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Die Neue Seidenstraße und die 16 + 1 Länder

China Railways - Longhai-Linie

In diesen Wochen findet eine Zeitenwende statt, die durch mehrere große Staatsbesuche markiert ist. Ende Mai war Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch in Peking, beim inzwischen Deutschlands wichtigsten Handelspartner. Während im vergangenen Jahr Waren im Wert von ca. 183 Mrd. Euro nach China exportiert wurden, werden es 2018 erstmals über 200 Milliarden Euro sein.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat umgekehrt auch wichtige Staatsbesuche unternommen, und hat seit 2015 die Beziehungen zu 16 Staaten in Mittel- und Osteuropa intensiviert. 2016 gab es schon 155 Partnerschaften zwischen chinesische Provinzen und Städten und mittel- und osteuropäischen Städten und Regionen.

China arbeitet mit Mittel- und Osteuropa in den Bereichen Handel, Investitionen und Infrastrukturbau zusammen. Die Region verfügt über das größte Entwicklungspotenzial in Europa. Das Handelsvolumen betrug 2015 49,69 Milliarden Euro, eine Zunahme von 28 Prozent gegenüber 2010. Die chinesischen Investitionen in Mittel- und Osteuropa übersteigen 4,43 Milliarden Euro. Ihrerseits haben 16 mittel- und osteuropäische Länder bereits 1,06 Milliarden Euro in den chinesischen Markt investiert.

Die von Chinas Staatspräsident Xi Jinping ausgerufene Initiative ‚Belt and Road‘ ist inzwischen das weltweit größte multilaterale Vorhaben der Welt-Wirtschaftsgeschichte. Die Ausrichtung der Initiative ist eine langfristige Zukunftsstrategie Chinas, mit der weltweit bereits rund 900 Projekte mit geplanten Investments in Höhe von 900 Mrd. US-Dollar im Verhandlungs- oder Planungsstadium, oder im Bau sind. Es geht vom Bau von Hochseehäfen in Pakistan und Malaysia bis hin zur Etablierung von Sonderwirtschaftszonen in Polen und Weißrussland. Auch der Erwerb des griechischen Hafens Piräus zählt dazu, um den gesamten Balkan über den Seeweg mit Asien zu verbinden.

Gigantischer Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

In ganz Asien wird ein Ausbau von Verkehrsinfrastruktur entlang der Seidenstraßenrouten vorangetrieben. ist nur ein Teil der ‚Belt and Road‘ Initiative. Die Verbindung von regionalen IT-und Kommunikationsnetzwerken, die Senkung von Zollschranken und Hürden für Investitionen, die Förderung des Tourismus oder die Verbreitung des Renminbi als internationales Zahlungsmittel macht ‚Belt and Road‘ zu einem umfassenden Thema für alle Wirtschaftsakteure zwischen Europa und Asien.

Umbau der weltweiten Machtverteilung

China baut damit an einer völlig neuen Weltordnung. „Wir wollen einen neuen Typ internationaler Beziehungen schaffen“, sagte Außenminister Wang Yi im Frühjahr 2018 am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses. Peking setzt dabei zunehmend die Länder Europas unter Druck. Wer vom Milliardenprojekt „Neue Seidenstraße“ – dem Kernstück der chinesischen Strategie – profitieren will, muss zuerst eine Absichtserklärung unterzeichnen, die laut Diplomaten auch als „Verneigung“ vor einer von China bestimmten Weltordnung gewertet wird.
Mit dem Rückzug der Supermacht USA aus dem bisher regelbasierten Welthandelssystem und der „Amerika First“-Politik überlässt US-Präsident Donald J. Trump inzwischen Chinesen in vielen Ecken der Erde den Vortritt. Sichtbar wird vor allem auf dem Feld der Diplomatie: Während Trump mit großer Reichweite, aber wenig Folgen, twittert, streicht er auch den Etat seines Außenministeriums um 30 Prozent zusammen. China stockt dagegen seinen Etat für die Außenbeziehungn um 15 Prozent kräftig auf.
China baut auch seine Konfuzius-Kulturinstitute weltweit aus. Ihre Zahl ist seit 2006 von 120 auf mehr als 500 gestiegen. Dazu kommen inzwischen mehr als 1000 „Konfuzius-Klassen“ an Schulen im Ausland, heißt es etwa in einer Studie der Hertie School of Governance für das Auswärtige Amt.

