Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Wespen – kein Angstgegner mehr!

Gemeine Wespe, Foto: Trounce, Wikimedia Commons, CC-BY-3.0

Der letzte milde Winter und das warme Frühjahr boten gute Bedingungen für die Massenentwicklung von Wespen. Inzwischen sind die gestreiften Hautflügler wieder unterwegs, und jeder Stadtbewohner, der draußen Obstkuchen, Saft und Eis genießt, lockt mit den süßen Speisen die ungebetenen Gäste an. Doch unliebsame Zwischenfälle mit Wespen lassen sich verhindern, wenn man sich ohne Angst mit der Lebensweise der Wespen befasst, clevere Ideen zu Lockspeisen nutzt, Vorsichtsmaßnahmen beachtet und Mittel zur Wespenabwehr nutzt.

Gemeine Wespe, Foto: Trounce, Wikimedia Commons, CC-BY-3.0
Gemeine Wespe, Foto: Trounce, Wikimedia Commons, CC-BY-3.0

Nicht jedes Summen und Brummen ist gefährlich

Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen gehören zu den Hautflüglern. Es gibt auch mehrere Wespenarten. Doch nur zwei von acht gelb-schwarz-gestreiften heimischen Wespenarten fliegen auf Cola, Steak und Kuchen.
Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) ist eine der am weitesten verbreiteten Wespenarten in Mitteleuropa. Jedes Jahr im Sommer gibt es um diese Tierart große Aufregung und mitunter heftige Reaktionen. Daneben sind noch ihren Verwandten aktiv, die Deutschen Wespe (Vespula germanica).

Beide konkurrieren wegen ihrer Nahrungsansprüche mit dem Menschen, der mit Eiweiß in Form von Fleisch und Zucker in Form von Süßspeisen und Früchten unwiderstehliche Verlockungen für Wespen anbietet.

Die Wespen sind dabei in der Regel nicht aggressiv, sondern besonders hartnäckig, wenn sie ihre Leibspeise einmal wahrgenommen haben, und sich mit Hunger darauf niederlassen wollen.
Hummeln, Bienen und Schlupfwespen sind keine Nahrungskonkurrenten, sie sind ungefährlich. Nur wenn sie angegriffen werden, wehren sie sich mit ihren Stacheln – was sehr schmerzhaft sein kann. Vor allem die allergische Reaktion auf Stiche ist gefährlich. Ist der Hals oder Rachen betroffen, droht durch die Schwellung sogar Erstickungsgefahr.

Was tun bei Stichen?

Im Fall der Fälle bleibt der Stachel des Tieres in der Haut und muß vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden, ohne den anhängenden Giftsack zu berühren. Danach sollte die Einstichstelle mit kalten Umschlägen, Eis oder „Hausmitteln“ wie Zitronensaft, einer Gurkenscheibe oder Zwiebeln gekühlt werden. Der Schmerz lässt dadurch nach, die Schwellung geht schneller zurück. Später helfen gegen den Juckreiz und entzündliche Schwellungen weitere kühlende Umschläge oder juckreizstillende Salben und Gele.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Stich kommen, ist dieser zwar schmerzhaft, aber nur für wenige Menschen wirklich gefährlich. Nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung reagieren auf Wespenstiche allergisch. Im Notfall hilft der Notruf 112 der Feuerwehr, oder die Unfallaufnahme des nächsten Krankenhauses.

Experten raten auch, Kinder frühzeitig auf eine mögliche Insektengiftallergie zu testen, da diese Allergie oft lange unerkannt bleibt.

Gefahr vor allem für Kinder bannen

Kinder, die Eis essen, oder noch süße Reste auf der Kleidung tragen, locken unweigerlich Wespen an. Besonders gefährdet sind Mund und Lippen, und schon manche Wespe wurde mit dem Eis verschluckt, und hat in den Mund und Rachen gestochen. Eltern sollten deshalb Vorsichtsregeln beachten, und Kleinkinder nicht unbeobachtet Eis essen lassen. Wichtig ist es, die Eisreste abzuwaschen, denn die Wespen nehmen den süßen Geruch noch nach Stunden wahr.
Ob bei Grillfesten oder Kindergeburtstagen, ein bischen Planung und Vorbereitung sorgt dafür, vorhersehbaren Ärger mit Wespen zu vermeiden.

Experten raten: „Decken Sie Lebensmittel im Freien ab und räumen Sie alle Reste nach der Grillparty sofort wieder weg. Wichtig ist es auch den Kindern nach dem Essen den Mund abzuwischen, um die Wespen nicht anzulocken.“
Wespen können von auch von Gerüchen wie Parfum, Cremes, Holzmöbelpolitur und süßen Speisen angelockt werden, aber auch bunte Kleidung hat für sie ihren Reiz.
Gartenbesitzer mit Obstbäumen sollten dafür Sorge tragen, dass reifes Obst rechtzeitig abgeerntet bzw. aufgesammelt wird. Weiterhin sollte man immer den Mülleimer und Kompost abgedeckt halten. Damit Wespen nicht ungebeten in der Wohnung erscheinen, kann man einfach in der kritischen Zeit eine Fliegengaze vor das Fenster anbringen.

Auf keinen Fall Wespen wegpusten!

Es gibt kaum Menschen, die sich nicht gegen einen anfliegenden gelb-schwarz-gestreiften Brummer am liebsten zu Wehr setzen möchten, der ihm zu nahe kommt. Doch hier gilt es tatsächlich besser die Ruhe zu bewahren und auf keinen Fall die Wespe anzupusten. Der Kohlendioxid-Gehalt der Atemluft macht Wespen besonders aggressiv.

Wespen abwehren mit "Zitro-Nelkenduft"
Wespen abwehren mit „Zitro-Nelkenduft“

Wespen weglocken – oder abschrecken

Wer eine Gartenparty vorbereitet, oder seinen Balkon vor Wespen schützen möchte, kann sich die Verhaltensweise der Wespen zu Nutze machen. Süße Lockangebote locken Wespen nicht nur an, man kann die Hautflügler auch „weglocken“. Halb aufgeschnittene Weintrauben in einer Schale sind eines der besten Mittel, um in einiger Entfernung Lockangebote zu schaffen.

Auch eine Duftglocke kann helfen, denn Wespen mögen bestimmte Gerüche überhaupt nicht! Aufgeschnittene Zitronen mit eingesteckten Gewürznelken verbreiten über Stunden einen für Wespen unangenehmen Geruch, der abschreckend wirkt.

Auf dem Balkon oder neben Gartentüren hilft ein altes Hausmittel, das auf dem Schlüsselreiz-Konzept beruht. Wespen respektieren nämlich andere Wespennester und müssen mit Angriffen gegnerischer Wespen rechnen, wenn sie in deren Bereich einfliegen. Und so hilft eine einfache, geschickt zusammengeknüllte Papierkugel aus Packpapier, die als „Wespenschreck“ funktioniert. Diese Papierkugel ahmt die Form eines Wespennestes nach, wenn sie mit einer glatten Außenseite sichtbar ist. Es funktioniert ohne Chemie, ganz umweltfreundlich – nur mit „Wespen-Psychologie“.

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m/s