Von Bart Veenstra
Öffentliche WLANs sind bequem, kostenlos und leider oft gefährlich. Ob in Cafés, Bahnhöfen oder Einkaufszentren: Wer sich ohne Absicherung in ein frei zugängliches Netzwerk einloggt, setzt seine privaten Daten einem erhöhten Risiko aus. Besonders Menschen mit geringem Einkommen oder ohne stabiles Heimnetz greifen aus praktischen Gründen auf öffentliche Hotspots zurück. Doch was auf den ersten Blick wie ein nützlicher Service wirkt, kann schnell zur Falle werden.
Im folgenden Beitrag erklären wir, woran Sie unsichere WLAN-Netze erkennen, welche Risiken bestehen und wie Sie sich effektiv schützen können.
1. Fehlender Passwortschutz
Ein erster Hinweis auf ein unsicheres Netzwerk ist das Fehlen eines Passworts. Wenn Sie sich ohne Anmeldung und Verschlüsselung verbinden können, ist meist auch der Datenverkehr nicht geschützt. Das bedeutet: Andere Nutzer im selben Netzwerk können mit wenig Aufwand mitlesen, welche Seiten Sie aufrufen, welche Formulare Sie ausfüllen und in manchen Fällen sogar Passwörter und Login-Daten abfangen.
Tipp: Vermeiden Sie grundsätzlich Netzwerke ohne Passwort oder schützen Sie Ihre Verbindung mit einem virtuellen privaten Netzwerk (VPN), das Ihre Daten verschlüsselt.
2. Namen von Netzwerken, die vertrauenswürdig klingen
„Kostenloses_WLAN_Cafe“, „Bahnhof_Free“ oder „McWLAN“: Solche Netzwerknamen klingen harmlos, sind aber leicht zu fälschen. Kriminelle erstellen gezielt sogenannte „Evil Twin“-Netzwerke, die legitimen Hotspots ähneln. Wer sich versehentlich damit verbindet, wird in vielen Fällen automatisch auf präparierte Seiten geleitet – mit dem Ziel, sensible Daten abzugreifen.
Woran Sie echte Netzwerke erkennen: Fragen Sie beim Personal nach dem offiziellen WLAN-Namen. Achten Sie darauf, ob nach einer Verbindung ein Anmeldeportal erscheint – viele seriöse Anbieter nutzen diese Funktion als Zwischenschritt.
3. Unerwartete Weiterleitungen beim Surfen
Ein klassisches Warnsignal: Sie öffnen den Browser und landen sofort auf einer Seite, die nichts mit Ihrer gewählten Adresse zu tun hat. Oft handelt es sich dabei um gefälschte Login-Portale, Download-Angebote oder Werbeeinblendungen. In einigen Fällen wird sogar versucht, Schadsoftware auf Ihr Gerät zu schleusen.
Was tun? Trennen Sie die Verbindung sofort und führen Sie einen Virenscan durch. Nutzen Sie öffentliche Netzwerke grundsätzlich nie ohne aktive Schutzsoftware und ein VPN – vor allem dann, wenn Sie persönliche Daten eingeben oder Konten verwalten.
4. Fehlende Verschlüsselung im Browser (kein HTTPS)
Achten Sie in öffentlichen WLANs verstärkt auf die Adresszeile: Beginnt die URL mit „https://“, ist die Verbindung zur jeweiligen Webseite zumindest serverseitig verschlüsselt. Fehlt dieses „s“ (also nur „http://“), übertragen Sie Daten im Klartext – für andere im Netzwerk potenziell lesbar.
Unser Rat: Vermeiden Sie in offenen WLANs den Besuch von Seiten ohne HTTPS – insbesondere dann, wenn Sie Formulare ausfüllen, sich einloggen oder Zahlungen vornehmen.
5. Öffentliche Netzwerke am Fernseher? Auch hier aufpassen
Immer mehr Menschen nutzen Streaming-Dienste nicht nur auf dem Laptop oder Smartphone, sondern auch am Fernseher – etwa mit einem Apple TV oder Fire TV Stick. Doch auch hier gilt: Wird das Gerät über ein öffentliches WLAN verbunden, ist der Datenverkehr potenziell einsehbar. Ein VPN auf Apple TV kann helfen, die Verbindung zu verschlüsseln – für mehr Privatsphäre beim Streaming und zusätzlichen Schutz bei sensiblen Anwendungen.
Fazit: Vorsicht ist besser als Datenklau
Öffentliche WLANs sind nicht per se unsicher – aber sie erfordern Aufmerksamkeit und Schutzmechanismen. Wer die oben genannten Warnsignale kennt und einfache Schutzmaßnahmen wie ein VPN oder aktuelle Antivirensoftware nutzt, kann auch unterwegs sicher im Netz unterwegs sein.
Gerade Menschen, die ohnehin auf kostenlose Angebote angewiesen sind, verdienen funktionierende Sicherheitslösungen, die leicht verständlich und zuverlässig sind. Der Schutz Ihrer Privatsphäre beginnt mit Aufklärung und mit der Entscheidung, sich nicht blind auf jedes öffentliche Netzwerk zu verlassen.
