Freitag, 15. Dezember 2017
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Übergabe eines Denkzeichens in Berlin-Buch

Denkzeichen in Buch - Entwurfsansicht von Patricia Pisani

Zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Zwangssterilisationen in der ehemaligen Städtischen Heil- und Pflegeanstalt Buch wird am kommenden Donnerstag um 12 Uhr ein Denkzeichen an die Öffentlichkeit übergeben.

Denkzeichen in Buch - Entwurfsansicht von Patricia Pisani

Die ehemalige „Städtische Heil- und Pflegeanstalt Buch“, als Bestandteil der Anfang des 20. Jahrhunderts errichteten Krankenhausstadt in Berlin-Buch, war zu der Zeit des Nationalsozialismus einer der Ausgangspunkte für den Massenmord an geistig behinderten und psychisch kranken Menschen.
Mehrere Jahrzehnte wurde dies in der Geschichte der Bucher Krankenanstalten verschwiegen.

Zur Übergabe sprechen: Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice; André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten; Mate Ivančić, Klinikgeschäftsführer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch und Margret Hamm, AG Bund der „Euthanasie“- Geschädigten und Zwangssterilisierten.

Bezirksstadtrat Dr. Kühne erklärte: „Im Jahr 2009 haben der Bezirk Pankow und der Liegenschaftsfonds Berlin die Initiative übernommen, um gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten, dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch sowie weiteren Eigentümern und Nutzern des heutigen Campus C.W. Hufeland und des Campus Berlin – Buch einen künstlerischen Wettbewerb zur Errichtung eines ‚Denkzeichens in Berlin-Buch für die Opfer der nationalsozialistischen Zwangssterilisationen und >>Euthanasie<< – Morde’ vorzubereiten. Mit dem Denkzeichen soll ein Ort der Stille und des Gedenkens an die Opfer entstehen, an dem die Hinterbliebenen die Möglichkeit erhalten, ihrer getöteten Angehörigen am authentischen historischen Ort zu gedenken und der darüber hinaus über dieses Kapitel deutscher Geschichte informiert. " Das Denkzeichen der Berliner Künstlerin Patricia Pisani besteht aus einem Objekt aus Kunstharz, das in Form eines überdimensionierten weißen Kopfkissens auf der Rasenfläche platziert ist. Dieses übergroße Kissen ist Symbol für das Ausmaß der Verbrechen an den Patienten. Mit dem Abdruck des Kopfes werden die Abwesenheit der Schutzbefohlenen und damit der Verlust, der im Ergebnis der Verbrechen entstanden ist, thematisiert. Das Denkzeichen thematisiert so auf vielschichtige und zugleich ambivalente Weise die Verbrechen an den Schutzbefohlenen. Ohne in Pathos zu verfallen wird hier in poetischer Form eine Leerstelle markiert und gleichzeitig den Angehörigen der Opfer, die Möglichkeit zu trauern eröffnet. Das Denkzeichen liegt inmitten der Grünanlage und ist über barrierefreie Wege direkt zugänglich. Weitere Information: Übergabe des Denkzeichens Donnerstag, dem 14. November 2013, um 12 Uhr, ehem. Städtischen Heil- und Pflegeanstalt Buch Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin-Buch [caption id="attachment_13395" align="alignright" width="600" caption="Übergabe des Denkzeichens - Foto: Renate Erbert - Pressestelle BA Pankow"]Übergabe des Denkzeichens in Berlin Buch[/caption]

Bei der Übergabe waren Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär Schmitz und Vertreterinnen und Vertreter der Opferverbände sowie des Campus Berlin Buch und die Künstlerin anwesend.

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m/s