Donnerstag, 21. September 2017
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Spielstrasse „interruptus“ in Prenzlauer Berg

Spielstrasse

/// Kommentar /// – Zwei Jahre gab es Streit um die Idee der „temporären Spielstraße“ in einem Abschnitt der Gudvanger Straße. In der letzten Woche hat man sich vor dem Verwaltungsgericht verglichen, auch um einer Grundsatzentscheidung aus dem Weg zu gehen.
Statt er „temporären Spielstraße“ kommt nun die Spielstrasse „interruptus“. In den Monaten Mai bis Oktober darf nun jeweils einmal pro Monat Dienstags nachmittags von 14-18 Uhr auf dem Straßenabschnitt gespielt werden. Im Monat August aber gar nicht! Der Vergleich zeigt, wie „Modellprojekte“ in Berlin zum „Pilot-Kuriosum“ werden können.

Die besondere Gentrifizierungsdebatte in Prenzlauer Berg wird um einen Aspekt erweitert, der Beobachter mal zu Kopfschütteln, mal zu homerischen Gelächter veranlasst. Es war offenbar keine gute Idee, das Kinderspiel auf Straßenland ausgerechnet mit dem § 29 der Straßenverkehrsordnung zu begründen, der auf eine „Übermäßige Straßenbenutzung“ abhebt.

Die Bemühungen beider Seiten, den Vergleich als positive Lösung zu verkaufen, sollen in Wahlkampfzeiten zu einer Ehrenrettung eines fehlgeschlagenen „kommunalpolitischen Experiments“ beitragen.

Bedenkt man notwendige Sitzungszeiten, Verwaltungsaufwand und allgemeine Handlungsprioritäten der Pankower Kommunalpolitik, so wurde hier viel Zeit und Geld für Halbheiten verschwendet.

Für die Kinder sollte künftig klarer Position bezogen werden: Entwidmung von Straßenflächen, Sackgassen und Einbahnstraßen und der Einzug von Stellflächen lassen sich wesentlich einfacher bewerkstelligen, als „temporäre Experimente“.

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m/s