Sonntag, 21. Juli 2024
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Senat will Tramlinie vom S+U-Bahnhof Pankow über Heinersdorf bis Weißensee

Flexity Straßenbahnen im Depot

Am 13. April 2021 hat der Berliner Senat auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, die weitere Planung zur Straßenbahn-Neubaustrecke vom S+U-Bahnhof Pankow über Heinersdorf bis nach Weißensee beschlossen.

Damit soll die stark nachgefragte Buslinie X54 von Pankow nach Weißensee — über Heinersdorf künftig abgelöst werden.
Derzeit enden die Straßenbahnlinien 12 und 27 am Pasedagplatz im Stadtteil Weißensee. — Die neue Tramlinie soll von Pankow über Granitzstraße, Heinersdorf nach Weißensee führen.

Mit der aktuellen Senatsentscheidung kann die Senatsverkehrsverwaltung in die vertiefende Untersuchung (Vorplanung) der Vorzugsvariante einsteigen.
Die Tramlinie erschließt das künftige Stadtquartier „Pankower Tor“ und ermöglicht die Erschließung des geplanten Höffner-Möbelmarktes auf dem Gelände. Möbelkäufer aus Französisch-Buchholz müssen dabei eine großzügige Tram-Schleife umfahren, statt auf kürzesten Weg am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf die Stettiner Bahn zu queren — und alternativ eine Tram-Radialverbindung zum Alexanderplatz zu ermöglichen.

Größter Gewinner der neuen Tram-Linie ist die Krieger Handel SE, die mit der in Aussicht gestellten Tram-Linie gewaltige Wertsteigerungen der Liegenschaft noch vor der Herstellung des Baurechts verzeichnen kann.

Auf die Berliner Politik kommt nun die Frage des Planungswertausgleichs und der Finanzierung der vom Gesamtvorhaben abhängigen zusätzlichen Infratrukturkosten zu.

Senatorin Regine Günther sagte zum Planungsvorhaben, das bis 2028 realisiert werden soll:
„Mit der leistungsfähigen Straßenbahn verbessern wir das ÖPNV-Angebot zwischen Weißensee und Pankow enorm und schließen einmal mehr eine Netzlücke in der äußeren Stadt. Es werden attraktive Verbindungen zum Entwicklungsgebiet am Pankower Tor, zur künftigen Straßenbahnlinie M2, zur S-Bahn und zur U-Bahn-Linie 2 geschaffen. Diese Neubaustrecke ist Bestandteil unserer beispiellosen Straßenbahnoffensive – 15 neue Strecken in 15 Jahren –, die mit dem Nahverkehrsplan und dem Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr bereits beschlossen ist. Mit dem ÖPNV-Ausbau auf der Schiene bringen wir die Mobilitätswende voran.“

Langwierige Planungen und Verzögerungen am Pankower Tor

Die Verkehrsplanungen in Pankow ziehen sich immer weiter in die Länge, in eine ferne Zukunft. Die Auftrennung der Senatsressorts für Stadtplanung, Bauen und Verkehr auf zwei Senats-Ressorts hat mindestens drei Jahre Verzögerungen gebracht.

Es ist auch ein Rückschitt für eine mögliche integrierte Stadtplanung, die alle Möglichkeiten des Städtebaurechts und Städtebau-Förderrechts ausnutzen kann! — Zudem wurde die kommunale Planungshoheit stark geschwächt.

Das Ergebnis: Pankow wird noch lange Zeit im Stau stehen, die Bau- und Wohnungspreise und Grundstückswerte werden weiter enteilen. Und Zusagen zum bezahlbaren Wohnraum mit 6,50 €/m² werden sich als Utopien erweisen. Aus einem möglichen städtebaulichen Modellvorhaben Pankower Tor wird nichts, weil man das förderpolitische Instrumentarium des Bundes und der EU nicht erden kann.

Weitere Informationen:
Mehr zur Tram-Tangentialverbindung von Pankow über Heinersdorf nach Weißensee und zur Verkehrsplanung im Nordosten:

www.berlin.de

Verkehrs- und Stadtentwicklung im Pankower Osten