Chinas Staatschef trifft erst osteuropäische Staatschefs – danach Bundeskanzlerin Merkel

Die siebte jährliche Konferenz zwischen Chinas Ministerpräsident Li Keqiang und den osteuropäischen Staatschef in Sofia am 7. Juli markiert einen besonderen Wendepunkt. Zum sogenannten 16+1-Treffen wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Gastgeber, dem bulgarischen Staatspräsidenten Boiko Borissow eingeladen. Merkel sagte jedoch ab – und das bilaterale Treffen mit Chinas Ministerpräsident Li fand nach dem Sofia-Gipfel am Montag in Berlin statt.

Langfristig will China die Zusammenarbeit mit den Mittel- und Osteuropäer in allen wichtigen Bereichen ausbauen – und investiert auch in Brücken, Bahnverbindungen und den Neubau des bulgarischen Atomkraftwerkes in Belene. Wie sehr sich die Landkarten schon geändert haben, wird vom ungarischen „The Belt & Road Center“ verfolgt.

Sechs Wirtschaftskorridore bilden das Konzept der neuen Seidenstraßen. Drei dieser Wirtschafts-Korridore verbinden künftig Asien und Europa:

– China-Mongolia-Russia Economic Corridor zwischen Wladiwostok und St. Petersburg
– New Eurasia Land Bridge Economic Corridor über Bahverbindung Yiwu – London (seit 30.1.2017)
– China Central Asia – West Asia Corridor über Iran und Türkei.

Ganz nebenbei ist auch schon ein China-Türkei „Rail-Link“ mit zwei Fährverbindungen über das Kaspische und Schwarz Meer entstanden.

EU-Diplomaten und Wirtschaftsfachleute sind nun vollends besorgt, dann während Großbritannien aus dem Europäischen Markt aussteigen will, steigt China in Osteuropa ganz groß ein. Gleichzeitig bricht US-Präsident Trump einen Wirtschafts- und Handelskrieg mit China vom Zaun. Insgesamt ergibt sich eine große geostrategische Gewichtsverschiebung und eine Verschiebung von Wirtschafts- und Handelzenten, die ganz Westeuropa an den Rand drückt – und an das Ende langer Wertschöpfungs- und Transportketten.

Vor allem die Eisenbahnverbindung Yiwu-London wird sich künftig als wichtige Achse der Zusammenarbeit zwischen Fernost und Deutschland entwickeln.

Seidenstrasse 2018: Handeln auf neuen Wegen - 25.7.2018 - NürnbergMesse NCC Mitte – Saal Brüssel 90471 Nürnberg
Seidenstrasse 2018: Handeln auf neuen Wegen – 25.7.2018 – Nürnberg Messe
NCC Mitte – Saal Brüssel
90471 Nürnberg

Seidenstraße 2018 – Handeln auf neuen Wegen

Die neuen Verkehrsinfrastrukturen entlang der Seidenstraßenrouten sind nur der direkt sichtbare Teil der ‚Belt and Road‘ Initiative. Viel größer wird sich die Verbindung von regionalen IT-und Kommunikationsnetzwerken auswirken. Chinas Bekenntnis zu einer regelbasierten Handelspolitik und zum Freihandel schafft neue größere und sehr langfristigenChancen. Die Senkung von Zollschranken, die Erleichterung von Investitionen, die Förderung des Tourismus oder die Verbreitung der chinesischen Währung
Renminbi werden alle Handelsbedingungen verändern.

Längst hat man das auch in Deutschland erkannt, und legt neue Förderprogramme und Strategien auf. Die kommende Konferenz
„Seidenstraße 2018 – Handeln auf neuen Wegen“ am 25. Juli in Nürnberg bietet erstmals eine Plattform für Firmen in Form von Erfahrungsberichten und praktischen Lösungsansätzen und Orientierungsrahmen.

Das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie, Peter Ottmann, CEO der NürnbergMesse Group, und Armin Siegert von der IHK Nürnberg beginnen damit eine wichtige Initiative, die auch in Berlin Interessenten finden wird.

Die wichtigsten deutschen Partner sind schon gut aufgestellt, denn Deutsche Bahn AG und die DHL-Group bieten bereits zuverlässige Logistik-Lösungen für den intermodalen Verkehr mit Standard-Containern.

Weitere Informationen:

www.seidenstrasse.bayern

Europa – Asien – Afrika: „One belt, One road“ ( 6.2.2017 | Pankower Allgemeine Zeitung )

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