Donnerstag, 24. August 2017
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Totes Holz? – Höchst lebendig!

Totholz mit Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Totes Holz ist niemals ganz tot. Wenn der dazugehörige Baum abgestorben oder schon längst umgestürzt und das Blattwerk schon lange verrottet ist, besiedeln viele Organismen aus dem Reich der Pilze, Insekten und Algen das alte Holz. Es dient als Lebens- und Rückzugsraum, aus als Fraß, und als Eiablage.

Totholz mit Zunderschwamm (Fomes fomentarius)
Totholz mit Zunderschwamm (Fomes fomentarius) - Foto: GNU Free Lic. by Fristu

Die Organismen entfalten ein Reich des Fressens und Gefressenwerdens, und dabei werden die Holzreste nach und nach zersetzt und werden am Ende zu Humus, in dem wieder neue Bäume wachsen.

Im Kreislauf des Lebens

Wenn ein Baum stirbt und sein Holz nicht direkt weggeräumt, sondern im Wald oder Garten liegen gelassen wird, bedeutet dies nicht gleich einen unersetzlichen Verlust oder eine ungepflegte Ecke. Im Gegenteil: für viele Tiere, Pilze und Pflanzen ist sein Zerfall ihre Chance zum Überleben.

Der Baum wird zur Lebensgrundlage einer Vielzahl von Organismen, die dafür sorgen, dass sich das Holz in seine Bestandteile zerlegt, Nährstoffe für den Boden freigesetzt werden und somit als natürlicher und langfristiger Dünger für zukünftige Pflanzendecken oder neue Bäume zur Verfügung stehen.

Diese aufwändige Arbeit wird von ganz unterschiedlichen Lebewesen geleistet: Pilze schlüsseln das Holz auf und sorgen dafür, dass die Abbauprodukte wieder in den Boden gelangen, wo der Baum sie vor langer Zeit mit seinen Wurzeln aufgenommen hat. Käfer, wie beispielsweise der Eremit bohren sich in das durch die Zersetzung weicher werdende Substrat und sorgen für mechanische Zerkleinerung des Holzes, was wiederum der Zersetzung durch Mikroorganismen dient.

Da diese Prozesse eher unauffällig stattfinden, sind sie weniger bekannt und manchmal wird sogar über den unaufgeräumten Wald oder Garten geschimpft, weil vielleicht ein abgestorbener Baum liegen gelassen wird. Wichtig ist jedoch zu wissen, welche Dynamik an dieser Stelle damit in Gang gesetzt wurde, denn totes Holz ist höchst lebendig!

Aus dem Veranstaltungsprogramm des NABU Berlin:
Totes Holz? – Höchst lebendig! 17.01.2014 um 18 Uhr

Wer mehr über den Kreislauf des Lebens am Beispiel von Bäumen erfahren möchte, ist bei der Veranstaltung der NABU-Fachgruppe Naturgarten gut aufgehoben. Angelika Paul von der NABU-Fachgruppe Naturgarten trägt zu dem Thema vor und zeigt viele hochinteressante Bilder.

NABU-Landesgeschäftsstelle – Wollankstraße 4 – 13187 Berlin-Pankow

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m/s