Freitag, 15. Dezember 2017
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Thälmannpark in der Landesdenkmal-Liste

Thälmannpark mit Thälmann-Denkmal am 13.2.2014

Das städtebauliche Ensemble des Thälmannparks wird in die Denkmal-Liste des Berliner Landesamtes für Denkmalschutz aufgenommen. Die Entscheidung ist im Landesdenkmalamt und der obersten Denkmalschutzbehörde eigenständig aufgrund ihrer fachlichen Zuständigkeit getroffen worden. Der Bezirk Pankow wurde von der Entscheidung überrascht und lediglich benachrichtigt.

Thälmannpark mit Thälmann-Denkmal am 13.2.2014
Thälmannpark mit Thälmann-Denkmal am 13.2.2014

Die Oberste Denkmalschutzbehörde ist die ministerielle Ebene der Denkmalschutzbehörden und bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt angesiedelt.
Dort ist sie in die Werkstatt Baukultur, Kommunikation, Oberste Denkmalschutzbehörde integriert.
Zu ihren Aufgaben gehören die Klärung von Grundsatzfragen und Entscheidungsvorlagen zu Denkmalschutz und Denkmalpflege, die Mitwirkung bei Gesetzesinitiativen, Verwaltungsvereinbarungen.

Zweistufiger Verwaltungsaufbau im Berliner Denkmalschutz

Im Land Berlin gibt es einen zweistufigen Aufbau der Verwaltung: Das jeweilige Bezirksamt mit Unterer Denkmalschutzbehörde bzw. die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit der Obersten Denkmalschutzbehörde und dem Landesdenkmalamt als nachgeordneter Denkmalfachbehörde.
Die Oberste Denkmalschutzbehörde (OD) ist bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt angesiedelt. Das Landesdenkmalamt (LDA) ist die der Obersten Denkmalschutzbehörde nachgeordnete Denkmalfachbehörde.

Denkmaleintragung und die Folgen

Die beabsichtigte Denkmaleintragung ist für den Bezirk Pankow ein Glücksfall, weil es damit künftig leichter wird, Fördermittel für die Erhaltung und Entwicklung des Thälmannpark-Ensembles zu erhalten.
Die Eintragung ist auch eine politische Entscheidung in Vorbereitung des 30. Jahrestages der Sprengung des ehemaligen Gaspeichers auf dem Gelände, der im Sommer am 28. Juni 2014 begangen und gewürdigt wird.

Für die Sanierung und Instandsetzung des Kulturareals mit WABE, Haus 103 und für die Instandsetzung der Grünanlagen ist damit eine wichtige rechtliche Fördergrundlage geschaffen worden.

Baustadtrat Jens-Holger Kirchner sieht die Entscheidung ebenfalls positiv, wie er im Bericht des Bezirksamts zur gestrigen Sitzung des Ausschuß für Stadtentwicklung und Grünanlagen vermerkte.

Das Eintragungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Das Landesdenkmalamt muß noch die Eigentümer benachrichtigen, die vermutlich erst in der nächsten Wochen per Briefpost informiert werden.

Geschichte des Standortes

Bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts stand auf dem Gelände des heutigen Thälmannparks ein Gaswerk, das abgerissen und entsorgt wurde, jedoch beträchtliche Altlasten im Boden hinterlassen hat.
Am 28. Juni 1984 wurdeder letzte Gasometer gesprengt, obwohl es erheblichen Protest gab und trotz anhaltender Bemühungen der Bürger, die für das Stadtbild so markanten Türme für eine kulturelle Nutzung zu retten.

1986 erfolgte die Einweihung des Thälmannparks zum 100. Geburtstag Ernst Thälmanns. Die Wohn-Siedlung mit Schwimmbad, Jugendclub, Kulturstandort und Zeiss-Großplanetariurm wurde damit zur letzten großen Baumaßnahme der DDR, und zum Zeugnis der DDR-Moderne. m/s

Mehr Informationen:

Auslegung: Voruntersuchung „Thälmannpark“ 22.11.2013 – Pankower Allgemeine Zeitung

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m/s