Mittwoch, 16. August 2017
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Toleranz & Schlagworte

Ankunft der Hugenotten in Berlin 1685

/// Kommentar /// – Das Jahr 2015 hat begonnen, ein Jahr in dem schon heftige Debatten geführt werden, mit Schlagworten und Begriffen wird um politische Deutungshoheit gekämpft. Ein Wort taucht in diesen Debatten immer wieder auf, und wird mal mit Ruhe und Bedacht, und mal als laute „Forderung“ vorgetragen: Toleranz.

Ankunft der Hugenotten in Berlin 1685
Ankunft der Hugenotten in Berlin 1685 – Gemälde

Das Wort Toleranz ist ein wertvolles Gut, ein Wort, an das zu Jahresbeginn neu erinnert werden muß. Zwei wichtige Jahrestage rufen in diesem neuen Jahr 2015 die Idee und das „Konzept“ von Toleranz neu in Erinnerung. Es sind zwei historisch sehr bedeutsame Ereignisse. Eines spielte im Jahr 1685 in Berlin und Potsdam.

Das andere Ereignis liegt gerade 20 Jahre zurück und ist von welthistorischer Bedeutung, es spielte in einer anderen wichtigen europäischen Stadt: in Paris. Ein Faden europäischer Erfahrungen und Geschichte verbindet beide Ereignisse – es begann auch im absolutisttisch regierten Frankreich.

Historischer Bruch zwischen Katholiken und Reformierten

Am Anfang stand ein Glaubenskrieg, ein Gemetzel, nicht unähnlich den heutigen kríegerischen Auseinandersetzungen in Syrien und dem Irak. Schauplatz war das absolutistisch regierte Frankreich. Es war eine fast 113-jährige Periode von mörderischen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und den Reformierten, den Hugenotten.

Vor 440 Jahren, anno Domini 1572, fand in Frankreich ein blutiges Gemetzel unter den Reformierten, den „Hugenotten“ statt. Das Massaker ist unter dem Namen Bartholomäusnacht in den Annalen europäischer Geschichte zu finden.
Plötzlich und unerwartet wurden in Paris und in der Provinz Tausende Hugenotten umgebracht, und mindestens genauso viele traten, erschrocken vom Gemetzel, wieder in die katholische Kirche ein. Es war ein traumatisches Ereignis für alle reformierten Kirchen in Europa. Doch der Protestantismus überlebte – und wurde nicht nur in Frankreich stärker.

Historisch war es nicht nur eine einzige Nacht, sondern eine ganze Woche, in der in Paris und in ganz Frankreich eine große Anzahl Hugenotten umgebracht wurden. Zuerst in den Städten um Paris herum, dann in Südfrankreich. Es fanden bis in den Oktober hinein ähnliche Massaker an vielen Orten statt.
Ursachen und Anlässe lagen in unversöhnlichen Glaubensfragen, der „Reformierte Bund“ der Kirchen informiert dazu ausführlich auf seiner Internetseite www.reformiert-info.de .
Mit dem Edikt von Nantes wurde die Lage danach auf lange Zeit befriedet:

„Heinrich IV., der selbst nach seiner Thronbesteigung vom Protestantismus zum Katholizismus konvertiert war und nach seinem Sieg über die ihn bekämpfende Katholische Liga das Land zu befrieden versuchte, unterzeichnete das Edikt am 13. April 1598 in Nantes. Es gewährte den Calvinisten Gewissensfreiheit und die freie Religionsausübung in der Öffentlichkeit, ausgenommen in Paris und Umgebung sowie in Städten mit Bischofssitz oder königlichen Schlössern.“ (siehe: wikipedia Edikt von Nantes).

Die katholische Kirche und Kardinal Richelieu hintertrieben den Frieden. Dramatisch verschärfte sich die Situation erneut, als Ludwig XIV. das Toleranzedikt von Nantes aufhob und die reformierte Kirche in Frankreich verbot. Das war am 18. Oktober 1685.

