Montag, 21. August 2017
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Ausstellung: 250 Jahre Brosehaus

Brosehaus Aquarell von H.-Jürgen Malik

Im Jahr 1764 wurde das kleine Traufenhäuschen am Eingang zum heutigen Brose-Park durch Johann Gottfried Palm, Küster zu Pankow, als Alterssitz gebaut. Das 250-jährige Jubiläum des heute „Brosehaus“ genannten denkmalgeschützten Gebäudes ist Anlaß für eine neue Ausstellung, die am 24. August um 15 Uhr eröffnet wird.

Brosehaus Aquarell von H.-Jürgen Malik
Brosehaus Aquarell von H.-Jürgen Malik

Das Brosehaus ist heute Sitz des am 26. September 1991 gegründeten “Freundeskreis der Chronik Pankow e.V.” , der als anerkannter Verein von Pankower Bürgern, der Stadtbezirkschronik von Pankow und die heimatgeschichtliche Arbeit fortschreibt, dokumentiert und an geschichtsinteressierte Besucher vermittelt.

Der Verein hat heute rund 60 Mitglieder und nutzt das Brosehaus über die heimatgeschichtliche Arbeit hinaus auch für vielfältige kulturelle Aktivitäten und Ausstellungen.

Brose-Haus in Niederschönhausen
Brose-Haus in Niederschönhausen – © Visit Pankow – www.visitpankow.de

Blick in die Pankower Geschichte

Nach dem Tod von Küster Palm wechselte das Traufenhäuschen mehrfach den Besitz und hat bis heute eine wechselvolle Geschichte, die die Zeitläufte der Pankower Geschichte wiederspiegeln.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für wohlhabende Berliner Bürger immer beliebter, Grundstücke in Niederschönhausen als Sommersitz zu erwerben. So kamen 1787 u.a. auch die Bankiers Christian Christoph Engel und Heinrich Friedrich Fetschow hierher. Das Palm’sche Häuschen stand zu dieser Zeit leer, wurde von Bankier Engel gemietet und 1789 schließlich erworben.

Zu den bedeutendsten Sommergästen gehörte auch der Berliner Bankier Christian Wilhelm Brose (1781-1870), der seit 1804 regelmäßig Gast der Witwe Engel war und 1818 das gesamte Anwesen an der damaligen Kaiser-Wilhelm-Str. (heute: Dietzgenstr. 42) kaufte.
Der kunstsinnige Hausherr sammelte nicht nur Werke namhafter Künstler, sondern umgab sich auch mit bekannten Persönlichkeiten seiner Zeit, wie Christian Daniel Rauch, Karl Friedrich Schinkel, Franz Krüger, Ludwig Tiek.

Über 100 Jahre blieb das Anwesen im Besitz der Familie Brose. 1919 erwarb es die Gemeinde und 1920 wurde der Brose-Park der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Häuser wurden vermietet.

Das Häusschen überstand den zweiten Weltkrieg, und wurde nach mehreren Zwischennutzungen wegen Baufälligkeit geräumt – es verfiel.

Neubau nach der Wende:

1991 besuchten der damalige Bausenator Nagel und der damalige Pankower Bezirksbürgermeister Harald Lüderitz den Ortsteil Niederschönhausen. Nagel war von dem maroden Zustand berührt, und half dabei, den Erhalt des Gebäudes durchzusetzen. Doch eine 1992 geplante Restaurierung erwies sich als unmöglich, das Gebäude wurde gänzlich abgetragen und mit Mitteln des Senats von Berlin neu aufgebaut.
Mit dem “Erweiterungsbau” hinter dem Traufenhäuschen wurden eine Küche, Toiletten und die Heizung untergebracht. Das Brosehaus ist so als Ausstellungshaus und Treffpunkt nutzbar.

Im Juni 1994 erhielt der “Freundeskreis der Chronik Pankow e.V.” das Nutzungsrecht und setzte damit eine Konzeption Vorstands- und Vereins-Mitglieds Christian Brose für die Nutzung des Gebäudes um.

Aktuelle Ausstellung:
“Küster Palm, Familie Brose und der Freundeskreis”
250 Jahre Traufenhaus 1764 bis 2014

Ausstellungseröffnung: 24.8.2014 um 15 Uhr

Öffnungszeiten: mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr

Brosehaus | Dietzgenstr.42 | 13156 Pankow-Niederschönhausen | freundeskreisderchronikpankow.wordpress.com

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m/s