Donnerstag, 25. Mai 2017
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der Dentalphobie

Zahnarztangst: Ursachen und Therapie
der Dentalphobie

Zahnbehandlung bei Kindern

Die Furcht vor dem Zahnarzt, in der medizinischen Fachbezeichnung Dentalphobie genannt, ist eine weit verbreitete Erscheinung. Vielen Betroffenen bereitet der Gedanke an alles, was mit der Zahnbehandlung zu tun hat, so große Angst, dass ein Besuch beim Zahnarzt große Überwindung kostet oder unmöglich wird. Da die Zahnprobleme ohne Behandlung zunehmen, entsteht ein Teufelskreis. Dies wirft die Frage nach den Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Dentalphobie auf.

Überblick und Verbreitung

Die Anzahl der von Dentalphobie Betroffenen steigt. Verschiedene Befragungen und Studien legen nahe, dass zwischen 10 und 15 Prozent der Deutschen die Angst vor dem Zahnarzt teilen. Während diese anerkannte Phobie lange nicht hinreichend berücksichtigt oder ernst genommen wurde, macht sich die Krankheit anhand typischer Angstsymptome bemerkbar. Betroffene leiden oft schon beim Gedanken an eine Zahnbehandlung unter erhöhter Herzfrequenz, Schweißausbrücken und manchmal sogar schon unter Schmerzen, sobald sich der Zahnarzt den Zähnen nur nähert.

In der Folge nehmen Betroffene Zahnarztbesuche seltener wahr und vermeiden den Gang zum Zahnarzt, so lange sie es ertragen können. Dies begünstigt eine zunehmende Verschlechterung der Zahngesundheit. Die Bildung von Karies und Zahnstein schreitet immer weiter voran und im schlimmeren Fall entsteht eine Parodontitis, die eine Wurzelbehandlung erforderlich macht. Der Teufelskreis aus Angst und Vermeiden stellt damit ein ernsthaftes gesundheitliches Problem dar, gegen das die Betroffenen nicht nur im Sinne der Zahngesundheit vorgehen sollten.

Mögliche Ursachen

In vielen Fällen entwickelt sich eine Dentalphobie im Zusammenhang mit traumatisierenden Ereignissen im Zusammenhang mit einer Zahnbehandlung. Während viele Traumata im Kindes- und Jugendalter wurzeln, ist ihre Entstehung auch bei Erwachsenen möglich. Wichtig ist der Ablauf des ersten Zahnarztbesuches. Verläuft dieser ohne Komplikationen, so sinkt die Wahrscheinlichkeit auf Entstehung einer Dentalphobie, da gegenüber zukünftigen Besuchen ein positives Verhältnis entwickelt wird.

Häufig wird auch beobachtet, dass die Angst vorm Zahnarzt von Eltern an Kinder weitergegeben wird und damit zu einem generationenübergreifenden Problem wird. Eltern übernehmen in Bezug auf ihre Kinder hier eine Vorbildfunktion. Wenn Eltern hinsichtlich eigener Zahnarztbesuche bereits Unsicherheit ausstrahlen, so überträgt sich das Unbehagen auch auf den Nachwuchs. Angst vor Zahnarztbesuchen kann jedoch auch bei erfolgreicher erster Behandlung und bei positiver Grundeinstellung entstehen. Viele Zahnpatienten empfinden bereits die Erfahrung des Kontrollverlusts auf dem Behandlungsstuhl als unangenehm bis furchteinflößend.

Angsttherapie bei Kindern und Erwachsenen

Therapien gegen Dentalphobie setzen in der allgemeineren Angsttherapie an. Therapieziel ist es, Betroffenen aufzuzeigen, mit welchen einfachen Mitteln sie der Zahnarztangst selbst entgegenwirken können. Diese Form der Angsttherapie ähnelt Methoden verhaltenstherapeutischer Maßnahmen in der Psychologie. Die Angststörung ist insoweit zu lindern, dass Patienten wieder bereit sind, notwendige Zahnbehandlungen durchführen zu lassen. Es empfehlen sich kleinere Konfrontationstrainings, bei denen jeweils kleinere und unproblematische Eingriffe vorgenommen werden. Diese sollen Betroffene an die Zahnbehandlung gewöhnen, um somit den Weg in die Normalität größerer Eingriffe zu ebnen. Zahnärzte, die sich auf Dentalphobie verstehen können durch besonders vorsichtige Vorgangsweise verhindern, dass der Gedanke an Angst aufkommt.

Bei Kindern empfiehlt sich der erste Zahnarztbesuch im Alter von zwei bis drei Jahren bei einem ausgewiesenen Kinderzahnarzt. Bei diesem ersten Besuch ist meist nur eine Analyse der Zahngesundheit und noch keine Behandlung erforderlich, so dass Kinder Vertrauen aufbauen können. Eltern können Kinder dabei unterstützen, den Zahnarztbesuch stressfrei zu gestalten und somit Angst erst gar nicht entstehen zu lassen. Hierzu bietet es sich an, die Kinder mit zu einem eigenen Zahnarztbesuch zu nehmen, damit sie sehen, dass die Eltern auch keine Angst haben. Zudem sollten Eltern den Kontakt zwischen Kind und behandelndem Arzt unterstützen, indem sie Kinder etwa selbst auf Fragen antworten lassen und die Erklärungen dem Zahnarzt überlassen. Auch Lob und Belohnung nach gemeisterten Behandlungen sind im Hinblick auf zukünftige Behandlungen von Vorteil.

Fazit

Gegen die Angst vor Zahnbehandlungen gibt es zahlreiche Methoden. In hartnäckigeren Fällen empfiehlt sich der Gang zu einem Zahnarzt, der auf Angstpatienten spezialisiert ist. Die psychologische Verhaltenstherapie hält viele Methoden und Techniken bereit, Dentalphobien zu überwinden, so dass notwendige Behandlungen und Routineuntersuchungen wieder problemlos möglich sind.

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m/s