Donnerstag, 29. Februar 2024
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Gut zu Fuß trotz Hallux valgus: Das hilft wirklich

Barfußgehen am Strand

Von Alina Bertrand

Der Hallux valgus ist eine der häufigsten Fußfehlstellungen. Etwa ein Viertel aller Erwachsenen ist davon betroffen, Frauen häufiger als Männer. Er äußert sich dadurch, dass das Großzehgrundgelenk am Fußinnenrand hervortritt, während die Großzehe zum Fußaußenrand dreht. Die charakteristische Fehlstellung kann meist durch eine einfache Blickdiagnose erkannt werden. Dabei ist sie weit mehr als nur ein kosmetisches Problem.

Nicht nur verursacht das hervortretende Großzehgrundgelenk oft Reibungen und Schmerzen – durch die Fehlstellung gerät die gesamte Körperhaltung aus dem Lot. Ist die Körperhaltung unergonomisch und schlecht balanciert, treten mit der Zeit oft Probleme in der Hüfte oder mit der Wirbelsäule auf. Dazu muss es jedoch nicht kommen – wenn man frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreift.

Der Ballenzeh – ein Frauenproblem?

Woran liegt es, dass vom Hallux valgus überwiegend Frauen betroffen sind? Tatsächlich führt das falsche Schuhwerk, insbesondere Fehlbelastung durch High Heels oder zu enge Schuhe, oft langfristig zu Fehlstellungen der Füße.
Aus diesem Grund ist es für Frauen ratsam, wirklich nur zu besonderen Anlässen hochhackige Schuhe tragen. Weitere Risikofaktoren sind ein schwaches Bindegewebe, von dem Frauen häufiger betroffen sind als Männer, sowie eine genetische Prädisposition. Oft ist es nicht eine einzelne Ursache, die zur Entstehung des Hallux valgus führt – vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren.

Die konservative Therapie des Hallux valgus beinhaltet insbesondere Schuhe mit speziellen Einlagen. Diese müssen heutzutage weder klobig noch unästhetisch sein. Spezielles Schuhwerk mit Wechselschuhbett erlaubt es Ihnen, individuell gefertigte Einlagen ganz normal in einem Alltagsschuh zu tragen. Einlagen haben eine stützende und haltende Funktion. Sie stabilisieren den Fuß und verhindern eine ungesunde Schonhaltung.
Indem der Vorderfuß entlastet wird, kann wieder eine ausbalancierte Körperhaltung eingenommen werden. Spezielle Polster helfen außerdem dabei, die Reibung zu reduzieren und Druckbeschwerden zu verringern.

Es muss nicht immer operiert werden

Bei akuten Schmerzen oder bereits fortgeschrittener Arthrose im Gelenk hilft oft nur noch eine Operation. Die verschiedenen Operationsverfahren haben gute Erfolgschancen, sollten jedoch wirklich die letzte Alternative sein. Davor gibt es viele Möglichkeiten, wie Betroffene ihre Füße selbst eigenverantwortlich stärken und unterstützen können. Eine wichtige Rolle dabei spielt spezielle Fußgymnastik. Gymnastikübungen wie das Rollen eines kleinen Balles oder das Greifen von Gegenständen mit den Zehnen helfen dabei, die Fußmuskulatur aufzubauen.

Zwar kann die Arbeit im Home-Office, der derzeit viele Menschen nachgehen durchaus produktiv und angenehm sein. Dennoch sorgen eine überwiegend sitzende Körperhaltung und fehlende Bewegung oft dafür, dass unsere Füße schwach werden und die Muskulatur wenig leisten kann.

Eine starke Fußmuskulatur hingegen kann bei jeglicher Fußfehlstellung – egal ob Hallux valgus, Senkfuß, Spreizfuß oder Plattfuß – zur Linderung verhelfen.
Balsam für die Füße ist außerdem Barfußgehen im Sand. Dafür sollte jede Gelegenheit genutzt werden, die sich bietet – egal ob im Urlaub am Meer oder im Sandkasten um die Ecke. Der Sand massiert automatisch die gesamte Fußunterseite, die dadurch besser durchblutet und somit flexibler, stärker und biegsamer wird.
Bei Betroffenen, die sich noch im Wachstum befinden – also Kindern und Jugendlichen –, lässt sich die Fehlstellung außerdem oft durch eine Schiene beheben. Diese muss zwar über einen längeren Zeitraum getragen werden, kann jedoch bewirken, dass sich der Ballenzeh wieder vollständig zurückbildet.

m/s