Mittwoch, 13. Dezember 2017
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Vögel füttern, aber richtig

Blaumeise (Parus caeruleus) - Foto: Willi Kroll

Der bisher sehr milde Winter erleichtert der überwinternden Vogelwelt die Futtersuche. Ein Winterfeeling will sich noch immer nicht einstellen, Schnee und Eis lassen weiterhin auf sich warten. Kein Wunder also, wenn auch in der Vogelwelt manches anders läuft als gewohnt.

Blaumeise (Parus caeruleus) - Foto: Willi Kroll
Blaumeise (Parus caeruleus) - Foto: Willi Kroll

An manchen Orten ertönen die ersten Balz- und Reviergesänge, mancher Wintergast aus dem Norden lässt immer noch auf sich warten, während die Sommergäste häufig noch da sind und nur wenig Lust verspüren in ihre Winterquartiere rings um das Mittelmeer zu ziehen. Vogelfreunde fragt sich derweilen: „Füttern oder nicht füttern?“

Es genug Nahrung für alle da!

Die Vogelexperten des NABU Berlin sind sich einig: solange milde Temperaturen herrschen, ist der Tisch für heimische Vögel ausreichend gedeckt. Erst bei länger währendem Frost und geschlossener Schneedecke kann es zu Nahrungsengpässen kommen. Wer in seinem Garten Schlehe, Weißdorn oder Hagebutten beheimatet, hat den Tisch für Amseln reich gedeckt. Körnerfresser kommen hingegen mit Samenständen von Stauden und Gräsern auf ihre Kosten und selbst Insekten sind noch unterwegs, so dass Rotkehlchen und Zaunkönig Nahrung finden.

Und wenn es doch noch kalt wird

Für den Fall, dass Mutter Natur doch noch ihren Kühlschrank öffnet, können Futterhäuschen einer ganzen Reihe von Vogelarten gut helfen. Wichtig ist dabei darauf zu achten, dass die Vögel nicht im Futter herumlaufen und es dabei verschmutzen. Günstig ist hier die Verwendung eines sog. Silos. Wer hingegen herkömmlich Futterhäuschen benutzt, sollte diese regelmäßig reinigen und dann erst das Futter nachlegen.

„Auch sollte man die Futterstelle an einer für die Vögel überschaubaren Stelle einrichten, damit Katzen sich nicht unbemerkt anschleichen können“, empfiehlt Anja Sorges, Geschäftsführerin vom NABU Berlin.

„Außerdem sollten mindestens zwei Meter Abstand zur nächsten Glasscheibe eingehalten werden.“ Am besten hilft man den Vögeln im eigenen Garten mittels einer vogelfreundlichen Gestaltung durch Anpflanzen von verschiedenen beerentragenden, einheimischen Sträuchern und das Belassen der abgetrockneten Stauden mit ihren Samenständen bis ins nächste Frühjahr.

Strukturreichtum dringend erhalten

In einer Großstadt wie Berlin finden Vögel das gesamte Jahr über Nahrung, auch extra eingerichtete Futterstellen.

Viel wichtiger für das Überleben sind hingegen Lebensraumstrukturen, die den Vögeln Raum zum Verstecken geben und Pflanzen, die auch im Winter ausreichend natürliche Nahrung bieten. Daher stellt sich der NABU Berlin auch immer wieder hart gegen den derzeitigen Trend, möglichst viel Buschwerk in Parkanlagen zu entfernen – oder mit einer einzigen pflegeleichten Sorte nachzupflanzen.

„Das hilft nicht wirklich“, merkt Sorges an, „denn nur vielfältige Strukturen helfen den Vögeln mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen an ihre Verstecke und Bruträume und nur ein reichhaltig gedeckter Tisch mit verschiedenen Beeren und Sämereien bedient die unterschiedlichen Geschmäcker in der Vogelwelt.“

Besonders gespannt sind die Naturschützer auf die Ergebnisse von der großen Zählaktion „Stunde der Wintervögel“, denn sie hoffen erste Trends ablesen zu können, welchen Einfluss die Umgestaltung der Parkanlagen und auch die verschiedenen Wetterkapriolen auf den Vogelbestand haben. Zuverlässige Ergebnisse sollen Ende Januar bekanntgegeben werden.

Weitere Informmationen:

NABU Berlin (Naturschutzbund Deutschland e.V.) Wollankstr. 4, 13187 Berlin

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m/s