Montag, 21. August 2017
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Welteis & Phantome 10.05.2014

Fritz Kim: Maja Philippi

Die Staatsgalerie Prenzlauer Berg hat eine ganz eigene Kunstszene versammelt, und sich zu einer der bedeutenden Galerien in Prenzlauer Berg entwickelt. Galerist Henry Gericke fördert dabei immer wieder überraschende Themen, Namen und kulturelle Zusammenhänge empor.

Welteis & Phantome
„Die Kunst Siebenbürgens von 1900 bis 1945“
Ein Vortrag von Dr.Josef Böhm (Sammlung Böhm),
anschließend im Gespräch mit Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien).
10.05.2014 – 20 Uhr

Das seit Jahrhunderten multiethnisch geprägte Siebenbürgen (Transsilvanien) wurde mit dem Zerfall Österreich-Ungarns, nach dem 1.Weltkrieg, Teil Rumäniens. Mit der „Avantgarde in Rumänien“ im Westen assoziierte international bekannte Künstler, wie Constantin Brancusi, Arthur Segal, Tristan Tzara (eigentlich Samuel Rosenstock ) und Victor Brauner wurden zwar in Rumänien geboren, machten aber ihre Karriere in anderen Ländern. Aus Siebenbürgen erwähnenswert sind in diesem Kontext der in Kronstadt (rum. Braşov, ung. Brassó) wirkende Hans Mattis-Teutsch, der zeitweise zum Kreis der Galerie „Der Sturm“ von Henry Walden in Berlin gehörte und der ebenfalls aus Kronstadt stammende und später in Deutschland (Kontakte zu Bauhaus) und Frankreich lebende Musiker und Maler Henrik Neugeboren (Henri Nouveau). In den Jahren nach dem Ende des I. Weltkriegen und vor Beginn des II. Weltkrieges bestand ein Spannungsfeld zwischen der als „fremd“ und „international“ empfundenen Avantgarde und den Erwartungen an eine fortschrittliche nationale Kunst. In Siebenbürgen regte sich vor allem in den Reihen der Minderheiten Widerstand gegen starke zentralistische und nationalistische Tendenzen aus Bukarest. Die kulturelle und politische Bewegung „Transsilvanismus“ ging von einer regionalen kollektiven Identität aus, wonach aus den Kulturen der verschiedenen Völkergruppen eine siebenbürgische Kultur entstanden sei. Nach den Worten des Protagonisten dieser Bewegung, des Architekten, Schriftstellers und Politikers Károly Kós sei Siebenbürgen ein „Schwellenstein” zwischen dem Osten und dem Westen Europas, wo jedes durchziehende Volk und jede durchziehende kulturelle Strömung gewollt oder ungewollt gestolpert sei und während seines Stolperns irgendetwas von sich hier habe fallen lassen müssen.”

Eintritt 4 Euro – Öffnungszeiten Di-Fr 14-19 Uhr – Sa 13-18 Uhr

www.staatsgalerie-prenzlauerberg.de

Staatsgalerie Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße 218, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg

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m/s