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Mehr als 38.543 Tierarten vom Aussterben bedroht

Amurleopard (Panthera pardus orientalis) lebte ehemals im Nordosten Chinas, dem nördlichen Korea und im Südwesten Russlands. Er ist heute vom Aussterben bedroht.

Die Internationale Naturschutzunion (International Union for Conservation of Nature — IUCN) hat auf dem laufenden Weltnaturschutzkongress in Marseille ihre aktuelle Internationale Rote Liste vorgestellt. Die neuen Zahlen sind dramatisch: von den insgesamt 138.374 erfassten Tierarten befinden sich mehr als 38.543 Arten in den Bedrohungskategorien — das ist mehr als jemals zuvor.

Die Naturschutzorganisation WWF warnt angesichts der neuen Zahlen vor einer „katastrophalen Zuspitzung des weltweiten Artensterbens“.

Auch der Mensch befindet sich in der Artenkette und ist durch diese Entwicklung letztlich auch bedroht. Nach der Einschätzung des WWF könnten rund eine Million Arten innerhalb der nächsten Jahrzehnte aussterben. Die Naturschutzorganisation spricht daher vom „größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurierzeit“.

Zahlreiche Echsen und Geckos zählen zu den stark gefährdeten Arten. Auch vielen Schildkrötenarten wurden in die Bedrohungskategorie aufgenommen. Viele Hai- und Rochenarten sind durch die Fischerei bedroht, und der Druck wächst stetig. Durch die Entwaldung in Venezuela werden viele Affenarten ihres Lebensraums beraubt, zum Beispiel die einzigartigen Kapuzineräffchen Venezuelas. Durch die Entwaldung könnten die Waldbewohner dort bald 30% ihres Habitats verlieren.

Der WWF fordert politisches Handeln und Ziele, die den Biodiversitätsverlust bis 2030 umkehren oder zumindest stoppen könnten.

Dafür müsste der ökologische Fußabdruck des Menschen innerhalb der nächsten zehn Jahre um 50% reduziert werden. Auch die indignen Völker müssten mit einbezogen werden. Sie brauchen mehr Rechte und klare Garantien, um ihr eigenes Leben sicher stellen zu können. Sie sind die „Torhüter und wichtigen Verbündeten“ im Kampf gegen die Zerstörung der weltweiten Ökosysteme.

Dr Arnulf Köhncke, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland, warnt: „Wir sind für unser eigenes sicheres und gesundes Leben auf gesunde Ökosystem und Artenvielfalt angewiesen. [ … ] Es geht nicht mehr nur um die Beseitigung eines Umweltproblems, sondern um die Frage, ob der Mensch nicht irgendwann auf der Roten Liste in einer Gefährdungskategorie landet“.


Weitere Informationen:

wwf.de

a/m