Donnerstag, 23. Februar 2017
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Über sieben Brücken ins Nichts

Nicolas Seifert (AfD)

/// Kommentar /// – Die 4. Ordentliche Tagung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow lag besonders im Blick der Öffentlichkeit. Der rbb war mit einem sechs Personen starken Abendschau-Team mit Reporterin Agnes Taegener angerückt. Ein Tagesordnungspunkt verdient hier eine besondere Kommentierung: der erneute Wahlvorschlag der AfD-Pankow für das Amt des Stadtrats für Umwelt und Bürgerdienste.

Es hat eine besondere Qualität, einen Kandidaten für ein Amt als politischer Wahlbeamte sieben Mal zur Wahl zu stellen. Seit Aristoteles und Platon im 5. Jahrhundert v. Chr. hat es so etwas noch nie gegeben! Die AfD-Pankow hat sich damit in besonders skurriler Weise in die Annalen der Geschichte eingeschrieben.

Der Kandidat Nicolas Seifert hatte bei seinen Auftritten vor den sieben Wahlvorgängen zu keiner Zeit die erforderliche politsche und kommunikative Kompetenz vorweisen können, die für das Führungsamt einer Verwaltung mit Personalverantwortung notwendig ist.

Auch ließ Seifert jegliches Geschick und situatives Gespür vermissen – denn er hätte es nach der ersten Ablehnung auch bei dem Versuch belassen können. Auch im eigenen Interesse hat Seifert sich in völliger Verkennung der Lage auch noch selbst beschädigt.

Es ist auch völlig rätselhaft, wie man einen Kandidaten auch noch mit einem 50-Seiten umfassenden Erklärungsschreiben in eine parlamentarische Vorprüfung und in einen Wahlgang entsenden kann.

Menschlich war es ein bedauerliches und entwürdigendes Verfahren, in dem der Kandidat auch noch zeitweise in Eigenlob und Selbstmitleid über alle Köpfe hinwegredete. Ein „Schauprozess“ war es nicht, wie es Seifert in seinen Worten beklagte.

Ein Punkt allerdings muss festgegehalten werden, weil SPD-Fraktionsführer Roland Schröder sich im Ton vergriff, und über die Frage der zu beurteilenden Eignung des Kandidaten hinausging – und nachkartete.

Er bezeichnete Seifert als Wandervogel, weil er elf verschiedene Tätigkeiten in 15 Jahren übernommen hatte. Schröder: „Sie schreiben in ihrer Selbsteinschätzung, dass sie dahin gehen, wo sie gebraucht werden. Herr Seifert, gehen Sie dorthin, wo sie gebraucht werden, hier werden sie nicht gebraucht.“

Zwar war Seifert nicht geeignet, aber die beruftstypischen Eigenschaften von Projektleitern, die Projekte in „Jahresscheiben“ abarbeiten und erfolgreich beenden, wird nicht nur Pankow dringend gebraucht. Dem Planverfahren „Pankower Tor“ hätte gut getan.

Die AfD-Pankow hat weder dem Kandidaten genützt, noch war sie selbst kommunalpolitisch gut beraten. Die Selbstentzauberung der Partei in Pankow hat mit dem siebenfachen Vorgang begonnen. Ein Gang vor Gericht wird das noch beschleunigen – und hilft nicht. Es bleiben sieben mal Asche – und am Ende ein Nichts!

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