Donnerstag, 14. Dezember 2017
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„Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- & 1930er-Jahre“

Sammlung Scharf-Gerstenberg

Die neue Ausstellung „Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie in der Sammlung Scharf-Gerstenberg in Berlin Charlottenburg wirft einen neuen, durch den Surrealismus geschärften Blick auf das Phänomen der Neuen Sachlichkeit. Beide Anfang der 1920er-Jahre in Frankreich und Deutschland entstandenen Kunstrichtungen haben viele Gemeinsamkeiten.

Bislang fand die Frage nach dem Zusammenspiel zwischen der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“ und dem Surrealismus nur wenig Beachtung.
Die Ausstellung in der Sammlung Scharf-Gerstenberg richtet das Augenmerk weniger auf einzelne Motive, sondern möchte ausgehend vom Surrealismus, einen Blick auf die psychischen Zwischenräume werfen, die sich zwischen den Motiven der vermeintlich „sachlichen“ Darstellungen eröffnen.

Die Gegenüberstellung von ausgewählten Werken lenkt die Aufmerksamkeit auf diesen „psychischen Raum“, der überraschend oft in der Kunst der Neuen Sachlichkeit mitschwingt, ohne dabei explizit zu werden. Die Ausstellung beleuchtet den surrealen Anteil der Neuen Sachlichkeit, der den Bildern oftmals ihre eigentliche Tiefendimension verleiht.

80 Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie

Präsentiert werden rund 80 Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie. Berühmte Gemälde von Künstlern wie Otto Dix, und Alexander Kanoldt, aber auch seltener gezeigte Gemälde von Paula Lauenstein oder Konrad Adolf Lattner treffen auf Werke von Surrealisten wie Max Ernst und René Magritte, die den Blick auf das Sonderbare, Geheimnisvolle, mitunter Absurde der Neuen Sachlichkeit lenken.

Der Ausstellungsrundgang folgt den drei Hauptthemen Räume, Dinge und Menschen. Das Motiv der Einsamkeit, der leeren Räume einer durch die Industrialisierung entfremdeten Welt, steht immer wieder im Mittelpunkt der ausgestellten Werke – etwa in Georg Schrimpfs „Bahnübergang“ von 1932. Der um 1925 entstandene „Männliche Kopf“ von Ewald Mataré mit den eingeebneten Konturen wiederum verweist auf den Kopf als Ding, auf die Tilgung aller persönlicher Charakteristiken. Die Darstellung von Menschen, dem dritten Hauptthema, kommt in der Malerei der Neuen Sachlichkeit häufig vor. So inszeniert Otto Dix in der „Familie des Malers Adalbert Trillhaase“ aus dem Jahr 1923 das neue Bild der spießbürgerlichen Kleinfamilie.

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Sandstein Verlag mit Beiträgen von Hartmut Böhme, Diethelm Kaiser, Michael Lailach, Michael Niehaus, Maria Obenaus und Kyllikki Zacharias: 224 Seiten, 132 meist farbige Abb., 27 x 21 cm, Klappenbroschur, ISBN 978-3-95498-255-4, Buchhandelsausgabe: 38 Euro; Museumspreis: 25 Euro.

Surreale Sachlichkeit. Werke der 1920er- und 1930er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie
13. Oktober 2016 – 23. April 2017
Eine Ausstellung der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin

Öffnungszeiten: Di – Fr 10 – 18 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr

Sammlung Scharf-Gerstenberg |Schloßstraße 70 | 14059 Berlin

Weitere Informationen:

www.smb.museum

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m/s