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Collosseum – Kino in Prenzlauer Berg meldet Insolvenz an

Kino Collosseum

Das Traditionskino Collosseum ist insolvent. Wegen des zweimonatigen Umsatzausfalls aufgrund des Corona-Lockdowns musste das Colosseum als erstes Großkino nun beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenzantrag stellen.

Das Traditionskino im Gleimviertel eröffnete am 12. September 1924 als erstes Filmtheater an diesem Ort. Es hatte damals schhon 1000 Plätze für Besucher, welche hier neben Stummfilmaufführungen auch Varietéveranstaltungen mit Orchesterbegleitung erleben konnten.

Insolvenzverwalter für die Betreibergesellschaft ist Sebastian Laboga.

Nach der Wende 1989 wurde das staatliche Kino durch die Treuhandanstalt privatisiert. Der Berliner Filmproduzent Artur Brauner und die Sputnik-Gruppe erwarben 1992 das Kino sowie die alten Gebäude des Busdepots auf dem Nachbargrundstück. Seit Modernisierung, Errichtung eines Neubaus und aufwändiger denkmalgerechter Sanierung im Jahr 1996–97, besitzt das Multiplex-Kino heute 2800 Plätze in zehn Kinosälen. Das Kino steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Ab 1992 übernahm die Sputnik Colosseum Betrieb KG die Führung des Unternehmens. Dieser folgte 1997 eine gemeinsame Betreibergesellschaft mit der Cinemaxx AG. Nach der Kündigung durch die Cinemaxx AG übernahm am 1. September 2006 die Firma UCI den Betrieb des Kinos.

Der Insolvenzantrag ist ein vorläufiger Einschnitt für den Kulturstandort Prenzlauer Berg. Ob der Betrieb schon bald wieder aufgenommen werden kann, ist noch offen. In jedem Fall ist das Collosseum mit seinen attraktiven Räumen nicht nur als Kinostandort, sondern auch als Veranstaltungs- und Kongreßzentrum geeeignet.

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m/s