Edikt von Potsdam 29.Oktober 1685
Edikt von Potsdam 29.Oktober 1685

Edikt von Potsdam als Reaktion

Die Reaktion kam aus Preußen, vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der schon am 29. Oktober 1686 (julianischer Kalender) bzw. 8. November 1685 (gregorianischer Kalender) das Edikt von Potsdam erliess. Die Bekanntmachung, auch Potsdamer Toleranzedikt genannt, war eine großzügige Einladung des Kurfürsten, der selbst Calvinist war, an seine Glaubensbrüder.
Er bot seinen in Frankreich wegen ihrer Religion verfolgten protestantischen Glaubensgenossen, freie und sichere Niederlassung in Brandenburg an. Den Flüchtlingen wurden großzügige Privilegien gewährt, unter anderem Befreiung von Steuern und Zöllen, Subventionen für Wirtschaftsunternehmen und Bezahlung der Pfarrer durch das Fürstentum.

Es gab auch damals Unmut und Neid, denn die evangelisch-lutherische Bevölkerungsmehrheit Brandenburgs hatte diese Privilegien nicht. Die ländlich geprägte Bevölkerung wurde durch den Zuzug der bürgerlich-städtisch geprägten Hugenotten ergänzt, die Bauern unter den Hugenotten, aber auch Friesen, und Niederländer brachten viele neue Innovationen mit, die den Aufschwung beförderten.

Das Edikt von Potsdam kam unter maßgeblicher Beteiligung des Theologen Jacques Abbadie zustande. Es waren aber nicht nur die wirtschaftlichen Erwägungen, die den Großen Kurfürsten dazu brachten, den calvinistischen Glaubensbrüdern Aufnahme zu gewähren, sondern auch das in seiner eigenen Religiosität wurzelnde Mitgefühl.
Etwa 20.000 Menschen folgten dem Angebot Brandenburgs. Das Edikt von Potsdam trug wesentlich dazu bei, die Wirtschaft des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Brandenburg zu beleben, und legte damit den Grundstein für die Erstarkung Brandenburg-Preußens. Durch die Hugenotten, die sich in Berlin niederließen, stieg die Einwohnerzahl damals um ein Drittel an.

Die Hugenotten brachten dem Staat sowohl einen wirtschaftlichen als auch geistigen Aufschwung. So wurde schon 1689 in Berlin das Französische Gymnasium eröffnet, das Einwanderern und Eingesessenen eine bis dahin nicht gebotene umfangreiche Bildung ermöglichte. Berlin entwickelte sich bald auch zu einem Zentrum der Literatur innerhalb Brandenburg-Preußens, das über die Staatsgrenzen hinweg zu wirken begann.
Eine Erfolgsgeschichte – die hostorisch zu einem wichtigen Motiv aller modernen Politik wurde.

Das Toleranzedikt, billigte jedem Bewohner zu

„…in seinem Hause privatim seinen Gottesdienst abhalten dörfe, solches wird hoffentlich niemand zum Aergernis gereichen können“ = Religionstoleranz.

Ein wichtiges Wort – das in eine offene Zukunft weist

„Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht“ (wikipedia – Toleranz).
John Lockes „Brief über die Toleranz“, Lessings Drama „Nathan der Weise“ und Voltaires „Abhandlung über den Toleranzgedanken“ erweiterten die Idee der Toleranz zu einem Konzept, das zum Fundament moderner Gesellschaft und Demokratie wurde.

Die Völkergemeinschaft entwickelte die Idee der Toleranz im Rahmen der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur UNESCO zu einem weltumfassenden Konzept.

Erklärung von Prinzipien der Toleranz

Das zwanzig Jahre zurückliegende Ereignis war die 28. Generalkonferenz der Mitgliedstaaten der UNESCO, die am 25. Oktober bis 16. November 1995 ein für alle Menschen bedeutsames Dokument verabschiedete: „Die Erklärung von Prinzipien der Toleranz“, die in sechs Artikel gefaßt wurde:

Artikel 1: Bedeutung von ‚Toleranz‘
Artikel 2: Toleranz und der Staat
Artikel 3: Soziale Dimensionen
Artikel 4: Bildung und Erziehung
Artikel 5: Verpflichtung zum Handeln
Artikel 6: Internationaler Tag für Toleranz.

