Montag, 25. September 2017
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Stickoxide bedrohen Kindergesundheit in Städten

Schlechte Luft in Städten - NOx & Feinstaub

Der High-Tech-Betrug der deutschen Automobilindustrie gefährdet auch die Gesundheit von Kinder in Kitas und Schulen. Greenpeace hat zu hohe Stickoxidwerte vor Grundschulen und Kitas gemessen und weist mit Stichproben aus sechs Großstädten auf Gesundheitsgefahren hin. Kinder in deutschen Städten sind häufig gefährlich hohen Stickoxidwerten durch Diesel-Pkw ausgesetzt.

Zweiwöchige Messungen in sechs deutschen Großstädten, die Greenpeace vor Schulen und Kitas an größeren Straßen durchgeführt hat, zeigten: An mehr als zwei Drittel der insgesamt 143 Messstellen wurden in dieser Zeit der geltenden EU-Grenzwert für Stickoxid überschritten. Das Reizgas Stickoxid (NO2) erhöht das Asthma-Risiko und ist vor allem für Kinder gefährlich.

Dieselfahrzeuge sind gesundheitsgefährlich!

Dieselautos sind die Hauptursache für Stickoxide im Straßenverkehr. „Kinder dürfen nicht die fatalen Folgen von zu schmutzigen Autos ausbaden“, sagt Daniel Moser, Greenpeace-Verkehrsexperte. „Bürgermeister müssen sofort regelmäßige NO2-Messungen an Schulen anordnen und bei zu hohen Werten Kinderschutzzonen durchsetzen – notfalls auch mit Fahrverboten.“

Greenpeace hat im Februar in Düsseldorf, München, Frankfurt, Hamburg und Hannover und vergangenen September in Berlin jeweils zwei Wochen sogenannte Passivsammler vor Schulen und Kitas aufgehängt. Solche Messgeräte ergänzen auch das offizielle Messnetz des Umweltbundesamts. Laut Laboranalyse der Greenpeace-Messungen liegen 72 Prozent der gemessenen Schulen und Kitas über dem NO2-Grenzwert von 40 Mikrogramm – teilweise um knapp das Doppelte. Schon bei 10 Mikrogramm mehr NO2 erhöht sich das Asthmarisiko für Kinder um 15 Prozent, zeigt eine kürzlich veröffentliche Gesundheitsstudie im Auftrag von Greenpeace. Die betroffenen Schulen und Elternvertreter wurden informiert. Zur Karte mit allen Werten: http://bit.ly/2pxOv4J.

Verkehrsministerkonferenz im Streit um die Blaue Plakette

Die letzte Konferenz der Verkehrsminister der Länder in Hamburg hatte auch den Streit um die blaue Plakette fortgeführt. Mit er Blauen Plakette sollen schmutzige Diesel-Pkw aus Städten fern gehalten werden.

Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Bremen fordern die Plakette, der Deutsche Städtetag und die Umweltminister unterstützen die Forderung. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und große Länder wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen blockieren das Instrument, bieten den Städten aber auch sonst keine Hilfe. „Dieselabgase bedrohen die Gesundheit von Zehntausenden von Stadtbewohnern. Rasche Besserung gibt es nur mit der blauen Plakette. Der Verkehrsminister darf sie nicht länger blockieren“, so Moser.

Nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für Stuttgart ist die blaue Plakette das wirksamste Instrument, um Stadtluft rasch von schädlichem NO2 zu reinigen. (http://bit.ly/2mhwzJh)

Solange die Verkehrsminister keine einheitliche Linie verfolgen, sind Kommunen allein gehalten, den Schutz vor Feinstaub und Dieselabgasen zu verbessern.
Für Stuttgart sind bereits Fahrverbote für Dieselfahrzeuge angekündigt, in weiteren Städten wird die Entscheidung darüber in Kürze getroffen werden. Auch in Berlin wird es Einschränkungen geben, die mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Tempo 30 beginnen.

Deutschlandweit zeigte im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller Verkehrsmessstellen zu hohe NO2-Werte. Das Umweltbundesamt schätzt Stickoxide als den Schadstoff Nummer eins ein. Laut Europäischer Umweltagentur verursachen hohe Stickoxidwerte pro Jahr 10.000 vorzeitige Todesfälle alleine in Deutschland.

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m/s