Sonntag, 31. Mai 2026
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Ende Mai beginnt die Dürre-Saison – Jungbäume werden bewässert

Jungbaum wird bewässert

Stadtbäume müssen Sommerhitze und Trockenheitsphasen aushalten. Die Liste der Zukunftsbäume der Gartenamtsleiter verspricht die Auswahl sogenannter „klimaresilienter Baumarten.“

Doch das Wort von der Klimaresilienz ist falsch! — Eine Irreführung! Denn Bäume vertragen Dürre im Boden nicht, und können in jedem Sommer in wenigen Tagen absterben — wenn das Wasser ausgeht!

An Hitzetagen kommen zudem mehrere Faktoren zusammen: Strahlungshitze der Sonne, freigestellte Bäume erleiden sogar einen Sonnenbrand, wenn sich die der Sonne zugewandte Seite des Stammes aufheizt, und Pflanzensäfte sogar gekocht werden. Kastanien und Buchen vertragen es schlecht. Während Bäume mit dicker Borke hier wenig geschädigt werden.

Bei großer Sommerhitze und geringer Luftfeuchte kommt ein weiteres Phänomen dazu„ die sogenannte
„durstige Luft,“ die auch die Waldbrandgefahr vergrößert.

Das sogenannte Dampfdruckdefizit, der „Luftdurst“: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. „Diese wärmere Luft entzieht dann eben auch den Pflanzen, also den Bäumen, die Feuchtigkeit. Und das könnte die Pflanzen dadurch weiter schädigen und sie in Bedrängnis bringen“, sagt Marcus Schaub, Projektleiter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gegenüber dem SRF. Im Experiment wird ein Föhrenwald benebelt, um Messwerte zu gewinnen.
Auch in Berlin wird über kühlende und befeuchtende Wassernebel geforscht. In Wien sind sogar „Nebelstelen“ im Straßenland installiert worden (Bericht folgt demnächst).

Dürre im Boden – in Berlin ab Ende Mai bis Ende Oktober

Der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt schon seit vielen Wochen eine Dürre im Oberboden an. Alle Pflanzen und Bäume ohne Zugang zu Grund- und Schichtenwasser sind daher von Dürre akut bedroht. Vor allem in Berliner Wäldern auf Sandböden sterben viele Bäume ab.

Das Berliner Pflanzenschutzamt überwacht an einzelnen Standorten das „pflanzenverfügbare Wasser“ im Boden, um die Bewässerungsempfehlung für Stadtbäume zu geben. Dabei entsteht eine eindrucksvolle Kurve: ab Ende Mai ist der Wassergehalt des Bodens im kritischen Bereich (siehe Grafik: Bodenfeuchte am Beispielstandort Tempelhofer Weg in Berlin-Neukölln).
Die Kurve des Vorjahres weist ein Wasser-Defizit bis weit in den Herbst auf, unterbrochen von einer Periode mit Regenfällen zwischen dem 18.7. und 19.8.2025.

Das auf der Bodenfeuchte aufgebaute Prognosemodell, mit einer Datengrundlage aus den aktuellen sowie den prognostizierten Wetterdaten (Temperatur, Niederschlag, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, Globalstrahlung, thermische Himmelsstrahlung) bildet sehr zuverlässig die alljährlichen Klimaschwankungen ab. Die natürliche Wasserhaltefähigkeit der jeweils am Standort vorhandenen Bodenart und die Widerstandsfähigkeit von Baumarten, um wochenlange Dürrperioden zu überleben, sind die kritischen Faktoren, um einen großen Stadtbaumbestand in Berlin zu erhalten.

Bewässern von Stadtbäumen: umfangreiche Regeln

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat nach den trockenen und heißen Sommern der vergangenen Jahre Regeln zur Bewässerung von Straßenbäumen erarbeitet und veröffentlich: Wässern von Stadtbäumen.
Dabei gibt es eine organisiete Arbeitsteilung:

  • Für die Unterhaltung und Pflege der Bäume auf öffentlichen Flächen sind grundsätzlich die Berliner Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke zuständig. 
  • Neupflanzungen von Straßenbäumen und Stadtbäumen werden im Rahmen der Garantiepflege von den Unternehmen der Garten- und Landschaftsbaus bewässert. In der Regel drei Jahre lang.
  • Bürgerinitiativen und Anwohnern wird das ABC der Baumbewässerung empfohlen.

Die Zielsetzung: „Je nach Standort und Witterung können Wässerungen bis zum 10. Standjahr erforderlich werden. Das Ziel sollte es aber sein, Stadtbäume möglichst früh in die Lage zu versetzen, ohne zusätzliche Wassergaben zurechtzukommen.“


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a/m