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Wolkenkuckucksheim am Alex auf unsicheren Baugrund

Hines: Hochhausturm am Alexanderplatz

Die Berliner Hochhaus-Debatte wird durch das Bauvohaben des US-Investors Hines neu belebt. Nach Entwurf der Architekten Gehry Partners aus Los Angeles soll ein knapp 150 Meter hoher Wohnturm am Alexanderplatz entstehen. Der Hochhausentwurf sieht vor allem 300 Eigentums-Wohnungen vor. Erstmals nach 40 Jahren will der Investor damit das höchste Wohnhochhaus in Berlin bauen.

Doch die Pläne sind in höchster Gefahr, weil man am Alex nicht nur auf historischen Grund, sondern auch in einem alten eiszeitlichen Urstromtal bauen will. Der Wohnturm steht mit seiner Tiefgründung im Grundwasserstrom, der Berlin Mitte auf breiter Front durchzieht.

Bauplanung und Bahgenehmigung sind praktisch fertig, doch das Hochhausvorhaben am Alexanderplatz 3 hat einen bedeutenden Nachbarn, der ein nachbarschaftliches Einspruchsrecht hat. Es sind die Berliner Verkehrsbetriebe, die einer nachbarschaftlichen Vwereinbarung nicht zustimmen können.

Die Berliner Zeitung berichtete zuerst: Bei einer Havarie auf der Baustelle könnten über ein Dutzend Bahnhöfe mit Grundwasser geflutet und der U-Bahnbetrieb massiv beeinträchtigt werden, schreibt BVG-Chefin Sigrid Nikutta in einem am Mittwoch bekannt gewordenen Brief an den BVG-Aufsichtsrat.

Hines Geschäftsführer Christoph Reschke will zwar umfassende Garantien geben, und die Baustelle mit Wasser-Schotten abdichten, sowie ein Versicherungskonzept erstellen. Doch es scheint Restrisiken zu geben, denn die BVG-Bauabteilung hat eine große Kompetenz und hat auch schlechte Erfahrungen am Leipziger Platz mit undichten Tunneln gesammelt.

Die Bodenverhältnisse in Berlin erfordern eine umfassende Risikobetrachtung, denn ein Hochhausturm steht praktisch wie ein Brückenpfeiler im Grundwasserstrom. Da das Wasser seinen Weg finden muss, könnten ausgerechnet am U-Bahnhof Alexanderplatz Schäden durch Strömungsänderungen, verbunden mit Erschütterungen entstehen. Schon kleine Risse oder freigepülte Tunnelabdichtungen an den alten U-Bahn-Tunneln könnten sich katastrophal auswirken.

Das Thema muß nun BVG-Aufsichtsrat und Berliner Senat beschäftigen. Wird das Baurisiko zu hoch, muss das Hochhausprojekt aufgegeben werden.

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