Bedeutung von ‚Toleranz‘

Die moderne Bedeutung des Wortes ist in wunderbar präzisen Worten geschrieben, und wird hier zitiert:

„1.1 Toleranz bedeutet Respekt, Akzeptanz und Anerkennung der Kulturen unserer Welt, unserer Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen unseres Menschseins in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt. Gefördert wird sie durch Wissen, Offenheit, Kommunikation und durch Freiheit des Denkens, der Gewissensentscheidung und des Glaubens. Toleranz ist Harmonie über Unterschiede hinweg. Sie ist nicht nur moralische Verpflichtung, sondern auch eine politische und rechtliche Notwendigkeit. Toleranz ist eine Tugend, die den Frieden ermöglicht, und trägt dazu bei, den Kult des Krieges durch eine Kultur des Friedens zu überwinden.

1.2 Toleranz ist nicht gleichbedeutend mit Nachgeben, Herablassung oder Nachsicht.Toleranz ist vor allem eine aktive Einstellung, die sich stützt auf die Anerkennung der allgemeingültigen Menschenrechte und Grundfreiheiten anderer. Keinesfalls darf sie dazu mißbraucht werden, irgendwelche Einschränkungen dieser Grundwerte zu rechtfertigen. Toleranz muß geübt werden von einzelnen, von Gruppen und von Staaten.

1.3 Toleranz ist der Schlußstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält. Sie schließt die Zurückweisung jeglichen Dogmatismus und Absolutismus ein und bekräftigt die in den internationalen Menschenrechtsdokumenten formulierten Normen.

1.4 In Übereinstimmung mit der Achtung der Menschenrechte bedeutet praktizierte Toleranz weder das Tolerieren sozialen Unrechts noch die Aufgabe oder Schwächung der eigenen Überzeugungen. Sie bedeutet für jeden einzelnen Freiheit der Wahl seiner Überzeugungen, aber gleichzeitig auch Anerkennung der gleichen Wahlfreiheit für die anderen. Toleranz bedeutet die Anerkennung der Tatsache, daß alle Menschen, natürlich mit allen Unterschieden ihrer Erscheinungsform, Situation, Sprache, Verhaltensweisen und Werte, das Recht haben, in Frieden zu leben und so zu bleiben, wie sie sind. Dazu gehört auch, daß die eigenen Ansichten anderen nicht aufgezwungen werden dürfen.

Besonders bedeutsam: Die Formulierung vom „Schlußstein, der die Menschenrechte, den Pluralismus (auch den kulturellen Pluralismus), die Demokratie und den Rechtsstaat zusammenhält.“

Eine Bundeskanzlerin muß diese Formulierung nicht jeden Tag erklären, aber vielen Menschen, ab in Dresden – oder in Berlin muß dieser Formulierung erst nahe gebracht werden. Nichtwissen hat mit „unterlassener Bildung“ und Selbstbildung zu tun – die für ein Zusammemleben unerläßlich ist.

Toleranz und der Staat

Der Abschnitt über „Toleranz und der Staat“ sollte heute jedem Politiker jeden Tag im Kalender stehen, denn auf den Ebenen des heutigen staatlichen Handelns sind Gerechtigkeit und Unparteilichkeit heute vielfach in Frage gestellt. Auch Gleichbehandlung und Chancengleichheit sind durch Parteinahmen und Diskriminierung in Gefahr. Die modernen Medien sind hier Beteiligte – und oft auch Provokateur, Treiber und Lobbyorgan.

Intoleranz, die Formen von Marginalisierung schutzloser Gruppen und ihre Ausgrenzung von sozialer und politischer Partizipation – verbunden mit Gewalt und Diskriminierung – sind eine tägliche Versuchung für politische Rhetorik und Politik. Vor allem in allen heißen Debattenschlachten mit Schlagworten droht diese Gefahr.

Begriffe werden zu Schlagworten, Nominalisierungen und Beschimpfungen. Die Köpfe werden darüber heiß geredet – doch zu Problemlösungen und Konfliktlösungen führen sie nicht. Nominalisierungen entfalten in der Mediengesellschaft ein Eigenleben, das durch die Entgrenzung zwischen Sprecher und Zuhörer, zwischen Schreiber und Leser entfaltet wird.

