Montag, 24. Juli 2017
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Was wird warum gelöscht?

Deleted PR

Aus der letzten Woche sind wieder ein paar besondere Mails in unserem Postkorb in Erinnerung geblieben, die der Löschtaste zum Opfer gefallen sind. Bei täglich mehr als 200 Mails im Hauptpostfach muss eine kleine Redaktion natürlich streng selektieren.

Leider fallen auch Themen darunter, die für sich ínteressant sind, für die aber keine Kosten-Deckung besteht.

Deleted-PR
Marketing + PR erzeugen immer mehr Blindleistung. Wie kann die Generation Smartphone erreicht werden?

Das wurde gelöscht:

Mails von Parteien und politische Vereinigungen, die kein „Politiker-Abo“ geschaltet haben, um die Plattform mitzufinanzieren. Wahlkampfwerbung ohne Kostendeckung wird unterschiedslos gelöscht.

Die Kosten der journalistischen Erstbearbeitung überlassen wir den Kollegen beim öffentlichen Rundfunk, die ihre monatlichen Gehälter über GEZ-Gebühren finanziert bekommen. In Pankow steht auch der Bucher Bote bereit, der seit über 20 Jahre eine festangestellte Redaktion finanziert bekommt, mit einem Budget das eigentlich ganz Pankow abdecken könnte. Das wird sogar noch die Wettbewerbsaufsicht interessieren.

Gelöscht wurden eine Mail, in der eine aus dem Amt scheidende Pankower Stadträtin von einem Bezirksverordneten angegriffen wird, weil ihre Aktenführung nicht dem Stand von Haushaltsordnung und Technik entspricht.

Gelsöcht wurde auch Mail-Einladung zu einem Parteifest in Prenzlauer Berg-Ost, auf dem Kindern Zuckerwatte angeboten wird. Hier bestehen große gesundheitspolitische Bedenken, weil die Redaktion gerade an innovativen Themen rund um das Thema „Diabetesfreie Gesellschaft“ arbeitet, und dafür auch noch kostendeckende Recherche-Honorare bezieht. Besorgnis der Befangenheit.

Gelöscht: eine Mail mit einem Aufruf zu einem Freiwilligentag, die mit Kampagnenmitteln für Public Relations und Werbung ausgestattet ist.
Die kostenlose Publikation von freiwilligen und gemeinnützigen Themen kollidiert mit dem Grundsatz der Aufrechterhaltung der Pressefreiheit, wenn ein Staat immer größere Teile der Volkswirtschaft auf Freiwilligenagenturen zu stützen sucht. Außerdem kollidiert es mit den Zielen einer nachhaltigen Aufrechterhaltung von Volkswirtschaft und Sozialsystem, das auf Arbeitseinkommen und lohngebundene Abgaben aufgebaut ist. Freiwillig, gemeinnützig kostenlos – das ist keine Ökonomie und damit unseriös.

Das hyperlokale Loch - Glosse von Michael Springer

Ins sogenannte hyperlokale Loch fallen alle Kiezthemen, die besser auf Zetteln an Straßenlaternen, in Mailverteilern oder Facebook-Gruppen aufgehoben sind. Dazu gehören Themen, die in der Erst-Tags-Zugriffs-Prognose weniger als 457 Leseaufrufe erreichen können, oder die mit einem „Guten Morgen Pankow“ beginnen.

Unser KO-Kriterium: Lesereichweiten sollten schon mindestens täglich vierstellig sein, um breit genug für den Großbezirk publiziert zu werden.

Generation Smartphone
Generation Smartphone: „nur Stories that can break the chat with the girlfriend“ erreichen Empfänger!

Warum? Warum nur? Das ist doch gemein!

Es ist kein böser Wille, sondern Firmenpolitik für ein Medium mit hohen Smartphone-Leseranteil! Moderne Smartphones haben heute Adblocker schon werksseitig installiert – die Folge: Werbepreise sind im Keller. Außerdem werden Händler durch Preisvergleiche zu immer neuen Nachlässen und Rabatten gedrängt – auch an der Werbung wird gespart!

In der Folge entwickelt sich das „Smart-City-Paradoxon“: je mehr Smartphones, desto weniger Wahrnehmung wichtiger Botschaften!

Deshalb wird der Kostenlos-Ökonomie konsequent entsagt!

Es könnte sogar sein, die großen Parteien erleiden eine Wahlniederlage, weil sie die Auswirkungen der Smartphones noch nicht verstanden haben. Schlimmer noch: sie beschäftigen teure Agenturen, die PR nur für elektronische Papierkörbe versenden!

Für alle, die das „Smart-City-Paradoxon“ überwinden wollen haben wir eine Lösung bereit:

www.pankower-allgemeine-zeitung.de/Mediadaten-2016-07-23.pdf

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a/m