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Gehen im Einzelhandel mittelfristig die Lichter aus?

Einzelhandel vor dem Ende des Konsums?

Im Einzelhandel wachsen die Sorgen, denn die digitale Revolution im Onlinehandel bringt auch die Branchenriesen unter Druck. Auf „Retail Innovation Days“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn wurde der Chef der Lidl-Schwarz-Gruppe mit den herannahenden Zukunftsvisionen konfrontiert: „Das Ende des Konsums – Wenn Daten den Handel überflüssig machen“ – so heißt eine Studie des schweizer Schweizer Gottlieb-Duttweiler-Instituts, die vorgestellt wurde.

Kernthesen: „Big Data, neue Technologien und ein Wandel des Besitzdenkens seien die Treiber eines umfassenden Umwälzungsprozesses, der auch den gesamten Handel erfaßt.“

Die Studie warnt davor, sich die Zukunft lediglich als eine lineare Zunahme des Onlinehandels vorzustellen, dem eine gewisse Anzahl konventioneller Läden zum Opfer fällt. Vielmehr befänden wir uns am Anfang einer Transformationsphase, die zur „Entortung“ des Konsums führe. Wie sich der vertraute Warenfluss des einstigen Dreiklangs Produktion – Handel – Konsument verändern wird, führe beispielhaft die Musikindustrie vor Augen. Nicht mehr jeder Nutzer besitzt seinen eigenen Tonträger, sondern über die Streaming-Technologie sind alle Produkte jederzeit für alle verfügbar. Die Funktion des Handels wird dabei „nahezu ausgelöscht“, so die Autoren. Die „Spotifyisierung“ einer ganzen Branche lasse erahnen, dass das Muster auf andere Bereiche übertragbar sei.

Den Handelsriesen Rewe, Edeka, Aldi und der Lidl-Schwarz-Gruppe konnte ein Szenario drohen, das vom DigitalCommerce Magazin e-tailment als „Gruß vom Schwarzen Ritter: Bye bye Einzelhandel“ pointiert wurde. Autor Steffen Gerth, Redakteur bei Der Handel und Etailment, sieht den heutigen Einzelhandel symbolisch in der Rolle des Schwarzen Ritters im Monty-Python-Klassiker „Die Ritter der Kokosnuss.“

Die vom GDI Gottlieb Duttweiler Institute und der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gemeinsam herausgegebene Studie „Das Ende des Konsums – Wenn Daten den Handel überflüssig machen“ | GDI-Studie Nr. 46 / 2019 ist in einer Kurzfassung online verfügbar. Die von David Bosshart, Karin Frick, Stephan Fetsch und Holger Wildgrube ist als Buch für 92 CHF erhältlich.

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m/s
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