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Stadt Neu Denken Digital

Stadt Neu Denken Digital

/// Offener Brief /// – „Ich habe den Newsletter der Berliner Initiative Stadt Neu Denken aus grundsätzlichen Erwägungenn gekündigt!“ Es ist eine Reaktion auf die neue auf der Internetseite vorgeschaltete „Disclaimer-Page“, die bei mir allerhöchste Verärgerung auslöst. „Bitte schauen Sie selbst: https://stadt-neudenken.tumblr.com !“

Die Initiatve Stadt Neu Denken hat ihre Internet-Präsenz auf dem Blog-Plattform „Tumblr“, die 2007 von David Karp und Marco Arment gegründet wurde, und 2013 an Yahoo verkauft wurde. Inzwischen gehört tmblr zur 2017 gegründeten Oath Group, einer US-amerikanische Firma mit Sitz in New York City und Sunnyvale, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Verizon Communications.

Die Disclaimer-Page nötigt den Besucher, mehrere Optionen anzuschauen und mit weitreichenden Konsequenzen auszuzwählen:

„Bitte lesen Sie die aktualisierten Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die europäische Datenschutzerklärung von Tumblr. Nach EU-Datenschutzgesetzen benötigen wir (Oath), unsere Anbieter und Partner Ihre Einwilligung, um auf Ihrem Gerät Cookies zu speichern, um Ihre Such-, Standort- und Browsing-Daten zu verwenden, Ihre Interessen kennenzulernen und Anzeigen auf unseren Produkten zu personalisieren und zu messen. Oath stellt Ihnen auch personalisierte Anzeigen auf den Produkten seiner Partner zur Verfügung.“

Der bisher frei zugängliche Blog-Dienst zeigt nach Inkrafttreten der EU-Datenschutz-Grundverordnung nun seine häßliche Seiten.

Wie Daten Ihre Nutzererfahrung verbessern
Wir möchten Ihnen mit unseren Produkten beste Erfahrungen bieten. Manchmal zeigen wir Ihnen personalisierte Werbung, indem wir anhand Ihrer Aktivitäten auf unseren Seiten und Produkten fundierte Vermutungen über Ihre Interessen anstellen.“

Immerhin ist Oath von einer entwaffnenden Ehrlichkeit, weil man hier Technologien in Gang setzen möchte, die nur „fundierte Vermutungen“ über meine Interessen anstellen wollen.

Ferner werde ich als Seitenbesucher aufgefordert, personalisierte Werbung zuzulassen.

„Erhalten Sie personalisierte Inhalte und Werbung von Partnern unseres Vertrauens

Dies bedeutet nicht mehr Werbung, es bedeutet personalisierte Werbung. Wenn Sie unseren Partnern gestatten, Cookies zu nutzen, um ähnliche Daten zu erfassen, wie wir dies auf unseren Websites tun, können die Partner Werbung anbieten, die vermutlich Ihren Interessen entspricht und Ihre Interaktionen mit ihnen messen, berichten und analysieren.“

„Nein! – Ich möchte nicht mit noch mehr „Trackern und Cookies“ kämpfen, und nicht mit noch mehr „Vermutungen“ konfrontiert werden!“

Den Mitgliedern der Initiative Stadt Neu Denken möchte ich eigentlich gern meine Bewegründe persönlich mitteilen – aber es geht nicht, ohne in die unliebsamen Optionen einzuwilligen. So bleibt nur der öffentliche Weg!

„Ich halte nichts von personalisierter Werbung! Es ist eine General-Lizenz zum „spionieren & spammen“!

„Personalisierte Werbung ist sogar „Teufelszeug“! Denn jeder kleine Händler in der Stadt liefert damit seine eigenen Kunden an die übermächtige Konkurrenz aus, die dann für den Händler unsichtbar mit Werbung der Konkurenz bombardiert werden!“


EU-DSGVO sorgt für einen Paradigmenwechsel

Europaweit sorgen die verschärften Datenschutzvorschriften für gewaltigen Aufwand, weil hinter den Kulissen der sichtbaren Internetseiten alle IT-Geschäftsprozesse überprüft werden. Auch in der Redaktion sind viele sehr aufwändige Veränderungen im Gang. Nebenbei entsteht eine umfassende neuer Systemsicht und Systemanalyse, die alle bisher seit 30 Jahren entwickelten und genutzten IT-Technologien, deren Lücken und grundhafte Sicherheitsprobleme in Frage stellt.

Ein Paradigemwechsel bahnt sich an: die bisherige Technologie-Entwicklung des vernetzten Cloud-Computing muss unter Sicherheitsaspekten neu gedacht werden. Das Dilemma: „Ohne ausreichende Transparenz in der Cloud-Sicherheit können Unternehmen den geforderten Datenschutzpflichten nicht nachkommen.“

Der Weg, IT-Prozesse einfach an einen vertrauenswürdigen Dritten auszulagern, ist nicht geeignet. Denn Cloud-Ser­vices kümmern sich beim Thema Cloud-Sicherheit nur um die Bereiche Berechnung, Speicherung, Datenbank, Netzwerk und glo­bale Infrastruktur. Für Sicherheit in der Cloud ist immer zu 100 Prozent der Kunde verantwortlich. Es betrifft somit Daten, Anwen­dungen, Identitätsmanagement, Betriebssystem, Netzwerk- und Firewall-Konfiguration, Netzwerkverkehr, serverseitige Verschlüsselung und clientseitige Daten.“

Der Kunden wird aber davon überfordert, wenn er gleichzeitig auf seinen „Endgeräten“ Dutzende von „Tracker-Diensten“ und „verfolgenden Cookies“ zuläßt, deren Einstellungen, Aufgaben und Verarbeitungsmöglichkeiten er weder kennt, noch in der Fülle der Optionen beurteilen kann. Vor allem über Art und Umgang der „Schatten-IT“ gibt es keine Transparenz. Das Gesamtsystem der Internet-Technologie-Entwicklung kommt nun auf den Prüfstand. Nach der Studie „Navigating a Cloudy Sky“ von McAfee geben heute deutsche Firmen 27% ihrer IT-Budgets für Sicherheitstechnologien aus. Der Anteil soll auf 36 Prozent steigen.

Das Gesamtsystem der IT-Anwendungen gerät immer mehr in ein „Produktivitäts-Paradoxon“ hinein: Mehr Kapitalaufwand, mehr Fachleute, mehr Rechenzentren, mehr Sicherheitsschleusen und Zugänge – und mehr Stromverbrauch, und mehr Kontrolle aller Beteiligten, der Nutzer und Kunden.


„Stadt Neu Denken Digital“ – es gibt einen neuen technologischen Imperativ!

Neben „Cloud-Security“ müssen künftig Sicherheit und Datenschutz und Persönlichkeitsrechte auf Endgeräten „am Rande des Netzwerks“ (Edge-Security) neu bedacht werden.

In der alltäglichen Anwendung werden heute „On-Premise-IT“ und „Cloud-Computing“ zum Hybrid-Cloud-Computing. Die Nutzung mehrerer Cloud-Services und das sogenannte Multi-Cloud-Computing wird in Unternehmen und bei Nutzern zum Alltag.

Aber wie können dabei Datenschutz und Persönlichkeitsrechte gewahrt werden? Wie wird die Sozioökonomie der Stadt dabei verändert? Führt heimlicher Datenexport ohne ausreichenden monetären Gegenwert zur Aushöhlung der Ökonomien der Stadt?

Begünstigen IT-Prozesse und Plattformökonomien Elitenbildung, Kapitalwachstum und Gewinnmaximierung – bei gleichzeitiger Aufgabe vom Verantwortung für elementare Prozesse der Realökonomien? Spalten wir sogar alle Städte weltweit in instabile 20:80 Stadtgesellschaften?

„Stadt Neu Denken Digital“ – zugleich ein „sozioökonomischer Imperativ!

Stadt Neu Denken wird zur wichtigsten Systemaufgabe: es bedeutet technische Fähigkeiten und technische Intelligenzen mit den sozialen Intelligenzen und Möglichkeiten der Stadgesellschaft und der Intelligenz der „Citizens“ neu zu „syntegrieren!“.

Können wir an Stelle „fundierter Vermutungen“ bessere Formen vertrauensvoller „Werbung“ setzen?

Die „soziale und intelligente Stadt“ muss kommen – oder die Stadtgesellschaften gehen unter!

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