Sonntag, 17. Dezember 2017
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Premiere »Jahreszeiten«

Theater RambaZamba:
Premiere »Jahreszeiten«

Rob de Vrij: Jahreszeiten

RambaZamba – so heißt die theatralische Compagnie des Berliner Vereins RambaZamba e.V. in der Kulturbrauerei. Noch bis 2011 nannte sich der Verein Sonnenuhr e.V., der sich für Menschen mit so genannter geistiger Behinderung einsetzt und sie auf die Sonnenseite der Kultur führt. Das „verrückte Theater“ wurde 1991 gegründet und brachte seitdem über fünfundzwanzig abendfüllende Inszenierungen zur Bühnenpremiere. Kunst- und Theaterfachleute, Medien wie Publikum und auch die Kritik sind einhellig begeistert.

Rob de Vrij: Jahreszeiten
Rob de Vrij: Jahreszeiten

Unter der Leitung von Gisela Höhne stehen pro Jahr ca. 60-80 Inszenierungen auf dem Spielplan. Die Theater- und Kritikerszene bezeichnet das RambaZamba als Deutschlands „wichtigstes integratives Theater“ (Mainzer Allgemeine), bei dem „Behinderung als Stärke“ zu erleben ist (Frankfurter Rundschau).

Das Theater RambaZamba erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1996 den Förderpreis der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg, 1999 den Sonderpreis beim 4. Festival Politik im freien Theater in Stuttgart, 1999 den Deutschen KinderKulturPreis der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie 2004 den Internationalen Kulturpreis der BZ. Aufgrund ihrer „Verdienste um die Teilhabe behinderter Menschen am künstlerischen und gesellschaftlichen Leben“ wurde der Gründerin Dr. Gisela Höhne im Jahr 2009 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Nele Winkler (seit 1996 Schauspielerin am Theater RambaZamba) erhielt 2012 den Förderpreis der Lessing-Akademie durch Claus Peymann.
Einladungen und Gastspiele führten die Truppe zu Festivals und an bekannte Theater ins In- und Ausland (zu den Expos nach Lissabon und Hannover, an das Akademietheater, die Dependance des Burgtheaters nach Wien, nach Zürich, Graz, Rom und Versailles, nach München, Dresden, Hamburg und Leipzig).
Namhafte Theaterleute und Kunstschaffende beteiligen sich auch an den Aufführungen und Aktionen, auch weil „RambaZamba das einzige Theater (ist), das ohne Sinnkrise auskommt. Tragisches verwandelt sich in eine frohe Botschaft.“ (Regisseur und Intendant der Berliner Volksbühne Frank Castorf).

Das Theater erhält aktuell eine Unterstützung durch den Senat Berlin und finanziert sich über Projektanträge und Spenden.

Rob de Vrij: Jahreszeiten
Rob de Vrij: Jahreszeiten

Mit der neuen Spielzeit präsentiert das RambaZamba morgen eine neue große Premiere: das Tanztheaterstück Jahreszeiten.

Basierend auf berühmten Musikstücken wie Strawinskis „Sacre du Printemps“, Vivaldis „Jahreszeiten“ und zeitgenössischer Musik widmet sich das Tanztheaterstück „Jahreszeiten“ den Metamorphosen des Lebens. Vom ersten Zucken der Lebenskeime hin über Zephyrs Wirken entstehen archaische Bilder des Werdens, die in eindrückliche Bewegungen des Vergehens, in Momente der Stagnation und der inneren Kälte münden. Unter der Leitung der künstlerischen Leiterin Gisela Höhne (Frühling Sommer) und des finnischen Choreografen Tomi Paasonen (Herbst Winter) bewegen sich die Schauspieler von Theater RambaZamba jenseits herrschender Normen und verarbeiten zugleich Vorhandenes. Sie schöpfen aus dem Fundus des modernen Tanzes und reichern ihre eigenen Improvisationen durch Gebärdensprache an.
Das Stück „Jahreszeiten“ ist gleichermaßen eine Erkundung der eigenen tänzerischen Möglichkeiten und eine Suche nach neuen Bewegungen, künstlerischen Ausdrucksformen und Körpersprachen. Rasante Bewegungsfolgen münden in heiter trägem Zerfall, archaisch wirkende Körper spiegeln ein anmutiges Gegenüber, starke Gefühle werden zu suggestiven Gruppenbildern getanzt, gängige Bewegungen begegnen der Unvollkommenheit des spontanen tänzerischen Ausdrucks.
Mit dem Stück „Jahreszeiten“ suchen Regisseurin Gisela Höhne, Choreograf Tomi Paasonen und die Tänzer des RambaZamba Theaters die weitere Auseinandersetzung mit tänzerischen Formen und mit Fragestellungen, die seit einiger Zeit den Diskurs des integrativen Theaters beherrschen: Können diese ganz anderen Körper den gängigen Erwartungen von Tanz entsprechen? Was „dürfen“ sie keinesfalls? Was wird erwartet, wenn man sie am „Authentischen“ misst?

