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Fast 60.000 beim Klimaschutz-Aktionstag am 29.November 2019

Klimaschutz-Aktionstag am 29.November 2019

Am 29.11.2019 fand der vierte globale Klimastreik in Berlin und der 50. Freitag der „Fridays For Future“ Demonstrationen in Berlin statt. Rund 60.000 Menschen haben am Brandenburger Tor den #NeustartKlima gefordert, mit dem ein wirksames Klimapaket der Bundesregierung gefordert wurde! Der Slogan: „Wir akzeptieren die Abkehr vom 1,5-Grad-Ziel nicht & bleiben weiter laut.“

In Berlin und Brandenburg hat das Jahr 2019 bereits eine um 1,5 Grad erhöhte Durchschnittstemperatur gebracht, sodass längst klar ist, wir überschreiten das globale Ziel schon jetzt saisonal und regional. Die Zeit zum Handeln und zur Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen ist knapp.

Der aktuelle Waldzustandsbericht in Berlin zeigt die Folgen von zwei Jahren absoluter Dürre, die allen Bäumen zusetzt und viele auch absterben ließ. Nur noch 6% der Bäume in Berliner Wäldern sind gesund – eine dramatische Zahl.

Die „Fridays For Future“-Demonstration rief auch viele Organisationen auf den Plan, die hier in der Menschenmenge ihre professionalisierte Mitgliederwerbung und ihr Organisations-Marketing platzierten.

Viele Demonstranten halten rote Stoppschilder-Plakate auf der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor in den Händen, mit der Aufschrift „Stop Klimakrise, Stop GroKo“. Verteilt hatte sie die Nichtregierungsorganisation (NGO) Campact. „Wir haben absichtlich nicht unser Logo auf den Schildern abgebildet“, sagte Ruppert Richter, Organisator bei Campact.

Die authentischen Teilnehmer_innen der „Fridays For Future“ Demonstration waren aber in der Überzahl: Schülerinnen und Schüler, und erstmals auch „Students For Future.“ Auch „Scientists For Future“ und „Entrepreneurs For Future“ zählten zu den Akteuren der ersten Wochen, die die Klimaprotestbewegung gestärkt haben.

Zu den wichtigsten Rednern auf der Bühne zählte der Präsident der TU Berlin Prof. Dr. Christian Thomsen, der zur Mäßigung aufrief:

„Wichtig für uns alle ist eine kluge Strategie für die Zukunft. Das Hauptziel muss bleiben, die Politik zum Handeln zu bewegen. Das allein kann es aber nicht sein. Wir müssen auch die Menschen erreichen, die heute nicht hier sind, die noch nicht überzeugt sind, die noch nicht wissen, was sie tun können.“

Die Technische Universität Berlin mit ihren vielen Ingenierstudiengängen und Forschungsinstituten steht bei Innovationen zum Klimaschutz in der ersten Reihe bei der Suche nach klimaneutralen und nachhaltigen Technologien.

Stimmen von „Entrepreneurs For Future“
Die Nachrichtenflut zur Klimademo am Brandenburger Tor ist inzwischen unübersehbar angeschwollen. So werden hier nur wenige bedeutsame Stimmen herausgehoben. Michael Hetzer, Geschäftsführer der elobau GmbH, einem weltweit agierenden, familiengeführten Stiftungsunternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden. „Wir müssen jetzt komplett umsteuern und auch bereit sein, den Profit
hintenanzustellen, da wir sonst in absehbarer Zukunft an vielen Orten kein lebensfähiges Land mehr haben werden.“

„Wie lange will die Bundesregierung noch die Wirtschaft der Vergangenheit schützen?“ fragte Albrecht von Sonntag, Gründer und Geschäftsführer von idealo internet GmbH (1.100 Mitarbeitende inkl. Tochtergesellschaften). „Angesichts der Klimakrise und der notwendigen Transformation der Unternehmen ist das bisherige Klimapaket als wirtschaftsfeindlich zu bewerten – wir brauchen viel drastischere politische Leitplanken für eine zukunftsfähige Wirtschaft.“

Scientists For Future
Scientists for Future unterstützen den Klimastreik am 29.11.2019 zusammen mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von Akteuren. Die Wissenschaftler stützen grundsätzlich die auf wissenschaftlicher Basis zustande gekommenen internationalen Abkommen:

„Das Übereinkommen von Paris, meist als Pariser Klimaschutzabkommen bezeichnet, von 2015 (UN FCCC, 2015) verpflichtet die Staaten völker­rechtlich verbindlich, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.

Es kommt nun darauf an, die Netto-Emissionen von CO2 und anderen Treibhausgasen schnell abzusenken und welt­weit spätestens zwischen 2040 und 2050 auf null zu reduzieren (IPCC, 2018). Eine schnellere Absenkung erhöht hierbei die Wahrscheinlichkeit, 1,5 °C nicht zu überschreiten. Die Verbrennung von Kohle sollte bereits 2030 fast vollständig beendet sein, die Verbrennung von Erdöl und Erdgas gleichzeitig reduziert werden, bis alle fossilen Energieträger durch klima­neutrale Energiequellen ersetzt worden sind. Unter Berücksichtigung von globaler Kli­magerechtigkeit müsste in Europa dieser Wandel sogar noch deutlich schneller ablau­fen (IPCC, 2018; Global Carbon Project, 2018).“

Scientists for Future hat kürzlich die Aktion gegen Kurzstreckenflüge in der Wissenschaft gestartet: „Unter 1.000 mach ich’s nicht.“ Vor allem geben viele Wissenschaftler_innen ihr Klimascjutz-Wissen in speziellen Vorlesungen for Future an Aktionstagen für das Klima weiter.

Damit ist inzwischen auch eine breite Basis geschaffen worden, um FakeNews zum Klimaschutz erkennen zu können.

Klimaschutz-Aktionstag am 29.November 2019
Aktiv gegen FakeNew zum Klima: Scientists for Future demonstrieren mit am Klimaschutz-Aktionstag am 29.November 2019 – Foto: bmz

Weitere Informationen:

fridaysforfuture.berlin

studentsforfuture.info/

Scientists For Future

Entrepreneurs For Future

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m/s
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