Freitag, 30. Januar 2026
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Rebhuhn ist der Vogel des Jahres 2026

Rebhühner ((Perdix perdix)

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026. Der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und der Naturschutzbund Deutschland wählten in einer Online-Abstimmung. Mehr als 80.000 Stimmen votierten für das Rebhuhn. Der zweite Platz ging an die Amsel, ihr folgten zwei Eulenarten.

Das Rebhuhn (Perdix perdix) gehört zur Familie der Fasanenartigen (Phasianidae). Sie zählen zur Ordnung der Hühnervögel (Galliformes). Die ersten schriftlichen Zeugnisse zum Rebhuhn findet man bei dem schwedischen Botaniker und Politiker Carl von Linné aus dem Jahr 1758.

Rebhühner werden zirka 30 Zentimeter groß, Weibchen sind etwas größer als Männchen. Aus der Ferne wirken sie grau, man kann sie leicht mit anderen Huhnarten verwechseln, zum Beispiel mit Rothühnern oder Chukarhühnern.
Aus der Nähe fällt die Unterscheidung leichter. Dann erkennt man das charakteristische braun-graue Gefieder mit rostrotem Kopf und dem dunklen Brustfleck. Besonders in Feldfluren bietet diese Farbkombination eine ideale Tarnung.

Getreidefelder, Feldraine und Feldfluren, die durch Hecken begrenzt sind, bieten heute ideale Lebensräume für Rebhühner. Die Vögel sind laufstark und können nur kurze Strecken, nahe des Bodens fliegen. Das liegt an den kurzen Flügel und dem kurzen Schwanz, die nur kurze Distanzen tragen können.

Auch in Berlin gibt es wilde Rebhühner

In Berlin findet man frei lebende Rebhühner in manchen naturnahen Gebieten, die ihre landschaftlichen Vorlieben aufweisen. Parkflächen in Lübars, Freizeitpark Marienfelde, Wuhletal und in den Randgebieten zu Brandenburg sind Heimat einiger weniger Exemplare. Das Rebhuhn gilt als stark gefährdet und ist vom Aussterben bedroht.

Rebhühner vertrauen auf Ihre Tarnung und halten bei drohender Gefahr erstmal still. Beim Menschen ist die Fluchtdistanz besonders niedrig, sie beträgt nur 10 bis 20 Meter. Rebhühner haben sich durch Ihren feldnahen Lebensraum an menschliche Nähe gewöhnt.

In Feld und Flur sollte man ihren Sicherheitsabstand respektieren und sie nicht beunruhigen. Rebhühner vertrauen darauf, dass von Menschen keine Gefahr ausgeht. Sie können auch zwischen Menschen und ihren Fressfeinden unterscheiden.

In Deutschland und Europa sind die Bestände durch intensive Landwirtschaft stark eingebrochen. Rebhühner ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Getreide. Landwirtschaftliche Monokulturen bieten nicht genug Nahrungsangebot um das Überleben der Rebhühner zu sichern. So sind sie heute in naturnahen Flächen mit hochwachsenden Gräsern und verwilderten Hecken und Waldsäumen zu finden.

Küken brauchen dringend Insekten

Rebhuhnküken brauchen in den ersten Wochen zu etwa 95 % Insektennahrung. Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft hat leider den Insektenbestand auf Feldern und umliegenden Fluren enorm reduziert. So finden auch Rebhuhn-Küken nur ein spärliches Nahrungsangebot. Die starke Bedrohung durch Fressfeinde wie Füchse und Greifvögel, kommt dazu. Viele Rebhuhnküken schaffen es daher nicht bis zum Erwachsenalter.

Die IUCN (International Union for Conservation of Nature), die Weltnaturschutzunion bestätigt den Rückgang des Rebhuhnbestands um 90% in Europa seit 1980. Die Organisation hat das Rebhuhn auf Platz 2 (stark gefährdet) der Roten Liste gesetzt.

Um den Rebhuhnbestand wieder zu vergrößern, wurde das Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ ins Leben gerufen. Mehrere Akteure haben sich dafür zusammen geschlossen, darunter der Dachverband Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA), der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) und die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen.

Jeder kann beim Rebhuhn-Projekt mitmachen

Das Verbundprojekt dauert sechs Jahre und wird in zehn Projektgebieten in acht Bundesländern umgesetzt. Das Ziel ist, Schutzmaßnahmen für Rebhühner auf landwirtschaftlichen Flächen einzurichten. Dazu zählen die Errichtung von Brachen, Blühflächen, Feldrainen und Hecken. Eins der Gebiete befindet sich in Brandenburg, Uckermark. Der Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide (LPV) ruft zur Unterstützung auf. Regelmäßig werden Freiwillige gesucht, die bei Monitoring des Rebhuhns helfen möchten.
Informationen gibt es unter: www.rebhuhn-retten.de/wissenswertes/monitoring

Ein Schulungsvideo steht online zur Verfügung:

Bei Fragen zum Monitoring:
Johanna Trappe, Dachverband Deutscher Avifaunisten: 0251 210140 018 | trappe@dda-web.de

Weitere Informationen:

www.rebhuhn-retten.de

umweltinstitut.org/rebhuhn

www.rote-liste-zentrum.de

www.bfn.de

a/m