Dienstag, 27. Februar 2024
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113 Bäume werden in Pankow neu gepflanzt

Hochstämme in der Baumschule

Zum Beginn der Frühjahrssaison werden in mehreren Pankower Ortsteilen in 15 Straßen insgesamt 113 neue Bäume gepflanzt.
Begonenn wird am 3. April 2023 um 12 Uhr in der Meyerbeerstraße im Beisein von Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki. Sie nimmt die neue Zuständigkeit für Ordnung und Öffentlichen Raum wahr.

In der Meyerbeerstraße werden zwei Amberbäume und vier Blaseneschen gepflanzt. Die Standorte befinden sich an den Hausnummern 30-38 und gegenüber der Hausnummer 33.

In der Mahlerstraße werden vor Haus-Nr. 17 und auf dem Spielplatz zwei Amberbäume, zwei Blaseneschen und 1 Ulme gesetzt.
In der Roelckestraße werden in der Nähe des Baumarktes vier neue Ulmen und in der Winstraße an der Danziger Straße neun Bäume, darunter Spitzahorn, Kirschen und Hainbuchen gepflanzt. In der Immanuelkirchstraße werden fünf abgestorbene Birnen durch fünf Apfeldorne ersetzt.

Ersatzpflanzung am Platz des 9. November

Am Platz des 9. November an der Bornholmer Straße wurden zehn Bäume wegen starker Schädigungen gefällt und können jetzt zeitnah mit der gleichen Baumart ersetzt werden. Mit einem schützenden Farbanstrich und Gießringen werden deren ie Standortbedingungen verbessert. Die Kosten für alle Baumpflanzungen betragen 342.000 Euro, einschließlich der Gewährleistungspflege.

Übersicht über alle Standorte mit Anzahl der Bäume:

  • Roelckestraße (13086 u. 13088 Weißensee): 4
  • Platz des 9. November (10439 Prenzlauer Berg): 10
  • Kuglerstraße (10439 Prenzlauer Berg): 8
  • Lychener Straße (10439 Prenzlauer Berg): 4
  • Meyerbeer-/Mahlerstraße (13088 Weißensee): 11
  • Grellstraße (10409 Prenzlauer Berg): 7
  • Naugarder Straße (10409 Prenzlauer Berg): 6
  • Storkower Straße (10409 Prenzlauer Berg): 5
  • Immanuelkirchstraße (10405 Prenzlauer Berg): 6
  • Dettelbacher Weg (13189 Pankow, Kissingenviertel): 22
  • Prenzlauer Allee (10405, 10409 Prenzlauer Berg): 3
  • Czarnikauer Straße (10439 Prenzlauer Berg): 1
  • Jablonskistraße (10405 Prenzlauer Berg): 6
  • Winsstraße (10405 Prenzlauer Berg): 9
  • Erich-Boltze-Straße (10407 Prenzlauer Berg): 11

Baumpflanzungen und Klimaanpassung

Kommentar Michael Springer

Nach vor extremen Dürrejahren sind alle Baumbestände in Berlin in hohen Maß geschädigt. Das grüne Berlin hat in vielen Grünanlagen und Parks über 10% des Baumbestandes verloren.
Die Gesamtschadensbilanz wird sich erst im Mai offenbaren, wenn die Kronenschäden im Kontrast zu gesunden Bäumen deutlich sichtbar werden.

Die Ideen zur „Gesamtstädtischen Steuerung des Baumbestandes“ basieren auf illusionären Begriffen, die sich als Wunschbilder eingeprägt haben. „Klimaresiliente Bäume“ und „Zukunftsbäume“ gibt es aber nicht in Berlin! — Stattdessen sind die Bedingungen des Standortes, der Baumscheibe und des Wurzelraums maßgeblich für das Überleben aller Bäume. — Pflanzenverfügbares Wasser ist der limitierende Faktor! Nicht Wind, Wetter und Klima! Dazu kommt das Phänomen der „durstigen Luft“ in sommerlichen Hitzeperioden, das Bäume zum vorzeitigen Abwerfen der Blätter zwingt.
Die geregelte und verantwortliche Bewässerung im Sommer wird daher in der überwiegenden Zahl der besonnten Baumstandorte zur entscheidenden Überlebensbedingung.
Zusätzlich muss die Besonnung und der Sonnenstand besser eingeplant werden, denn hohe Verlustzahlen bei jüngeren Bäumen beruhen auf Überhitzung der Baumstämme, auf Sonnenbrand und „Kochen der Pflanzensäfte.“
Derzeit findet eine ganzjährigen „Gesamtstädtische Steuerung des Baumbestandes“ mit der Motorsäge statt. Viele geschädigte oder sogar abgestorbene Bäume werden zum Risiko für die Verkehrssicherheit.

Für Neupflanzungen müssen daher langristige Überlebensbedingungen geschaffen werden, die auch über die dreijährige Gewährleistungspflege und die weiteren drei Jahre Bewässerungspflege des Straßen- und Grünflächenamtes hinaus reichen. Zudem muss die Qualität der Baumschulware zum Standortrisiko passen, damit es ein baumartentypisches Baumkronenwachstum geben kann.

Die Idee von Digitalisierungs-Experten, die Bewässerung von Bäumen mit digitalen Anwendungen wie www.giessdenkiez.de über Bürgerengagement zu sichern, kann nur als „irrige Idee“ bezeichnet werden.
Denn ausgerechnet in der Zeit, in der Bäume dringend Wasser brauchen, ist Urlaubszeit!
Das Baumsterben in Berlin geht daher weiter – denn die Verantwortungskette in den Grünflächenämtern funktioniert im Sommer auch nicht!

m/s