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Rezo-Video: Jugendprotest? Oder Mißbrauch digitaler Medienmacht?

YouTube-Star Rezo

Der Youtuber Rezo ja lol ey hat ein Video über die CDU produduziert, das binnen Tagen bundesweit über 7 Millionen Zuschauer gefunden hat. Es ist eine persönliche Abrechnung, des bisher nur unter Pseudonym bekannten 26-jährigen in Wuppertal geborenen YouTube-Stars, die sich nicht nur gegen die CDU, sondern auch gegen SPD und AfD wendet. Das Medienecho ist gewaltig, und treibt die Popularität des Video-Pamphlets an.

Die Online-Ausgabe von Cicero (Frank Lübberding: Video von Rezo – Fucking viele Belege | 24.5.2019) lobt es heute sogar:

„Es handelt sich bei diesem Video nämlich um ein grandioses Pamphlet. Es hat eine hohe Suggestivkraft, weil es sich um ehrliche Empörung handelt.“

Ein Teil der Debatte spielt sich hinter Leser-Paywalls ab: „Die CDU-Reaktion auf YouTuber Rezo ist ein Armutszeugnis“ (Thomas Vitzhum | 23.05.2019 | WELT ), womit Stimmen der Vernunft nur noch gegen Bezahlung Eingang in den demokratischen Diskurs finden.

Die großen Volksparteien CDU und SPD reagieren trotz gewaltiger eigener Medienmacht und Social-Media-Präsenzen hilflos. Gestern wurden die Reaktionen gleich auf den Punkt gebracht: „CDU-Reaktionen auf Rezo-Video: Hilfe, Neuland!“ ( Valerie Höhne | 23.5.2019 | SPIEGEL ).

Die Parteien ernten nun die Folgen medienpolitischer „Laisser-Faire-Politik“: sie tragen selbst täglich zur Aufwertung von Social-Media bei, und müssen nun überraschende, unplanbare Medienentwicklungen zur Kenntnis nehmen.

Während man mit Aktionen gegen Hate-Speech, Netzwerksdurchsetzungsgesetz und Cyberabwehr-Zentren gegen ausländische Netzpropaganda und Fake-Accounts und Robots gerechnet hat, kommt der intelligente Angriff mitten aus der bundesdeutschen Internetszene.

Bemerkenswert dabei: Nicht mehr politische Magazine wie SPIEGEL und FOCUS bestimmen dabei die Agenda, oder renommierte überregionale Zeitungen. Stattdessen ist es ein bundesweit aufgestellter Internet-Konzern, der den heute in Aachen lebenden YouTuber Rezo unterstützt und mit massiven Online-Reichweiten versorgt: Die Ströer-Gruppe (O-Ton: „Ziel unserer Investor Relations Arbeit ist es, im Dialog mit dem Kapitalmarkt durch transparente und kontinuierliche Kommunikation Vertrauen und nachhaltigen Shareholder Value zu schaffen“), die bundesweit über 280.000 Außenwerbeflächen und mehrere tausend Internetseiten betreibt. Dazu gehört auch das viele Telefon-Festnetzkunden bekannte Portal t-online.de .

Dort zeigt man auch ganz faktisch und pressefrei das eigene „Involvement“ an: „Internet-Video geht viral: Das ist der YouTuber, der die CDU „zerstört“ ( David Ruch | 23.05.2019 | t-online.de ).

Ohne den Hintergrund des Medienkonzerns Ströer wäre der massive YouTube-Erfolg kaum denkbar. Es ist eine Medienmacht, die ausgerechnet durch den Zukauf von t-online.de aus dem Staatskonzern TELEKOM und durch massive Werbeeinnahmen aufgebaut wurde.

Rezo ruft immerhin zur Europawahl auf:

„Die Europawahl bzw EU-Wahl steht vor der Tür. Ob CDU, SPD oder AfD gute Parteien sind, die im Einklang mit Wissenschaft und Logik stehen, versuche ich in diesem Video zu beantworten. In jedem Fall: Geht wählen am nächsten Wochenende. Sonst entscheiden Rentner über eure Zukunft und geil ist das nicht.“

Die Redaktion der Pankower Allgemeine Zeitung kommentiert das Video nicht. Mögen sich die Leserinnen und Leser und Zuschauer selbst eine Meinung bilden!

(Bitte achten Sie beim Aufruf des Videos auf die eigenen Datenschutz-Einstellungen
und aktivieren Sie ggf. den Datenschutzmodus von YouTube).


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„Zeitungen und Medien in Citizenship“ sind das letzte mögliche „konzernfreie“ Bollwerk, um die Demokratie, Bürgerfreiheiten und Pressefreiheit im Jahr 71 nach Inkrafttreten des Grundgesetzes zu verteidigen!“ Michael Springer, Herausgeber

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