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Demonstration für die „Temporäre Spielstraße“ am 8.5.2019

Temporäre Spielstraße" Gudvanger Straße

Am Mittwoch, dem 8.Mai 2019 demonstrieren wieder Anwohner und Kinder für die temporäre Spielstraße. Es war vor über vier Jahren: BVV-Pankow faßte den Beschluß, in der Gudvanger Straße eine temporäre Spielstraße einzurichten. Bis heute ist völlig unklar, wann es endlich losgehen kann. Die Initiative ruft nun das Bezirksamt Pankow erneut auf, endlich tätig zu werden.

Initiative nach dem Vorbild anderer Städte
Wie berichtet, beschloss die BVV Pankow bereits Anfang 2015 einstimmig, von Mai bis Oktober immer dienstags von 10-18 Uhr die Gudvanger Straße für den Autoverkehr zu sperren und zum Spielen / Verweilen freizugeben. Die Idee von temporären Spielstraßen ist, die begrenzte und immer mehr umkämpfte Fläche in Innenstädten besser zu nutzen: Straßenfläche von Nebenstraßen können tagsüber, wenn weniger Parkplätze benötigt werden, zum Spielen genutzt werden. Abends stehen die Flächen dann wieder zum Parken zur Verfügung.

Vorbild waren Städte wie Bremen, Frankfurt (Main) oder London, die dieses Instrument zur Verbesserung des Lebensumfelds von Kindern in Städten längst erfolgreich durchführen. Kinder haben ein verbrieftes Recht auf freies Spiel, auch in der Großstadt. Das Projekt in der Gudvanger Straße wurde vom Deutschen Kinderhilfswerk als beispielgebend unterstützt und gefördert.

Im Juni 2017 gab es zwischen Bezirksamt Pankow und klagenden Anwohnern eine außergerichtliche Einigung vor dem Verwaltungsgericht Berlin: Nun soll nur noch einmal im Monat zwischen 14 und 18 Uhr gespielt werden.

Start der Spielstraße ausgeblieben
Getan hat das Bezirksamt Pankow seitdem: nichts. Entgegen anderslautender Presseberichte gibt es keinerlei Aktivitäten des Bezirksamtes, am 1 Mai zu starten. Es gibt bisher überhaupt kein Signal vom Bezirksamt an die Initiative, dass es überhaupt zu einer Umsetzung kommen soll.

Das Bezirksamt bekam eigentlich starkte Unterstützung u.a. vom Abgeordnetenhaus (Wissenschaftlichem Dienst) über den Berliner Senat (Koalitionsvertrag) bis hin zur Bundesregierung (Antwort auf eine Bundestagsanfrage). Weder der außergerichtliche Vergleich noch die anderen, aufgezeigten Wege wurden seitdem vom Bezirksamt beschritten.

Ungeduld bei Kindern, Anwohnern und Spielstraßen-Initiative
Matthias Groh, Sprecher der Initiative, sagte: „Nach dem Vergleich 2017 war ich fest davon ausgegangen, dass wir spätestens ab Frühjahr 2018 auf der Gudvanger Straße spielen können. Es stand dem ja rechtlich nun nichts mehr im Wege.“ Doch bis heute hält das Bezirksamt die Initiative mit Ausreden und neuen Bedenken hin. „Dass wir das Jahr 2019 schreiben und noch keinen Schritt in der Sache weitergekommen sind, ist ein Skandal.“, so Groh.

Die Initiative demonstriert dagegen, dass eine Behörde den klaren politischen Willen des Parlamentes so lange ignoriert. Sie fordert das Bezirksamt Pankow auf, endlich tätig zu werden. 4 Jahre sind bei Kindern ein großer Teil des bisherigen Lebens. 4 Jahre warten sind mehr als genug!

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m/s
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