Roboter-Kollaboration – Regulierungspolitiken

Während die bisherige Phase der Globalsiierung durch Freihandel und weitgehende organisatorische Freiheitsgrade gekennzeichnet war, wird die kommende Ära der globalen Interaktion von „digitalen Volkswirtschaften“ durch Standards, Datenprotokolle, Netzregulierung und Regulierungspolitiken geprägt. Weltweit wird IT-Governance und Regulierungspolitik zum volkswirtschaftlichen Wettbewerbs- und Erfolgsfaktor. Länder wie Indien, China und Japan setzen Standards, neben bisherige in den USA gesetzte Standards. Aus Märkten werden auch „technische Ökosysteme“, deren Dimension, Verbreitung und Skalierung über Markerfolg und Wohlstand entscheiden wird.

In Deutschland haben die regierenden Parteien und wirtschaftlich technischen Eliten darauf noch keine Antwort, die über das Thema „Industrie 4.0“ und „Digitale Agenda“ hinausreicht. Japan arbeitet zielstrebig an seinem Konzept „Society 5.0“, das auch Zusammenarbeit und „Zusammenleben“ von Memsch und humanoiden Robotern und dem Internet der Dinge plant.

China arbeitet am Konzept des „guten Bürgers“, der mit digitalen Belohnungen in seiner Freiheit und Handlungsfreiheit beschränkt wird. Die größte Demokratie Indien ist als größte Demokratie der Welt längst bei einer Regulierungspolitik angelangt, die nach dem Leitbild „E-Governance: The Indian paradigm for citizen friendly governance“ funktioniert.

So gelingt Jamaika #3
So gelingt Jamaika #3: Digitale Agenda für nachhaltige und enkelsichere Politik! Foto: pixabay/Montage

Auf dem Weg zur Agenda Deutschland 2067

Irgendwo zwischen diesen Leitbildern muß die deutsche Politik einen neuen Weg finden. Eine Jamaika-Koalition muss einen Weg öffen, der auch 50 Jahre Vorausdenken der Politik herausfordert: Agenda Deutschland 2067 – die Zukunft der digitalen Volkswirtschaft.

Aus „Industrie 4.0“ wird darin „Super-Effizienz-Produktion“ – erste Pilotprojekte laufen schon. Aus ferngelenkte Drohnen werden Mensch-Roboter-Kollaborationen und Roboter-Mensch-Kollaborationen. Aus autonomen Fahrzeugen werden Mobilitätsumwelten und Mobilitäts-Systeme. Aus Behörden werden Plattformen. Städte werden digital gesteuerte „Sozio-Ökosysteme“.

Lesen Sie demnächst:
So gelingt Jamaika #4: „Bürgerkonten, Plattformökonomien und digitale Dividenden“

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m/s