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Casino-Bürgerbeteiligung „Pankower Tor“

Pankower Tor: die Würfel sind noch nicht gefallen

/// Glosse /// – „Pankower Tor – Offizieller Startschuss für den Prozess der Bürgerbeteiligung vollzogen“, so leuchtet die Titelzeile auf dem Bezirksamtsportal des größten Berliner Bezirks Pankow von Berlin. Auf der Titelgrafik ist zu lesen: „Jetzt die Zukunft des neuen Stadtquartiers mitgestalten“. Aber nicht für Alle!

Folgt man dem Link auf die Internetseite der börsennotierten, kundenfreundlichen Krieger Handels SE zum Pankower Tor, sticht die letzte Meldung hervor: ONLINE DIALOG BEENDET – VIELEN DANK!

Unter den Veranstaltungen fällt ins Auge: es werden keine Termine, sondern Zeiträume benannt. Bei den Termin-Angaben handelt es sich um sogenannte „wollmilch_zebracontainer“, die nur für eingeloggte Mitglieder des Internetangebots sichtbar sind.

Der lustige Name stammt vom Quellcode der beauftragten Agentur Zebralog, die sich als Pionier der Partizipation versteht:

„Zebralog als Pionier der Partizipation setzt seit 2003 Standards im Bereich crossmediale Bürgerbeteiligung. Als routinierte, unzähmbare Agentur sind wir zugleich Softwareschmiede, Kreativwerkstatt, Moderationsinstitut und die erste Adresse, wenn Partizipationsverfahren in die Öffentlichkeit kommen sollen. Unsere Kunden kommen aus Kommunen, Bundes- und Landesministerien, Parlamenten, Unternehmen, Verkehrsverbünden, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen. Wir bauen Apps für Bürgerbeteiligung mit Drupal, entwickeln Open-Source-Software und verstehen uns als Teil der Drupal-/Open-Source-Community.“

Nun also eine weitere Pionierleistung: die Einrichtung eines „Online-Casinos für Bürgerbeteiligung“ für eine europäische Aktiengesllschaft:

„Bei der Bürgerwerkstatt haben ausgeloste Bürger*innen die Gelegenheit, mit den Planer*innen über die ersten Entwürfe diskutieren und ihr Feedback zu geben.“

Im Frühjahr soll es nun weiter gehen: „Nach der Erstellung der ersten Entwürfe der Planer*innen kommen wir zu Ihnen – mit unserem Dialogkiosk werden wir eine Woche lang durch die angrenzenden Kieze touren und mit Ihnen zu den Entwürfen diskutieren.“

Die Google-Map zeigt den Weg: wer darauf klickt landet in Niederdorla in Thüringen. Nur Gott der Allmächtige und Kurt Krieger wissen warum!

Die Agentur Zebralog scheint jedenfalls selbst nicht glücklich damit zu sein, denn unter der eindrucksvollen Referenz- und Projektliste taucht nur das Bezirksamt Pankow, nicht jedoch die Krieger Handels SE als Auftraggeber auf.

Fazit: es läuft eine Casino-Bürgerbeteiligung „Pankower Tor“, nur weil der Investor Angst vor der Öffentlichkeit und Presse hat!

Wie das alles zusammenwirkt, wie die Casino-Bürgerbeteiligung „Pankower Tor“ politisch zu bewerten ist, das können die Abonnenten der Fairen Leserabos der Pankower Allgemeine Zeitung im nächsten Newsletter nachlesen!

Der Newsletter zum Pankower Tor wird unter unseren Abonnenten verlost! 10 Leser erhalten tiefen Einblick in ein denkwürdiges Planungsverfahren! info@anzeigio.de

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m/s
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