Donnerstag, 15. November 2018
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EU: Kein Phosphatverbot für Tiefkühl-Dönerfleisch

Döner

Die Abstimmung im EU-Parlament ging knapp aus: die nötige Mehrheit von 376 Ja-Stimmen für ein Phosphat-Verbot wurde verfehlt.
Nur 373 Abgeordnete stimmten für ein Verbot. Die EU-Kommission kann nun die Verwendung von Phosphaten in Dönerfleisch offiziell zulassen. Die traditionelle Zubereitung der Fleischspieße verstößt auch künftig nicht gegen das EU-Recht.

Strittig war bisher, ob bei der Zubereitung von Dönerfleisch im rohen, gefrorenen Zustand Phosphate zugesetzt werden dürfen.

Grundsätzlich sind Phosphate in verzehrfähigen Lebensmitteln als wichtiger Zusatzstoff erlaubt, auch in gegarten Dönerfleisch.

Der EU-Ausschuss für öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit forderte das Europarlament auf, die Zulassung von Phosphatzusätzen in gefrorenen Dönerspießen aus gesundheitlichen Gründen abzulehnen. Das Verbot sollte bis zum Abschluß einer wissenchaftlichen Überprüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) gelten, die Ende 2018 veröffentlicht wird.
In gegartem Dönerfleisch sind Phosphate erlaubt, für den fabrikmäßig hergestellten rohen Fleischspieß in der Tiefkühlung dagegen noch nicht. Verbraucherschützer hatten gegen die Ausweitung der Genehmigung protestiert. Ihr Ansinnen: sie wollen den Einsatz von Phosphaten in Nahrungsmitteln wegen möglicher Gesundheitsgefahren reduzieren. Erhöhte Phosphat-Konzentrationen können im Körper Herz, Nieren und Kreislauf belasten.

Lebenmittelzusatzstoffe mit Phosphaten

Phosphate werden in vielen anderen Lebensmitteln verwendet. Unter den E-Nummern E338 bis E341, E343 sowie E450 bis E452 sind sie verzeichnet. Enthalten sind diese Zusatzstoffe z.B. Cola, Kuchen und in vielen Wurstwaren.
Phosphat haben für die Lebensmittelverarbeitung viele wichtige Eigenschaften: sie binden Wasser, trockenes Fleisch wird so saftiger gemacht, beim Döner verbindend sich Fleischstücke besser miteinander. Döner lässt sich auchb ohne zugesetzte Phosphate nicht richtig herstellen. Phosphate helfen bei der Verteilung von Aromen im Wasser und dienen auch der besseren Haltbarkeit.

Phosphataufnahme beim Menschen vielfach zu hoch

Die tägliche Phosphatdosis in der Ernährung wurde von Wissenschaftlern gemessen. Das Ergebnis ähnelt sich in allen wichtigen Industrienationen: Die von den Fachleuten empfohlene Phosphataufnahme wird bei Erwachsenen aller Altersgruppen deutlich überschritten. Vor allem einkommensschwache Schichten weisen zu hohe Werte auf.
Da Phosphate in vielen Lebensmitteln enthalten sind, ist die Aufnahme über die Darmwand entscheidend. Vollkornbrot hat etwa hohe Phosphatwerte, lässt aber nur 30% über den Darm ins Blut wandern. Künstliche Phosphate werden dagegen zu fast 100% resorbiert – und führen zu zu hohen Blutwerten. Zuviel ist ungesund – dennoch ist Phosphat lebenswichtig.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, etwa 700 Milligramm Phosphat Tagesdosis für Erwachsene. Kinder während der Wachstumsphase können fast doppelt so viel zu sich nehmen. Der Grund: Phosphat wird für den Knochenaufbau benötigt.

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m/s
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