Kommunikation „über Phänomene“ – statt direkter Dialog – daraus wird in der Mediengesellschaft schnell Feindschaft, Wut, Intoleranz, weil über Unausgesprochenes und Ungeschriebenes hinweg gedacht und geredet wird.
Eine Politik, die beständig über unausgesprochene und Ungeschriebene Konflikte hinweg kommuniziert, wird auf Dauer selbst intolerant – hört sich nur noch selbst.
Den Originaltext kann man hier nachlesen:

Soziale Dimensionen – Bildung und Erziehung -Verpflichtung zum Handeln

Die UNESCO_Erklärung setzt die soziale Dimension gleich in eine internationale und globale Dimension um – denn wir haben längst „eine Welt“:

„In der heutigen Welt ist Toleranz wichtiger als jemals zuvor. Diese Epoche ist gekennzeichnet durch Globalisierung der Wirtschaft und durch schnell zunehmende Mobilität, Kommunikation, Integration und Interdependenz, gewaltige Wanderungsbewegungen und Vertreibung ganzer Bevölkerungen, Verstädterung und Wandel sozialer Muster. Da jeder Teil der Welt das Merkmal der Vielfalt trägt, bedrohen zunehmende Intoleranz und Zwietracht potentiell jede Region. Sie sind nicht begrenzt auf einzelne Länder, sondern eine globale Gefahr.“

Erziehung zur Toleranz gehört zu den vordringlichsten Bildungszielen – und: „Bildung ist das wirksamste Mittel gegen Intoleranz. Der erste Schritt bei der Vermittlung von Toleranz ist die Unterrichtung des einzelnen Menschen über seine Rechte und Freiheiten und die damit verbundenen Ansprüche sowie die Herausbildung des Willens zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer Menschen.“

Die UNESCO „Erklärung von Prinzipien der Toleranz“ rückt in diesem Jahr 2015 in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Bis zum „Internationalen Tag für Toleranz“ ist die Kenntnis dieser Erklärung auch eine Einladung zum Gespräch, zur vertieften Diskussion.

Argumentieren auf Augenhöhe – und faires Debattieren bei aktuellen Streithemen gehören zu einer Kultur der Toleranz. Kultur aber entfaltet sich zwischenmenschlich: beim Treffen auf Augenhöhe und mit Geduld beim Zuhören. Sie funktioniert von Angesicht zu Angesicht.
Auch im Kiez, in den Vororten und in manchen beschaulichen Ecken muß dies disktutiert werden. Übrigens auch in den Ortsgruppen rechtsnationaler Kreise, denn ihre politischen Ideen sind auf dem Prüfstand der „Weltläufigkeit“.

Mediale Schlagwortdebatten bedrohen Toleranz

Das umfassende Konzept der UNESCO zu den Prinzipien von Toleranz ist nicht leicht verständlich. Es ist auch nicht in 8 Sekunden in einem Statement in den modernen Medien erklärbar. 8 Sekunden – soviel dauert ein Tweet, ein Post, ein Satz in die TV-Kamera, oder ein Kameraschnitt aus einer Konferenz. Manchmal auch länger – doch die Zeituhr produziert Ungeduld und Schlagwortzwang.

Politik verschlankt sich dabei gern auf kurze Sätze, deklariert – statt die Geduld für Toleranz aufzubringen.

In unserer Demokratie ist es daher Sitte geworden, demokratische Konflikte nur noch mit Denkverboten, Kampfaufforderungen und Schlagworten zu führen. Die notwendige Toleranz ist damit gestört, sogar zerstört.

Toleranz die gerade die Essenz und Voraussetzung für jede Demokratie ist. Vor allem: Toleranz die uns zu schwierigen und komplexen „Problem-Dialogen“ und „sozial ausgewogenen Lösungen“ allein bringen kann.

Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin
Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin – Screenshot

Worte zum Jahreswechsel

Eine Rede der Bundeskanzlerin, die in einer schwierigen Situation und Krise ohne ein einziges Wort zur Toleranz auskommt, die Menschen in Dresden als Minderheit anspricht, und ihnen anstelle argumentativer Überzeugung die Ausgrenzung und schlichte Unterstellung von „Hass“ entgegenhält, verletzt das Prinzip der Toleranz.

Gleichzeitig entfaltet sich ein Paradoxon der Politik: Toleranz wird als Ziel propagiert, aber mit rhetorischen Mitteln der Verletzung des Toleranzgebotes „erkämpft“. Ein Irrsinn entsteht – der eigentlich Redenschreibern auffallen sollte.

Worte über Köpfe hinweg

In dem modernen Medien fehlt den Autoren das direkte Gegenüber. Gleichzeitig ist der neoliberale Duktus präsent, Menschen als Gruppen und Zielgruppe mit herabsetzenden Schlagworten zu klassifizieren: „Wutbürger“, „Winterwutbürger“, selbst der Toleranz verpflichtete Medien wie der SPIEGEL prägen da fleissig mit.

Das Verlassen der Toleranzzone wird zum einsamen Akt der Autoren, Kommentatoren und Redakteure. Die Adressaten werden zuerst von Anwürfen, Übertragungen und Unterstellungen getroffen – und manche reagieren hilflos darauf: „Lügenpresse, Lügenpresse …“

Auch Rechtsextremismus-Experten (was für ein Wort), die Bedenken als „Fremdenfeindlichkeit“ pauschalieren, und dazu gleich die „Rassismus-Keule“ schwingen, belasten die Toleranz. Sind Ausgrenzen, Abkanzeln und Diskriminierung von Mitbürgern als „Transformationsverlierer“ zulässig?

Umgekehrt werden Worte wie „Gutmenschen“ als Kategorien der Verachtung gewählt, wenn man wütend demonstrieren geht. Wir sollten und klar werden: hier sind Mechanismen am Werk, die Demokratie und Toleranz zerstören!

Toleranz und Neoliberalismus

Das Konzept der Toleranz ist in den vergangenen zwei Dekaden mutiert. Digitalisierung von Ökonomie und Medien haben den „neoliberalen Blick“ auf die Mitmenschen etabliert. Menschen werden nicht mehr als Individuen – sondern als „Subjekte“ und „Gruppen“ in Schlagwortkategorien eingeordnet.

Die Politik der „neoliberalen Steuerung“ mit Schlagworten macht Menschen mit Recht wütend! Es ist auch ein Verbrechen gegen Menschenwürde und Bürgerrechte, die Mitbürger und Mitmenschen mit „Nominalisierungen“ zu traktieren!

Grobe Vereinfacher, denkfaule Politiker, Lobbyisten, Kommentaroren und flinkdenkende Journalisten, die mit Schlagworten über Verhältnisse hinwegreiten, sorgen für beständige „Aufregung“, „Empörung“ und „Empörungsgenuß“ in den Medien.

Die Fähigkeit zur besonnenen Steuerung und Problemlösung geht dabei in der Demokratie verloren – eine Fähigkeit, die jedoch dringend gebraucht wird!

Toleranz in der Demokratie ist anstrengend

Demokratie ist anstrengend – und heute sehr viel anstrengender, als sich aktuell politische Akademien, Politikberatung und politische Campaigner vorstellen können.

Parteien, Politikberatung, Marketingagenturen und politische Konzepte der stillen Governance hintertreiben heute selbst das Konzept von Toleranz, das nur auf Augenhöhe aufbauen kann.

Die Politik der all- und gegenseitigen Ausgrenzung mit Schlagworten ist fatal! Es muß geredet werden! Und Politiker müssen aufs Podium und klare Worte sprechen!

Vielleicht fangen sie damit an: „Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger“, wir haben ein, zwei, drei Probleme, vor denen wir nicht davonlaufen können und dürfen!

Ja wir brauchen Zuwanderung – ja wir reden auch über Problemlösungen, wenn Zustände, Befindlichkeiten und Verdrängungseffekte auftreten!

… soviel Toleranz erwartet die Demokratie!

Weitere Information:

UNESCO Erklärung von Prinzipien der Toleranz – Link

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