So oft wie im Jahr 2025 sind Berlinerinnen und Berliner seit fast zehn Jahren nicht mehr innerhalb ihrer Stadt umgezogen: 311.951 Umzüge von Personen zählte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Kein Bezirk hatte dabei so viele Zuzüge wie Pankow. Wer hier eine neue Wohnung gefunden hat, steht vor der nächsten Frage: Was kostet ein Umzug?
Festpreis statt Stundenzettel
Viele Umzugsfirmen nennen nur „ab“-Preise oder rechnen nach Stunden ab. Das macht Angebote schwer vergleichbar. Ein Anhaltspunkt sind Paketpreise, wie sie beispielhaft ein Umzugsunternehmen aus Berlin-Pankow aus Niederschönhausen offen ausweist: 275 Euro für eine Einzimmerwohnung mit zwei Helfern, 365 Euro für zwei Zimmer mit drei Helfern, 675 Euro für drei bis vier Zimmer und 945 Euro für große Wohnungen oder Häuser. Darin enthalten sind Lkw, Team, An- und Abfahrt innerhalb Berlins und eine festgelegte Arbeitszeit von zwei bis fünf Stunden. Jede weitere Stunde kostet je nach Teamgröße 80 bis 130 Euro.
„Die erste Frage lautet fast immer: „Was kostet das? — Und die zweite: Was kommt noch dazu?“, sagt Sylvana Lösche, die ihr Unternehmen seit 2005 führt.
Was oft vergessen wird
Der größte Posten, den viele nicht einplanen, ist ein notwendiges Halteverbot und Sicherung der Zufahrt. Pro Adresse kommen 90 bis 150 Euro dazu, und meist braucht es zwei Zonen: vor der alten und vor der neuen Wohnung. Im Bezirk Pankow kann man die Anordnung nicht selbst beantragen, sie läuft über Verkehrssicherungsfirmen. Drei bis vier Wochen Vorlauf sollte man dafür einplanen.
Ein Beispiel: Eine Zweizimmerwohnung zieht von Weißensee nach Prenzlauer Berg. Drei Helfer brauchen vier Stunden, an beiden Adressen steht ein Halteverbot. Das ergibt 365 Euro für das Paket, 110 Euro für die zusätzliche Stunde und rund 240 Euro für die beiden Zonen, zusammen etwa 715 Euro.
Nichts kostet dagegen die Anmeldung der neuen Wohnung beim Bürgeramt. Sie ist in Berlin gebührenfrei, muss aber innerhalb von 14 Tagen nach dem Einzug erledigt sein.
Ein Teil kommt über die Steuer zurück
Wer privat umzieht, kann die Rechnung des Umzugsunternehmens als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen: 20 Prozent der Arbeits- und Fahrtkosten werden direkt von der Steuerschuld abgezogen. Im Beispiel oben sind das bis zu rund 140 Euro. Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Banküberweisung, denn eine Barzahlung wird nicht anerkannt. Bei einem beruflich bedingten Umzug sind die Kosten Werbungskosten, zusätzlich gibt es eine steuerabzugsfähige Pauschale von 964 Euro für die umziehende Person und 643 Euro für jedes weitere Haushaltsmitglied.
Wie man spart
Am meisten spart, wer die notwendige Arbeitszeit für den Umzug verkürzt: Kartons vorher selbst packen, vor dem Umzug ausmisten und Möbel abbauen, wo es geht. „Was nicht mitkommt, muss auch niemand tragen“, sagt Lösche. „Wer früh plant und bucht, hat außerdem beim Halteverbot keinen Stress.“
Eine ausführliche Übersicht der Umzugskosten in Berlin mit allen Zusatzleistungen hat die Firma Lösche Umzüge übrigens als praktischen Service online gestellt.
Public Media — News, Presse, Stadtinformationen, Angebote & Veranstaltungen — sichtbar für Alle.
