Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Ute Schnur ausgezeichnet

Ute Schnur - Foto: Bündnis 90/Grüne Kreisverband Pankow

Am 1. Oktober wurde Ute Schnur vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ausgezeichnet und erhielt den Verdienstorden des Landes Berlin. In einer persönlichen Laudatio sagte Wowereit:

„Hut ab“ möchte man Ute Schnur zurufen, wenn man ihren Werdegang Revue passieren lässt. Sie kommt als Spastikerin zur Welt und schafft trotz vielfältiger Einschränkungen das Abitur. Anschließend absolviert sie ein Englisch-Fernstudium und es gelingt ihr der Einstieg ins Berufsleben: als Fachübersetzerin am Institut für Getreideverarbeitung und Kaffee in Potsdam-Rehbrücke. Als sie nach dem Fall der Mauer ihre Arbeit verliert, wendet sie sich einer neuen Aufgabe zu: Sie gründet den Allgemeinen Behindertenverband der DDR mit. Sie ist zudem Mitbegründerin des Berliner Behindertenverbandes und leitet als Chefredakteurin fünf Jahre lang die Berliner Behinderten-Zeitung. Bis heute zählt Ute Schnur zu den Aktiven, die sich für das Zusammenleben und –arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung einsetzen. Für die Behindertenvereinigung Prenzlauer Berg e. V. ist sie derzeit Mitglied im Behindertenbeirat des Bezirkes Pankow. Außerdem ist sie Mitglied der Pankower Bezirksverordnetenversammlung und dort stellvertretende BVV-Vorsteherin.

„Hut ab“, denn ein solcher Weg ist mit unendlich vielen Hindernissen gepflastert: Von Barrieren für den Rollstuhl über Vorurteile im menschlichen Umgang bis hin zu bewusster oder unbewusster Diskriminierung. Ute Schnur kennt das alles aus eigener Erfahrung. Aber sie hat sich mit anderen zusammengeschlossen und so die Erfahrung gemacht: Man ist nicht allein. Und: Man kann etwas verändern, wenn man bereit ist, dicke Bretter zu bohren.

Liebe Frau Schnur, Sie haben sich nicht nur um die Belange behinderter Menschen verdient gemacht. Es ist für unsere Gesellschaft insgesamt ein Gewinn, wenn jeder Mensch so wie er ist akzeptiert wird. Und wenn aus dem Nebeneinander ein Miteinander wird. Dazu tragen Sie mit Ihrem Engagement bei. Und dafür darf ich Ihnen nun den Verdienstorden des Landes Berlin aushändigen.“

Ute Schnur - Foto: Bündnis 90/Grüne Kreisverband Pankow
Ute Schnur - Foto: Bündnis 90/Grüne Kreisverband Pankow

Ute Schnur wurde 1955 in Wolfen geboren. Sie ist von Geburt an Spastikerin. Bereits in der Wendezeit ist sie Gründungsmitglied des Allgemeinen Behindertenverbandes der DDR. Als Mitgründerin nach der Wende und ab 1997 als Vorsitzende setzt sie sich in der Behindertenvereinigung Prenzlauer Berg e.V. und in der Öffentlichkeit für ein gleichberechtigtes Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen ein. Dabei ist es ihr wichtig, den Menschen in Politik und Verwaltung die unterschiedlichen Perspektiven und die Vielfalt von Bedürfnissen näher zu bringen. Fünf Jahre lang leitete sie bis 2005 als verantwortliche Redakteurin die Berliner Behindertenzeitung. Seit 1996 (mit kurzer Unterbrechung) ist Ute Schnur gewählte Bezirksverordnete und Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Der Partei Bündnis 90/Die Grünen trat sie 2002 bei. Im Jahr 2011 wurde sie als stellvertretende Bezirksverordnetenvorsteherin der BVV Pankow gewählt.

Die Fraktionsvorsitzenden Daniela Billig und Cornelius Bechtler gratulierten ebenfalls: „Ute Schnur setzt sich in der Kommunalpolitik mit viel Ausdauer für die Interessen von Menschen mit Behinderungen ein. Es ist ihr Verdienst, uns für die Belange von Menschen mit Behinderungen sensibilisiert zu haben. Wir freuen uns sehr, dass Ute Schur für das beispielhafte, langjährige ehrenamtliche Engagement durch den Senat mit dem Verdienstorden des Landes Berlin gewürdigt wird.“

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m/s