Samstag, 21. Oktober 2017
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Wir wollen die Spiele!

Wir wollen die Spiele! Berlin für Olympia

Kommentar /// – Endlich kommt in Berlin die Olympia-Debatte in Gang! Ablehnung überwiegt, doch die aktuelle Lage ist für die europäische Metropole Berlin nur als sonderlich und abstrus zu bezeichnen:

„Olympia-Infrastruktur längst da – politische Neuronen kaputt! Phantasie auch kaputt!“

Berlin hat allerlängst seit 1936 eine Olympia-Infrastruktur. Die Flächen und Grundstücke sind gesichert – kaum Zukäufe notwendig. Das alte Olympiadorf im brandenburgischen Elstal liegt 18 Kilometer vom Olympiastadion entfernt – eine sichere und verkehrsgünstige Lage schon damals. Es steht unter Denkmalsschutz – und hat den entscheidenden Nachteil: es liegt nicht in Berlin, sondern im landgemütlichen Land Brandenburg.

Das fehlt: eine Grundinstandsetzung vieler Anlagen von Olympia 1936 – doch rund 50-60% sind in der Struktur und Statik fertig, einschl. Olypiastadion. Sanierung hier, Grundsanierung da, vor allem die allerletzte Anpassung an moderne EU-Bau- und Brandschutznormung und an Sportstättenbau-Richtlinien fehlt.

Die gescheiterte Olympiabewerbung 2000 hat eine schlecht ausgelastete, aber immer noch moderne Infrastruktur geschaffen, die heute praktisch nur im ohnehin laufenden Betrieb Renovierung und Instandsetzung erfordern: Velodrom, die Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) und die Max-Schmeling-Halle sind praktisch neu. Sie könnten alle mehr Auslastung und mehr Sportereignisse vertragen und austragen.

Ein wichtiger Sanierungsfall bleibt, der aber ohnehin umgebaut und zukunftsfähig gemacht werden muß: der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark muß für rund 150 Mio. umgebaut und modernisiert werden, und ist ein weltweit sichtbares Leuchtturmprojekt für die Paralympics – falls man die fußläufige Anbindung an den Olympiabahnhof Gesundbrunnen entdeckt!

Noch eine wichtige Sport-Infrastruktur existiert schon seit sehr, sehr langer Zeit: das Wasser auf den Segel- und Ruderstrecken ist schon seit Jahrhunderten da, nur ein paar Bojen fehlen! Ruderstrecke in Berlin-Grünau, Wettsegeln auf dem Jungfernseee vor Potsdam, auf Havel und Wannssee – es gibt sogar genug Freizeitdampfer, die als schwimmende Tribühnen verankert werden können.

Was fehlt in Berlin?

Was in Berlin fehlt: „Die intellektuelle und mentale Ausstattung für das Regieren einer Metropole ist kaputt! In Berlin sind die „politischen und strategischen Neuronen kaputt! Es fehlt nicht nur ein heilsamer Schock, sondern ein in der Stadt notwendiger Denkprozeß, der Mut zu Zukunftsgestaltung organisiert, und aus den Nöten des Tages auch strategische Funken für eine Verbesserung der Lage schlagen kann!

Natürlich muß Geld ausgegeben werden – um 2024 auf modernen Stand zu sein. Wahr ist aber auch: nicht genutzte, vor sich hingammelnde Bauten und Grundstücke kosten auch Geld, und zwar nur wegen mangelnder Ideen, fehlenden Mut, auch Wagemut!
Nicht genutzte Infrastruktur, die verfällt ist sogare teurer, als eine gut aufgebaute und sanierte Infrastruktur! Denn als Stadt der Ruinen wäre die Stadt Berlin nur für Fotobände attraktiv.

Berlin hat neben der Vielfalt, Urbanität und Kultur eine große Chance, nicht nur Olympia- sondern auch Sport- und Gesundheitsstadt zu sein!

Visionen sind notwendig und sind die Basis für einen Konsens

Die Vorstellung – was sein kann, sollte heute nicht nur abschätzig als „Vision“ verunglimpft werden. Tatsächlich sorgen heute Zukunftsentwürfe und Ideen für kreative Spannung, Entwicklung, Interesse und Aufmerksamkeit.

Eine Metropole, die sich nicht ständig selbst neu erfindet, ist eine tote Zone, wie heute Detroit. Wir müssen uns heute in Berlin selbstkritisch befragen: Hat der Geist von Posemuckel von uns allen Besitz ergriffen?

Sorgt eine große Vision, die sich aus vielen Entwürfen und Details sinnvoll zusammensetzt, nicht auch für einen „Stadtkonsens“?

Sind uninspirierte „Politik-Neuronen“ und „Spar-Kleingeisterei-Neuronen“ der Bürger womöglich in Berlin eine unheilige Allianz eingegangen? Ist Berlin an „Klein-Kleckersdorferitis“ erkrankt?

Leben in den zuständigen Behörden Angst, Mutlosigkeit, Ideenlosigkeit und Wichtelmausigkeit? Ist man heute schon praktisch „ideenlos-wehrlos“ gegen Investorengier und lupenreine Raster- und Zaster-Ideen?

Wozu werfen wir Geld für ein „Senatsbaudirektoren-Mäuschen“ aus dem Fenster, wenn die Stadt nur vollgewürfelt – statt entwickelt wird?

Braucht eine Metropole nicht beständig eine Vision von sich selbst, die ein besseres Morgen anvisieren hilft? Sorgen kluges Geldausgeben, Investieren und Bauen nicht für Arbeit, Wachstum und Wohlstand? Haben wir die ökonomischen Grundregeln verlernt und bei der EZB abgegeben?

Letze Mahnung vor dem Absturz

„Wir wollen die Spiele! – dieser Aufruf ist die letzte Mahnung, bevor Berlin eine strukturelle Bauchlandung hinlegt, und langweilige Gemütlichkeits-, Senioren-Metropole und Hauptstadt der Kaffee-Kränzchen wird.

Ideen für die Spiele! Synergien für die Spiele! – das wird die Aufgabe sein, denn auch ohne 6 Wochen Olympia wäre Berlin attraktiv, wenn die Stadt sich jeden Tag so wie ein olympischer Gastgeber vorbereitet sehen darf!

Berlin ist tatsächlich voller guter Ideen, voller kreativer Menschen, in allen Zukunftssparten von Innovation, Technologie, Bauen, Sport, Kunst und Kultur und Wissenschaft.

Wir brauchen die Spiele auch als gemeinsame Herausforderung!

Weitere Informationen:

Hier kann abgestimmt werden: Ihre Stimme für Berlin 2024:

wirwollendiespiele.de

Ideen für die Spiele:

„Sportbad des Jahres 2014“ in Prenzlauer Berg | 19.01.2015 | Pankower Allgemeine Zeitung

Olympiabahnhof Gesundbrunnen | 18.01.2015 | Michael Springer | Pankower Allgemeine Zeitung

Ideenwettbewerb: “Auberge de Berlin” | 17.12.2014 | Michael Springer | Pankower Allgemeine Zeitung

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