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Berlin wird „Digi-Lab“- und „Think Tank-Hauptstadt“

openBerlin Cisco Innovation Center

Kann Berlin seine Rolle als „Startup-Hauptstadt“ behaupten? Diese Frage treibt derzeit Politik und Kolumnnisten um. Die Absage der urprünglichen Google-Campus-Konzeptes im ehemaligen Umspannwerk in Kreuzberg sorgt noch immer für Diskussionen über den Umgang mit Investoren. Doch Google hat in Kreuzberg nicht aufgegeben, sondern stellt die Zweckbindung der millionenschweren Investition um, und sichert sich soziale Partner, die sich in den von Gentrifizierung bedrohten Stadtvierteln auskennen. Google lernt womöglich etwas Neues hinzu, das weniger mit Internettechnologien als mit Immobilien- und Sozialökonomien zu tun hat.

Gleichzeitig entsteht für Google in Kreuzberg ein neues „Lernlabor“, das Social-Impact Projekte im Fokus hat.

Ob das Etikett „Startup“ überhaupt tauglich ist, um das Innovationsgeschehen in Berlin zu beschreiben, hat bisher noch niemand hinterfragt. Immerhin: die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe hat nun eine Bestandsaufnahme gemacht und visualisiert die Daten der Innovation Labs und Digital Think Tanks in Berlin auf einer Landkarte. Ein großer Schritt!

Berlin ist die „Digi-Lab“- und „Think Tank-Hauptstadt“

Berlin hat rund 150 Akzeleratoren, Inkubatoren, konzerngetriebene Digital Think Tanks sowie vielen weiteren hochschul- und forschungsnahen Innovationslabore. Damit ist Berlin inzwischen die unangefochtene Hauptstadt der Innovation Labs in Deutschland. Wichtigster Aspekt: mehr als die Hälfte der Dax-Konzerne betreibt oder plant ein Innovation Lab in der Hauptstadt.

Visualierung schafft Überblick und Zugang

Um Startups, Investoren und Unternehmen bei der Suche nach thematisch passenden Labs und Innovationslaboren zu unterstützen, hat die die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe eine Visualisierung der Berliner Innovation Labs veröffentlicht. Die Labs können thematisch und nach beteiligten Partnern sowie Unternehmen gefiltert werden.

Senatorin Pop: „Berlin steht für unternehmensnahe Forschung, hochinnovative Startups sowie vielen Innovationseinheiten mittelständischer und großer Unternehmen. Das machen wir sichtbar, damit sich die innovativsten Köpfe der Stadt leichter vernetzen können.“

Innovation: Eliten-Politik – oder Open Innovation in der Bürgergesellschaft?

Wenn man etwas tiefer schaut, verbergen sich klare staatliche Lenkungsstrategien, die sich stark auf Leistungseliten und Technologieführer ausrichten. Zwar ist es aus Gründen der Wirtschaftsplitik notwendig. Aber die Bürgergesellschaft und die vielen kleinen mittelständischen Akteure werden nicht „mitgenommen“.

Die Senatsverwaltung beschreibt es so:

„Innovation Labs sind Experimentierräume für Unternehmen, bieten Unterstützungsleistungen für Startups, sind Orte des interdisziplinären Zusammenarbeitens und Ballungspunkte von Knowhow und innovativen Ideen. Sie helfen dabei, Innovationsprozesse zu beschleunigen und sich als Unternehmen weiterzuentwickeln.“

Doch was sich hinter den Türen der Innovations-Labore und in den Communities der Think Tanks abspielt, entzieht sich weitgehend der Öffentlichkeit. Nicht nur Bilder, sondern auch Technologiefelder, Technologien und Entwicklungsstrategien entziehen sicn der „Allgemeinöffentlichkeit“. Abgesehen von unerläßlichen Firmengeheimnissen und vertraulichen Patentwissen sollte es doch mehr Öffentlichkeit und Einblicke geben. Vor allem sollte die Kraft von „Open-Innovation-Strategien“ nicht unterschätzt werden, in denen Forscher, Entwickler und Kunden ganz offen an Problemlösungen und Design-Thinking-Projekten zusammen arbeiten. Der Global Player Cisco ist mit seinem „openBerlin Cisco Innovation Center“ ein positives Beispiel im EUREF Campus in Berlin-Schöneberg.

Wie aber könnte Innovationspolitik in Berlin verändert werden?

Ein Blick in die Schweiz zeigt eine etwas andere Innovationskultur: www.innovators-guide.ch/kreativitat. Open Innovation und Social Innovation sind in der Schweiz viel besser verankert. Pioniere wie Brainstore und die Open Innovation-Plattform atizo haben zu einer anderen Kultur geführt. Während in Deutschland eine politisch pogrammierte „Digitale Agenda“ die Szenerie beherrscht, schafft man in der Schweiz individuelle Freiräume.

Auch im Bereich eGovernment gibt Unterschiede. Während in Berlin das Kompetenzzentum für Öffentliche-IT weitgehend in abgechlossenen Expertenkreisen arbeitet, es in der Schweiz eine Institution mit dem Namen „Staatslabor„.

Die von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop initiierte Übersicht markiert nun einen möglichen neuen Phasenübergang! Denn nicht nur Politiker und Wirtschaft, sondern alle „Citizens“ haben ein Recht darauf, kreativer als bisher denken und arbeiten zu können!

 

Mehr Informationen:

Projekt Zukunft Brlin: Innovation Labs – https://innolabs.berlin

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