Dienstag, 14. Juli 2026
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Klaus Heymach:„WUNSCHKIND“— Familienportraits

Ausstellung „Wunschkind“

Das Bezirksamt Pankow präsentiert die Fotoausstellung „WUNSCHKIND“ des Berliner Fotografen Klaus Heymach im Rathaus Weißensee. Die Ausstellung präsentiert eindrucksvolle Familienporträts und persönliche Geschichten von Eltern, die sich nach einer pränatalen Diagnose bewusst für die Geburt ihres Kindes mit Behinderung oder genetischer Besonderheit entschieden haben.
Das Langzeitprojekt von Fotograf Klaus Heymach blickt in sehr persönliche Lebenswirklichkeiten in Berlin. —„WUNSCHKIND“ erzählt von elf Berliner Familien und ihrem Alltag – manchmal herausfordernd, oft wunderbar und häufig ganz normal. Die Fotografien werden durch Gesprächsprotokolle ergänzt und eröffnen einen sensiblen Einblick in Lebensrealitäten, die in gesellschaftlichen Debatten häufig abstrakt bleiben. Die ersten Aufnahmen entstanden in den Jahren 2019 und 2020. Fünf Jahre später hat Klaus Heymach alle Familien erneut besucht und porträtiert. Dadurch entsteht ein besonderer Langzeitblick auf Entwicklung, Zusammenhalt und gelebte Inklusion.


25. Juni bis 25. August 2026

Fotoausstellung „WUNSCHKIND“

Langzeitprojekt von Fotograf Klaus Heymach | www.klausheymach.com/wunschkind

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 8:00–18:00 Uhr, Freitag: 8:00–13:00 Uhr
Der Eintritt ist frei. Der Zugang ist barrierefrei über den Hof möglich.

Rathaus Weißensee | Berliner Allee 252 – 13088 Berlin


Neun von zehn Schwangeren entscheiden sich Schätzungen zufolge gegen ein Baby mit einer genetischen Auffälligkeit oder Behinderung. Der Berliner Fotograf Klaus Heymach hat Familien porträtiert, die sich bewusst für die Geburt eines solchen Kindes entschieden haben. Im Rathaus Weißensee sind noch bis zum 25. August 2026 ihre Porträts zu sehen und ihre Geschichten zu lesen.

Ausstellung „Wunschkind“
Wunschkind Fredi und ihre Eltern – Foto: © Klaus Heymach

Die Zahl der Neugeborenen, deren Gene von der Norm abweichen, dürfte weiter sinken. Denn seit 2022 übernehmen die Krankenkassen die Kosten für einen Bluttest auf genetische Abweichungen.

„Was bewegt Eltern dazu, sich für ein Kind mit Down-Syndrom, Trisomie 18 oder Spina Bifida zu entscheiden? Diese Frage stellte sich Klaus Heymach, als er von der Debatte über die Ausweitung der Pränataldiagnostik hörte – und machte sich auf die Suche. In Vereinen, Selbsthilfegruppen und Foren fragte er nach Eltern, die bereit waren, sich mit ihren Kindern fotografieren zu lassen. Fiel ihnen die Entscheidung für das Kind schwer? Wie sieht der Familienalltag aus? Welche Schwierigkeiten, Überraschungen und Glücksmomente hält er bereit?“

Die Fotografien von Klaus Heymach richten den Blick bewusst auf das Menschliche: auf Nähe, Fürsorge, Würde und die Vielfalt familiären Lebens. Die Ausstellung versteht sich als Einladung zum Austausch und zur Auseinandersetzung mit Fragen von Inklusion und gesellschaftlicher Verantwortung. Das Projekt wird von der Aktion Mensch gefördert und vom Verein Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung e. V. unterstützt.

Ausstellung „Wunschkind“
Wunschkind Fredi ein paar Jahre weiter mit ihren Eltern – Foto: © Klaus Heymach

Jugendstadträtin Rona Tietje hatte die Ausstellung am 25. Juni 2026 eröffnet. Sie erklärte dazu: „Die Ausstellung lädt dazu ein, genau hinzusehen – auf die Menschen hinter Diagnosen und Statistiken. Sie zeigt Familien, Beziehungen und gelebten Alltag. Unterschiedlichkeit wird hier nicht als Ausnahme sichtbar, sondern als selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft.“

Die Textprotokolle, die die Fotos ergänzen, geben Einblicke in das manchmal anstrengende, oft wunderbare und bisweilen ganz normale Familienleben. „Menschen, die anders sind, müssen sichtbar sein, sonst verschwinden die Berührungsängste nie“, sagt die Mutter eines der porträtierten Kinder.
Eine begleitende Publikation mit allen Fotos und Gesprächsprotokollen ist in der Ausstellung oder direkt beim Fotografen erhältlich.


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