Rob de Vrij: Frühling
Rob de Vrij: Jahreszeiten

Jahreszeiten
Regie: Hohne / Paasonen
Tänzer: Joannis Bacharis, Grit Burmeister, Seren Cetinbinici, Mario Gaulke, Juliana Götze, Moritz Höhne, Hans-Harald Janke, Jan-Patrick Kern, Franziska Kleinert, Jennifer Lau, Joachim Neumann, René Schappach, Zora Schemm, Rita Seredßus, Jonas Sippel, Sebastian Urbanski, Nele Winkler, Michael Wittsack
Regie / Choreografie: Gisela Höhne, Tomi Paasonen; Dramaturgie: Hans Nadolny; Musik: Strawinski, Vivaldi, zeitgenössische Musik u.a.; Bühne: Angelika Dubufe; Kostüme und Masken: Beatrix Brandler

PREMIERE: Fr 2.11. 2012 um 19 Uhr
weitere Aufführungen:
Sa . 03.11. 2012 um 19 Uhr
Di . 06.11.2012 um 19 Uhr
Mi . 07.11.2012 um 19 Uhr
Do . 08.11.2012 um 12 Uhr
Fr . 09.11. 2012 um 19 Uhr
Sa . 10.11. 2012 um 19 Uhr
Weitere geplantenVorstellungen: 13., 14., 15., 18., 19. Dezember 2012 um 19 Uhr

Ort:
Theater RambaZamba in der Kulturbrauerei Berlin
Schönhauser Allee 36-39 – 10435 Berlin-Prenzlauer Berg
Eingang über Knaackstr.97 – Kartentelefon: 030-44049044

Basierend auf berühmten Musikstücken wie Strawinskis „Sacre du Printemps“, Vivaldis „Jahreszeiten“ und zeitgenössischer Musik widmet sich das Tanztheaterstück „Jahreszeiten“ den Metamorphosen des Lebens. Vom ersten Zucken der Lebenskeime hin über Zephyrs Wirken entstehen archaische Bilder des Werdens, die in eindrückliche Bewegungen des Vergehens, in Momente der Stagnation und der inneren Kälte münden. Unter der Leitung der künstlerischen Leiterin Gisela Höhne (Frühling Sommer) und des finnischen Choreografen Tomi Paasonen (Herbst Winter) bewegen sich die Schauspieler von Theater RambaZamba jenseits herrschender Normen und verarbeiten zugleich Vorhandenes. Sie schöpfen aus dem Fundus des modernen Tanzes und reichern ihre eigenen Improvisationen durch Gebärdensprache an.
Das Stück „Jahreszeiten“ ist gleichermaßen eine Erkundung der eigenen tänzerischen Möglichkeiten und eine Suche nach neuen Bewegungen, künstlerischen Ausdrucksformen und Körpersprachen. Rasante Bewegungsfolgen münden in heiter trägem Zerfall, archaisch wirkende Körper spiegeln ein anmutiges Gegenüber, starke Gefühle werden zu suggestiven Gruppenbildern getanzt, gängige Bewegungen begegnen der Unvollkommenheit des spontanen tänzerischen Ausdrucks.
Mit dem Stück „Jahreszeiten“ suchen Regisseurin Gisela Höhne, Choreograf Tomi Paasonen und die Tänzer des RambaZamba Theaters die weitere Auseinandersetzung mit tänzerischen Formen und mit Fragestellungen, die seit einiger Zeit den Diskurs des integrativen Theaters beherrschen: Können diese ganz anderen Körper den gängigen Erwartungen von Tanz entsprechen? Was „dürfen“ sie keinesfalls? Was wird erwartet, wenn man sie am „Authentischen“ misst?

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m/s