Montag, 21. August 2017
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Thälmannpark wird nach Norden erweitert

Wohnungen im Thälmannpark

600 neue Wohnungen sollen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs nördlich des Quartiers Thälmannpark entstehen. Die Pläne der Investorengruppe nehmen nun Gestalt an. Entlang der Ringbahn – zwischen den S-Bahnhöfen Prenzlauer Allee und Greifswalder Straße sollen überwiegend achtgeschossige Wohnhäuser, ein Hotel und ein 20-stöckiges Hochhaus entstehen. Die Wohnhäuser orientieren sich in der Bautypologie an der bisherigen Bautypologie des Thälmannparks.

Wohnungen im Thälmannpark
600 neue Wohnungen nördlich am Thälmannpark geplant

Ein Drittel der Wohnungen soll von der landeseigenen Gewobag errichtet werden, und mit „sozialverträglichen Mieten“ vermietet werden. Das bislang in Prenzlauer Berg umstrittene Projekt auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände ist nun endlich konkret. Das Baukonzept ist gut durchdacht – und setzt die städtebaulichen Grundmuster der einstigen sozialistischen Modell-Siedlung „Thälmannpark“ auf moderne Weise fort.

Auch die Idee eines Stadtplatzes und der städtebauliche Akzent mit Hotel und Hochhaus dürfte zu einer deutlichen Belebung am S-Bahnhof-Greifswalder Straße führen.

Investruine auf dem Güterbahnhof-Gelände an der Greifswalder Strasse
Investruine auf dem Güterbahnhof-Gelände an der Greifswalder Strasse

Bebauung mit Südorientierung

Bisher gibt es eine städtebauliches Konzept, das noch durch einen Architekturwettbewerb weiter entwickelt werden wird. Doch mit der geplanten Baumassen-Verteilung ist schon eine gute Vorbereitung für einen Bebauungsplan geschaffen.

Die Pläne wurden im Stadtentwicklungsaussschuss der BVV am 26.11.2015 vorgestellt. Demnach soll zwischen Hotel und Hochhaus ein neuer Stadtplatz entstehen. Das alte Bahnhofsgebäude soll erhalten werden. Die bisherigen Parkplätze in der Lilli-Lenoch-Straße werden mit Wohnhäusern überbaut. Auch eine Markthalle nach dem Vorbild der Kreuzberger Markthalle neun soll entstehen. Dazu ist eine Dachterrasse und ein Garten geplant.

600 neue Wohnungen am Thälmannpark
Städtebauliches Konzept für 600 neue Wohnungen, Hotel und Hochhaus sollen Thälmannpark nördlich erweitern – Screenshot: RBB – Abendschau 27.11.2015

Die neuen Wohnungsgrundrisse werden nach Süden orientiert, sodass die Bebauung einen Lärmschutzriegel zu Ringbahn bildet, das wird die Wohnqualiät insgesamt verbessern, jedoch nach Norden hin ein mögliches Echo des Bahnlärms verstärken.

Zwischen den Wohnhaus-Zeilen soll ein grünes Band entstehen, das am neuen Stadtplatz endet. Die Idee eines durchgehenden grünen Bandes wird offensichtlich nicht weiter verfolgt, weil das Betonwerk auf der gegenüberliegende Seite der Greifswalder Straße infolge des Baubooms wohl noch auf mindestens 10 Jahre ausgelastet ist.

Immerhin: die nachfolgenden Architektenwettbewerbe werden noch Aufschluß darüber geben, wie die künftige Entwicklung im Bereich der Überbrückung der Greifswalder Straße künftig aussehen soll.

Güterbahnhof Greifswalderstraße
Güterbahnhof und Straßenbrücke über der Greifswalderstraße

Baurecht schaffen – Architektenwettbewerbe – Baubeginn

Bis zur ersten Grundsteinlegung wird es noch eine Zeit dauern. Zuerst muss Baurecht geschaffen werden. Tilman Pradt von der Bahngelände Greifswalder Straße GmbH kündigte einen Architektenwettbewerb an. Hinter der Objektgesellschaft stehen übrigens der Immobilienentwickler Christian Gérôme und die Sanus AG, die diese frühzeitig erworben haben. Mit einem Baubeginn kann nach bisheriger Verfahrensweise frühestens im Frühjahr 2018 gerechnet werden.

Um eine Beschleunigung des Wohnungsbaus in Angriff nehmen zu können, wäre es vermutlich zweckmässig, das Baugelände in zwei bis drei Bebauungspläne aufzuteilen. Dann könnte mit den unstrittigen Teilen der Wohnbebauung auch schon 2017 begonnen werden.

Weitere Informationen:

Randbebauung am Thälmannpark – Berliner Abendschau am 27.11.2015 – RBB-Mediathek

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m/s