Dienstag, 24. Oktober 2017
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Wie schlau werden Berliner Schulen?

SLP - Stein - Flagge

Berlin hat eine große Schulbau-Tradition, die eng mit dem Städtewachstum der Gründerzeit und großen Architekten-Namen verbunden ist. Mehrere Schulen von Ludwig-Hoffmann erinnern auch heute noch in Pankow an diese Zeit.
Auch in neuerer Zeit entstand in Berlin eine gute Schularchitektur. Zu letzt am 22. April 2009 eröffnete der damalige Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) die Ausstellung „Schularchitektur – Architektur schult“ in der Wandelhalle des Berliner Abgeordnetenhauses.

Die Ausstellung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zeigte die Bauten von 16 Oberstufenzentren sowie der Ballett- und Artistenschule des Landes Berlin, die im damaligen „Ergänzungsprogramms für Oberstufenzentren (OSZ)“ entstanden, das der Berliner Senat im Juni 1993 auf der Grundlage eines Beschlusses des Abgeordnetenhauses von Berlin verabschiedet hatte.

Senatsbaudirektorin, Frau Regula Lüscher erinnerte an die damalige Bautradition: „… trotz aller notwendigen Sparzwänge entstand in enger Zusammenarbeit von Architekten und Vertretern von Bau- und Schulverwaltungen eine gute und deutschlandweit vielbeachtete Schularchitektur.“

Unter Ägide von Senator Andreas Geisel (SPD) ist der Berliner Schulbau in eine neue Phase eingetreten:

Schulen werden mit rot bis bunten „modualren Schulergänzungsbauten“ in Systembauweise erweitert: Hübsch anzuschauen, pragmatisch und nach modernen ENEV-Anforderungen, die allerdings nicht die Be- und Entlüftung betreffen. Moderne White-Boards signalisieren moderne „Pädagogik“ – doch die Bauten entsprechen nicht den modernen pädagogischen Konzepten der „inklusiven Schule“ und modernen Gruppen- und Ganztagsunterricht. Es sind Notlösungen einen sparenden, reparierenden und nicht mehr planungsfähigen Verwaltung.

Die Wahlplakate „Berlin bleibt schlau“ lesen sich wie eine Drohung, die bisherige „Schlaumeierei“ im Schulwesen fortzusetzen.

Wahlprüfstein: Schulentwicklungskonzept Berlin

Fragen Sie Ihre Wahlkreiskandidatinnen und Kandidaten: wie soll die künftige Schulentwicklung in Berlin weitergehen? Die Bereitstellung von Finanzmitteln allein ist noch kein Konzept!

– sollen Schulen neben Autobahnen und Hauptstraßen mit hoher NOx- und Feinstaubbelastung entstehen?
– sollen Kapazitätsprobleme weiter durch modulare Ergänzungsbauten gelöst werden?
– wie werden moderne schulpädagogische Anforderungen in der Architektur umgesetzt?
– wird es eine Lösung nach dem Hamburger Modell geben?
– wird es mehr Architekten-Aussschreibungen und mehr kreative Architektur geben?
– was ist mit einer multifunktionalen Nutzbarkeit von Schulbauten?
– kann man die Umnutzung von Schulen voraus planen, wenn Schülerzahlen wieder sinken?
– will man weiter nur Standort für Standort planen, oder ein bezirksweites Konzept planen?
– wie sieht ein modernes Schulentwicklungskonzept für eine Creative City aus?
– braucht Berlin einen Bausenator mit Architektur- und Städtebau-Kompetenz?

Weitere Informationen:

Moderne leistungsfähige Schulbauten | 20.06.2016 | Pankower Allgemeine Zeitung

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a/m