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„Der Prenzlauer Berg ist total verschickimickisiert“

Matthias Lilienthal

Dramaturg Matthias Lilienthal ist zurück aus München, und hat sich sogleich mit kraftvollen Worten in die coronagelähmte Alltagsgemütlichkeit der Berlinerinnen und Berliner eingemischt.

„Der Prenzlauer Berg ist total verschickimickisiert“, so ließ Lilienthal sich von dpa und im Leute-Newsletter des Tagesspiegel zitieren.

Zu dieser steilen These gibt es ganz sicher viele persönliche Anschauungen und Meinungen.
Sind etwa zwei Melonenschalen auf einem bunt-getreiften Küchentuch, über trockenen Sand, schon „Schickimicki“, wenn sich die Redaktion der Prenzlauer Berg Nachrichten mit „Plitsch Platsch“ in den Urlaub verabschiedet?

Oder ist es „Schickimicki“, wenn sich die Geschäftsführerin eines mit Steuermitteln finanzierten gemeinnützigen Vereins als „nichtkommerziell“ bezeichnet?
Ist es „Schickimicki“, wenn „Der perfekte Service für einen erlebnisreichen Aufenthalt. Von Insidern für Gäste!“ steuerfinanziert unter der Monster-Domäne „www.pankow-weissensee-prenzlauerberg.berlin“ um Touristen und Berlin-Gäste wirbt? Und warum steht Prenzlauer Berg dann ganz hinten?

Ist gar der erweiterte grüne Mauerpark im Vergleich zum braungetrockneten Alt-Mauerpark „Schickimicki“? Sind Designer-Nase-Mund-Bedeckungen für 40 € gesundheitsnotwendig, oder bereits jenseits von „Schickimicki“?
Ist das neuste VanMoof X3 Electrified Bike cool, smart oder einfach nur „Schickimicki“?
Ich wage es nicht, Antworten zu geben. Es ist genau jetzt an der Zeit für die Betroffenen in Prenzlauer Berg, einen partizipativen, inklusiven und gendergerechten Dialog und Diskurs zu entfalten!

Was bitte ist an Prenzlauer Berg „Schickimicki“?

Leser*innen-Aktion:
Schreiben Sie uns? Fotografieren Sie! Oder brüllen Sie etwas ins Telefon und loaden es als Soundstream bei Soundcloud hoch! Transmediales und Surreales geht auch! Selfies, Simulation, Visualisierung oder Augmented Reality sowieso. Nur bitte keine Pokémons!

Redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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