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Verstaatlichung von Fluggesellschaften ist keine Lösung!

Löschflugzeug vom Typ Dromader PZL M18 B

/// Glosse /// – Als Antwort auf die Klimakrise hat der Parteivorsitzende Bernd Riexinger die Verstaatlichung von Fluggesellschaften gefordert. „Dass Flugreisen unverantwortlich billig geworden sind, hängt auch damit zusammen, dass man den Flugverkehr privatisiert hat“, sagte Riexinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Riexinger betonte: „Kapitalismus verträgt sich nicht mit Klimaschutz.“ Die Logik des Kapitalismus sei, dass man noch höhere Profite mache als der Konkurrent. „Diese Logik lässt sich nicht vereinbaren mit ökologischem und sozialem Wirtschaften.“

Doch Riexingers Thesen stimmen nicht! Weder im Kleinen, noch im Großen!

Beispiel privates und staatliches Löschen aus der Luft

Das einzige in Deutschland betriebene private Löschflugzeug vom Typ Dromader PZL M18 B bringt rund 8000 Liter Löschwasser pro Stunde zum Einsatzort. Die Kosten pro Flugstunde betragen rund 2500 Euro. Das ermöglicht Liter-Preise, die einem billigen Mineralwassers im Supermarkt entsprechen.

In gemeinsame Übungen mit Heer und Bundespolizei konnte gezeigt werden, wie effektiv und kostengünstig Löschflugzeuge im Vergleich zu Hubschraubern mit Löschwasseraußenbehältern sind. Für die gleiche Menge Löschwasser benötigten bei einer gemeinsamen Übung zwei Hubschrauber (1x Superpuma und 1x EC 135) ebenfalls 1 Stunde. Die Kosten pro Flugstunde für beide Hubschrauber betragen zusammen 12.000 Euro. (Superpuma 8.000 Euro und EC 135 4000 Euro). Pro Liter Wasser verteuert sich der Preis auf den Preis eines Premium-Mineralwassers.

Flugbereitschaft der Bundeswehr als Negativbeispiel

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr ist ein besonderes Beispiel, wie schlecht eine verstaatlichte Fluggesellschaft in einem High-Tech-Land funktioniert. Maschinen der Flugbereitschaft flogen im Jahr über 800 Mal leer von ihrem Standort Köln/Bonn zu den Berliner Stadtflughäfen Tegel oder Schönefeld, um hier Passagiere an Bord zu nehmen, die den Flug angefordert hatten. Die Leerflüge in den vergangenen drei Jahren 2016-2018 hatten durchschnittlich mehr als 4200 Tonnen CO2 pro Jahr verursacht.
Eine Verlegung der Flugbereitschaft der Bundeswehr nach Berlin wäre beim derzeitigen schlechten Wartungszustand der Maschinen vermutlich auch ein Sicherheitsproblem. Mehrere Ministerreisen und sogar Reisen der Bundeskanzlerin waren verpätet oder sogar geplatz. Ein Flugzeug legte in Berlin eine Bruchlandung hin.

Die Bundeswehr als nächstgrößere staatliche „Fluggesellschaft“ ist nicht einmal mehr in der Lage, die für die Landesverteidigung beschaffte Luftflotte der Eurofighter flugfähig zu halten. 2018 waren nur vier von über 128 Eurofighter-Kampfjets einsatzbereit.
Inzwischen sollen 39 Eurofighter einsatzbereit sein. Von 72 CH-53-Transporthubschraubern sind nur noch 16 flugfähig. Inzwischen fliegen so wenige Flugzeuge der Bundesluftwaffe, dass die notwendigen Übungsstunden zur Aufrechterhaltung von Pilotenlizenzen nicht mehr ausreichen. Bundeswehrpiloten nehmen sogar Flugstunden bei privaten Fluggesellschaften, um ihre Berufslizenz nicht ganz zu verlieren.

Nun kommt noch ein ganz besonderes Beschaffungsproblem auf den Steuerzahler zu: während „kapitalistische Fluggesellschaften“ ihre Flieger gut warten, und am Ende der Nutzungszeit an ebenso „kapitalistische Leasinggesellschaften“ zurückgeben, die die Maschinen dann meistbietend veräußern oder als Ersatzteillager nutzen, beschafft die Flugbereitschaft der Bundeswehr völlig neue Maschinen, für die auch moch die gesamte Bodenlogistik und Technik neu beschafft werden muss. Ab 2020 werden drei Airbus A350-900 die Flotte der Flugbereitschaft des BMVg verstärken. Kosten: 1,2 Milliarden Euro.

Bernd Riexinger hätte sich das eigentlich auch selbst attestieren können: eine Verstaatlichung ist keine Lösung für das Klimaproblem.

Knallharter Kapitalismus und private Initiative sind die Lösung für das Klimaproblem!

Die Europäische Union könnte im weltweiten Luftverkehr ein Zeichen setzen, und künftig das Flugzeug-Leasing neu durch eine Preisverordnung regeln. Demnach müssen für den jährlichen CO2-Ausstoß der Triebwerke künftig CO2-Preise mitgezahlt werden, aus deren Einnahmen Aufforstungen, Moor-Rekultivierung, Humuswirtschaft und neue CO2-neutrale Treibstoffe finanziert werden.

Nur Löschflugzeuge sollten eine Ausnahme eingeräumt bekommen, weil sie Wälder schützen und die unkontrollierbare Freisetzung von Treibhausgasen verhindern.

Fluggäste, die ihre Flugscham überwinden wollen, und gleichzeitig etwas für Umwelt und Klima tun, könnten mit neuen sozial-marktwirtschaftlichen Reiseangeboten aktiv werden: Work-Camps zur Rekultivierung, Brunnenbau und Bau von Wasserspeichern und Teichen und Aufforstungs- und Landbauprojekte könnten genutzt werden, um aus Tourismus eine funktionierende CO2-Kreislaufwirtschaft zu machen!

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m/s
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