Mittwoch, 02. September 2026
Home > Aktuell > „Hirnverbrannte Spezial-Zaun-Operation“ scheitert am fehlenden Klimaschutz

„Hirnverbrannte Spezial-Zaun-Operation“ scheitert am fehlenden Klimaschutz

Spezial-Sichtschutz-Zaun

Glosse | Michael Springer

Seit 1990 sind über 26 Millionen Menschen aus Deutschland ausgewandert. Dabei ist auch ein großer Schatz an Ingenieur-Wissen verloren gegangen. In Pankow kann man aktuell einen Extremfall besichtigen, der die Folgen dieses epochalen Kompetenzverlustes demonstriert.

Erst am 24. August 2026 wurde berichtet:  „Kunstwerk“ abgeräumt und durch Metallzaun ersetzt. Zuvor war das „Projekt“ wegen fehlender Presseinformationen als vermutetes „Street-Art-Kunstwerk“ eines unbekannten Künstlers eingeschätzt worden.

Der Sichtschutz sollte offenbar den von Schülern des Rosa-Luxemburg Gymnasiums genutzten Straßenraum gegen fremde Blicke schützen. Das Pankower Schulamt hat diesen Sichtschutzzaun auch bestellt.

Inzwischen hat sich daraus ein Prozess eines „urbanen Gesamtkunstwerks“ entwickelt. Denn der von einer „Spezial-Firma“ neu aufgestellte Metall-Sichtschutzzaun blieb nicht lange stehen. Grund sind fehlende „Begleitmaßnahmen zum Klimaschutz.“

Denn ein geschlossener Zaun bleibt in der mitteleuropäischen Klimazone nicht von allein stehen!

Für das Aufstellen eines Bauzauns gelten klare gesetzliche Vorgaben zur Sicherheit, Standsicherheit und zu öffentlichen Wegen. Ein Bauzaun muss mindestens 1,80 bis 2,00 Meter hoch sein und jeder Bauzaunfuß mindestens 16 kg wiegen. Ferner fehlt das nach Bauordnung Berlin vorgeschriebene Bauschild.

Hirnverbrannt und lebensgefährlich: der Metallzaun wurde ohne „Windstütz-Strebe“ (auch „Sturmstrebe“ genannt) aufgestellt. Ein Bauteil, das für vergleichsweise preiswerte 61,88 € im Handel erhältlich ist, und auch zusätzlich „ballastierbar“ ist.

Spezial-Sichtschutz-Zaun
Spezial-Sichtschutz-Zaun „umgefallen“ by „failed Design“ – Foto: © Bernd Köppe-Mohr

Und so hielt der fehlerhaft und unvollständig konzipierte Sichtschutzzaun dem alltäglichen Klimawandel nicht stand. Man kann inzwischen sogar von „Glück“ sprechen, denn es gab keine verletzten Kinder oder zu Fuß gehende Passanten. Es gab auch keinen Herbststurm bisher, die die scharfkantigen Metallelemente durch die Luft wirbelt, und diese zu gefährlichen Geschossen macht.

Spezial-Sichtschutz-Zaun
Spezial-Sichtschutz-Zaun im neuen Endzustand – Foto: © Bernd Köppe-Mohr

Nun darf spekuliert werden, welche Kosten für dieses epochale Behördenversagen im Pankower Schuletat verbucht werden. Um ein nachhaltiges und klimaangepasstes Umdenken und weiteres „gefährdendes Behördenversagen“ zu bewirken, lautet die Empfehlung der Redaktion: „Fachaufsichtsbeschwerde“ bei der nächsthöheren Behörde. Zuständig sind in Berlin gleich mehrere Senatsverwaltungen, etwa für „Bauen,“„Bildung“ und „Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit.“

Anders als bei einer „Dienstaufsichtsbeschwerde“, die das Verhalten der Behördenmitarbeitenden betrifft, sorgt die Fachaufsichtsbeschwerde für akribische und umsichtige Prüfungen des Entscheidungsverhaltens und seiner notwendigen technisch-rechtlichen Grundlagen.

Kommentare sind geöffnet! — Leserbriefe sind möglich!


Public Media — Presse & offene Medienebene, damit Bürger & Verwaltung nicht allein sind!*

*) Demokratie benötigt Checks & Balances und eine vierte Gewalt, um Bürgerrechte zu schützen!

m/s

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert