Dienstag, 22. August 2017
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„Stadtplanung ist Grünflächenplanung!“

Nasses Dreieck mit Blick zur Nordbahn

Vertreter des Berliner Netzwerks für Grünzüge und lokale Grünflächeninitiativen übergaben am 23. Juli 2015 im Roten Rathaus einen Offenen Brief, der sich an die gesamte Berliner Politik und Verwaltung, wie auch an Politiker des angrenzenden Umlandes richtet und für Berlin eine strategische Grünflächenplanung und Grünflächenvernetzung fordert. In dem Brief wird eine umsichtige und langfristig orientierte Stadtplanung gefordert.

Nasses Dreieck mit Blick zur Nordbahn
Nasses Dreieck mit Blick zur Nordbahn

Weichenstellung für Grünzüge!
Appell für eine weitsichtige Stadtplanung: „Stadtplanung ist Grünflächenplanung!“

„Stadtplanung ist Grünflächenplanung – Berlin darf sich seine Zukunft nicht verbauen!“ ist der Brief überschrieben, der „für eine Rückkehr zu einer weitsichtigen Stadtplanung in Berlin“ plädiert, in welcher die Stadt mit einer Zukunftsvision ihrer grünen Freiräume ausgerüstet ist. In dem Schreiben dringen das Berliner Netzwerk für Grünzüge, der FUSS e.V., der Verkehrsklub Deutschland (VCD) Nordost e.V., der NaturFreunde Landesverband Berlin e.V. und eine Vielzahl von Initiativen der Bürgergesellschaft aus allen Teilen Berlins darauf, die großen zusammenhängenden Freiflächen langfristig für Berlin als Grünflächen zu sichern und die Parks, Wälder und Grünflächen miteinander zu vernetzen und so zu Grünzügen zu verbinden.

„Aktive Grünflächenplanung ist das Herzstück einer gemeinwohlorientierten Stadtplanung. Geben Sie ihr wieder diesen Stellenwert“, heißt es weiter in dem Offenen Brief. Die städtischen Planer sollten wieder aktiv Flächen definieren, die für Grünflächen reserviert bleiben sollen. Die Idee der Grünzüge ist nicht neu. Neu ist aber, dass zivilgesellschaftlich, stadträumlich und thematisch so viele Fäden miteinander verknüpft werden, wie dies hier der Fall ist. Neu ist auch die Dringlichkeit der Mahnung zu einem Umdenken in der Stadtplanung.

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Keine NIMBY-Initiativen – sondern Bürger mit Blick für die ganze Stadt

Ungewöhnlich: nicht die Perspektive „Not-in-my-back-yard“ (NIMBY) bestimmt die Initiativen, sondern ein Blick auf die ganze Stadt und auf die über die ganze Stadt verteilten Flächenengagements.

Mit dem Anspruch, einen Gesamtberliner Blick auf die Grünflächenplanung zu werfen, in welchen sich die jeweiligen lokalen Initiativen einordnen, ist das Berliner Netzwerk für Grünzüge seit seiner Gründung im Sommer 2010 angetreten. So sprechen sich die mitzeichnenden lokalen Initiativen im gleichen Atemzug mit ihrem lokalen Anliegen für ein gesamtstädtisches Anliegen aus.

Durch die Einbindung „ihrer“ Grünfläche in einen grünen Gesamtzusammenhang würden die positiven Wirkungen einzelner Flächen verstärkt – für das Stadtklima, die Luftreinigung, für Wasserhaushalt und Artenvielfalt, Erholung, Naturerleben, Fortbewegung im Grünen und Lebensqualität.

Mauerpark: Baufläche im Sommer 2013
Mauerpark: Baufläche im Sommer 2013 mit Bäumen und Sträuchern im vollen Grün – Foto: A. Hollitzer

Hintergrundinformation für einen neuen Stadtentwicklungssenator

Dem Offenen Brief ist ein Hintergrundpapier beigegeben, das die Forderung nach einer Weichenstellung in der Stadt- und Grünflächenplanung mit Erläuterungen, Argumenten, beispielhaften historischen Planungen sowie aktuellen Planwerken und Entscheidungen untermauert. Veränderung war schon immer. Genannt werden etwa der Dauerwaldvertrag (1915), der Generalfreiflächenplan von Martin Wagner (1929), die Landschaftsprogramme (1984 und 1994), schließlich das Votum der Berliner für ein unbebautes Tempelhofer Feld (Volksentscheid 2014).

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden in einer Liste konkrete Flächen vorgeschlagen, die für Grünzüge reserviert bleiben bzw. langfristig wieder frei werden sollten. Viele dieser Flächen befinden sich auf nicht mehr genutzten Bahnflächen und entlang von Flussufern.
Der Offene Brief mitsamt Hintergrundpapier ist auf www.gruenzuege-fuer-berlin.de abrufbar und kann dort von weiteren Initiativen und Einzelpersonen unterstützt werden (Text: Antje Henning & Jan Drewitz).

Folgenden Vereine und Bürgerinitiativen haben den Brief unterzeichnet:

Berliner Netzwerk für Grünzüge / FUSS e.V. Fachverband Fußverkehr Deutschland / NaturFreunde Landesverband Berlin e.V. / Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Nordost e.V. / Berlin-Flaneure / Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal ökologisch.sozial.nachhaltig / Aktionsbündnis Lichterfelde Süd / BI Bahngelände Friedenau – 100% Grün / Anwohnerinitiative Flaschenhals (AIF) / BI Stadtplanung von unten / BI/Verein Bäume am Landwehrkanal e.V. / Aktionsgemeinschaft Gleisdreieck e.V. / Bürgerinitiative Westtangente e.V. / Initiativkreis Mediaspree-Versenken! Spreeufer für alle / BI Schöneweider Ufer / Umweltinitiative Teltower Platte / Mauerpark Stiftung Welt-Bürger-Park e.V. / Mauerpark-Allianz / BI Cornelsenwegwiese Schmargendorf / Bürgerinitiative der Siedlung Westend / AIM – Anliegerinitiative Marthashof / Anwohnerinitiative Thälmannpark / Handicap-Freund e.V. i.G. / Grüne Radler Berlin / CARambolagen / AG Kleinstlandwirtschaft

Weitere Information:

Berliner Netzwerk für Grünzüge
c/o Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. (BLN)
Potsdamer Str. 68
10785 Berlin
www.grünzüge-für-berlin.de
kontakt@gruenzuege-fuer-berlin.de

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m/s