Samstag, 21. Oktober 2017
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Touristische Petitessen #16

Rollkoffer & Trolleys

/// Glosse /// – Der Lärm von Touristen beschäftigt viele Kommunen. Nicht nur Berlin und seine touristisch interessanten Bezirke sind besonders betroffen. Insbesondere das Dröhngeräusch von Rollkoffern und Trolleys ist ein Problem, das nicht allein durch den Einsatz von verhaltensändernden Maßnahmen in entschärft werden kann.

Auch ein Einsatz von Pantomimen und theatralischen Interventionen wird nichts an einem Grundproblem und physikalisch-räumlichen Notwendigkeiten ändern können, die durch die „Ortsveränderung“ von Menschen aus „touristischen Reiseanlässen“ entstehen.

Der typische Tourist reist heute mit 30-50 Kilogramm Reisegepäck, und ist im gesetzen Alter auf den Einsatz von Rollkoffern und Trolleys angewiesen.

„Backpacker“ auf leisen Turnschuhsohlen sind die lärmarme und nachhaltige Alternative, die jedoch eine körperliche Fitness voraussetzt, und nur für eine überschaubare junge Zielgruppe geeignet ist.

Lärmschutz an der Quelle

Nachhaltige Umweltschutz-Strategien setzen immer an der Quelle der Umweltbelastung an. Im Fall der Rollkoffer und Trolleys ist die Quelle der Lärmentstehung im „Behälter-Rad-Gehweg“-System zu finden.

Dehnfugen, Pflasterunebenheiten, Pflasterfugen und Höhenunterschiede in typischen Gehwegbelägen sorgen beim Überrollen für typische „Stöße“, die auf Räder, Achse und „Behälter“ übertragen werden. Der Behälter der Rollkoffer und Trolleys wird dabei in Schwingungen und Eigenschwingungen versetzt, die sich bis zum Vibrato und zur Resonanz aufschaukeln können.

Der Nutzer der Rollkoffer und Trolleys ist dabei unentrinnbar an das lärmende physikalisch-akustisch wirksame „Behälter-Rad-Gehweg“-System gebunden. Weder ist eine starke Beschleunigung der Eigengeschwindigkeit hilfreich, um die Lautstärke zu regulieren, noch eine moderate Verlangsamung der Eigengeschwindigkeit.

Nur eine übervorsichtige Verlangsamung der Fortbewegung ist geeignet, leise über Pflasterstösse zu gelangen. Doch die mögliche erreichbare „leise Endgeschwindigkeit“ ist so verschwindend gering, dass jegliche touristische Fortbewegung ad absurdum geführt wäre. Eine absolut leise Fortbewegung eines Rollkoffers würde die Reisezeit auf quasi „unendlich“ dehnen.

Technischer Lärmschutz bei Rollkoffern und Trolleys

In einem „Land der Ideen & Erfinder“ sind lärmarme Rollkoffer und Trolleys kein Problem, sondern eine „technische Herausforderung“!

Es gilt grundlegende Designfragen neu zu stellen, physikalische Optimierungen des „Behälter-Rad-Gehweg“-Systems zu entwickeln.

Querdenken ist gefragt! Auch marktwirtschaftliches Denken – denn wir haben es hier mit einem der größte Märkte zu tun, weil sich inzwischen ein großer Teil der Menschheit in stetiger Ortsveränderung und Transition befindet.

EU-weite Regelung, Einbindung in weltweite Freihandelsabkommen

Vorbild für eine EU-weite Regelung ist die technische Normung und Produktnormung, die nach dem Vorbild der „Richtlinie 2009/105 vom 16.9.2099 für „einfache Druckbehälter““ eine neue EU CE Kennzeichnung für Rollkoffer & Trolleys schafft.

Die neue „EU Norm für Rollkoffer % Trolleys“ muß Regeln und Anforderungen schaffen werden, nach dem Muster anderes EU-Normen

Größe/Abmessungen
Gewicht
Zusammensetzung
Kennzeichnung
Verpackung
Prüfungen

und zusätzlich die Lärmentwicklung beim Rollen auf typischen europäischen Pflasterwegen, Asphalt- und Betondecken begrenzen.

EU-Beispiel-Richtlinie praktisch schon vorhanden

Ganz ohne Grundlagenforschung und lange politische Gremienarbeit lässt sich eine schon geltende Beispielrichtlinie für den EU-Markt der Rollkoffer und Trolleys umwandeln.

Die “ RICHTLINIE 2009/105/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 16. September 2009 über einfache Druckbehälter wird einfach durch mehrere redaktionelle Änderungen modifiziert und als Vorlage für eine EU-Richtlinie für Rollkoffer und Trolleys verwandelt.

Dazu wird im Text der vorhandenen Richtlinie 2009/105/EG

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32009L0105&from=DE

Redaktionell leicht verändert:

Die Worte „einfache Druckbehälter“ werden durch „Rollkoffer und Trolleys“ ersetzt. Die Begriffe „Gefährdung durch Leckage oder Bersten“ müssen nur durch die Worte „Gefährdung durch Lärm und Rollgeräusche“ ersetzt werden!

Schon ist die neue EU-Normenanforderung praktisch verhandlungsreif und kann in die zuständigen nationalen Gremien und in die zuständigen Gremien bei der EU-Kommission und im europäischen Parlament zur Verhandlung vorgelegt werden.

Automobil-Industrie oder Kunst- und Designhochschulen – wer macht es?

Neue lärmarme Rollkoffer sind ein modernes Statement und Distinktionsmerkmal. Wer mit seinem Rollkoffer oder Trolley leise wie ein Luchs über Fliesenböden und Pflaster schleichen kann, wird als zukunftsgewandter und rücksichtsvoller Citoyen überall auf der Welt sofort anerkannt. Ein leiser Rollkoffer unterstützt die Persönlichkeit, und ergänzt künftig idealerweise die „elektronischen Wearables“ wie Smartphone, SmartWatch, Augmentet-Reality-Brille und andere technische Sensoren und stromverbrauchende High-Tech-Produkte.

Idealerweise wird der Rollkoffer oder Trolley der Zukunft auch einen Stromspeicher mitführen, ein Akkuladestation und womöglich zwei Stromgeneratoren in den Rädern.

Der technische Clou ist aber die Lärmdämpfung:

Rollkoffer nach der neuen Norm dürfen nur noch mit „federgedämpften“ Einzelrädern und luftgedämpften Reifen oder weichen Kunststoffrädern (Moosgummiart) ausgestattet werden. Dazu muß das Eigenschwingungsverhalten der „einfachen Kofferbehälter“ wirksam durch technische Maßnahmen begrenzt werden.

Einzelne Hersteller von Luxus-Automobilen haben die technischen und designerischen Potentiale der Rollkoffer und Trolley-Innovationen schon erkannt, und bieten an das Car-Design angepasste Designlösungen an.

Auch die Filmindusstrie hat das Potential lärmarmer Rollkoffer als Filmmotiv erkannt: „Wäre es nicht spannend, wenn man sich leise und heimlich wie James Bond mit einem Rollkoffer durch die Stadt bewegen kann?“

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m/s