Dienstag, 21. Mai 2024
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Berliner Gesamtstrategie Ladeinfrastruktur 2030

Öffentlicher Laternenladepunkt in Steglitz-Zehlendorf

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat ein Strategiepapier zum geplanten Ausbau der Elektromobilität herausgegeben.

Das Strategiepapier zeigt auf 40 Seiten den heutigen Stand des Ladeangebots in Berlin und die Ziele für das Jahr 2030 auf. 29 Maßnahmen wurden zur Zielerreichung festgelegt. Dabei unterscheidet die Strategie zwischen drei Raumtypen, in denen Laden stattfindet und sich von den Rahmenbedingungen her unterscheidet. Für diese drei städtischen Raumtypen wurde der Ladebedarf jeweils ermittelt.

  • im öffentlichen Straßenraum,
  • auf privaten, aber öffentlich zugänglichen Flächen wie beispielsweise auf Supermarktparkplätzen und Tankstellen,
  • und ausschließlich privaten Flächen, also etwa zuhause oder beim Arbeitgeber.

Aktuell 70.000 elektrische Fahrzeuge in Berlin zugelassen

Derzeit sind in Berlin ca. 70.000 elektrische Fahrzeuge zugelassen, 90 % davon sind Pkw (batterieelektrisch und Plug-In-Hybride). Die restlichen 10 % entfallen auf E-Busse und -Transporter, E-Motorräder und Leichtfahrzeuge. Diese Fahrzeuge laden derzeit an etwa 25.000 Ladepunkten gut 300 MWh täglich. Der Großteil dieser Ladepunkte ist rein privat, rund 3.850 sind öffentlich zugänglich (davon rund 2.400 im öffentlichen Straßenland und 1.450 auf privaten Flächen). Für das Jahr 2030 wird angenommen, dass insgesamt 400.000 E-Pkw in Berlin unterwegs sein werden, die wiederum einen täglichen Ladebedarf von 2.000 MWh haben werden. Dies entspricht dem Energieverbrauch einer Kleinstadt.

Ausbaupläne bis 2034

Der überwiegende Teil des Ladens soll auch künftig privat erfolgen. Heute liegt der Anteil bei 54%.
Das Berliner Stromnetz muss dazu weiter ausgebaut und in seiner Kapazität bis 2034 nahezu verdoppelt werden soll. Im öffentlichen Straßenland werden voraussichtlich 20 % des Ladebedarfs gedeckt, wofür die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt das bewährte Berliner Modell der Ladeinfrastruktur weiterführen wird. Rund 2.400 öffentliche Ladepunkte wurden bereits aufgebaut. Auch auf privaten Flächen sollen E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer künftig vermehrt auf ihren alltäglichen Wegen laden können: auf Parkplätzen und in Parkhäusern oder an Tankstellen, während sie dort Erledigungen machen. Mithilfe von Schnellladern mit hohen Ladeleistungen, die kurze Ladedauern ermöglichen, wird die E-Mobilität unkompliziert in den Alltag integriert.
Wegen der Stadt-Umland-Wanderung und wegen des Zuzugs im Berliner Speckgürtel dürften jedoch noch überraschende Planungsänderungen erfolgen. — Schon heute reichen die Stromkapazitäten in Oranienburg und in Ludwigsfelde nicht aus. Diese Engpässe können auch in Berliner Stadtrand-Bezirken zum Problem werden, denn ein voll elektifiziertes Einfamilienhaus mit PKW und Ladeinfrastruktur benötigt bis zu 10 Mal mehr Strom als heute üblich.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung vom 19.04.2024

Gesamtstrategie Ladeinfrastruktur Berlin

m/s