Samstag, 24. Februar 2024
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Humorvolle Reise in ein 2021 voller Vorurteile: „Berlin liegt in Frankreich“

Philipp Skories: Berlin liegt in Frankreich

Von Lara Fischer

Müssen sich alle Gorillas wie Affen benehmen? Und sind eingebildete Hühner immer so? Diese und andere Vorurteile werden im Roman „Berlin liegt in Frankreich“, von Philipp Skoeries auf humorvolle Art persifliert.

Auf und davon – nur noch weg aus der Provinz. So empfinden viele Hipster-Jugendliche und träumen von einem Leben in der großen, weiten Welt. Von überall her kommen Menschen mit ihren Träumen nach Berlin: Flüchtlinge, junges Partyvolk, Karrieristen, Politiker, Unternehmer.
Dabei ist es nicht nur die wirtschaftliche Chance die Berlin dem einen oder anderen bietet – es ist auch das Versprechen sich selbst entwickeln zu können. In Philipp Skoeries Debütroman „Berlin liegt in Frankreich“ geht es genau darum.

Die Fabel spielt in einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist. Genau genommen, gibt es keinen Unterschied zu unserem, heutigen Berlin, nur das alle Protagonisten Tiere sind anstelle von Menschen. Außerdem entsprechen die Tierarten den einzelnen Stereotypen, die man von jedem Stadtteil ganz gut kennt:

Aggressive Nashörner gibt’s in Neukölln, schwarze Schafe im Görlitzer Park, eingebildete Hühner in Friedrichshain und einen arroganten Hahn in Charlottenburg.

Hauptfigur ist der Gorilla „Rico“, der sich lieber „Jean-Pierre“ nennt und unbedingt etwas Besseres sein will. Dafür nimmt er so einiges in Kauf und verirrt sich nach einem verrückten Trip durch seinen Wald, trotz cholerischer Anfälle und wilder Eskapaden bis nach Berlin. Weil dort der „Eiffelturm“ steht – wie er denkt.

Aber muss ein Gorilla sich immer wie ein Affe benehmen, nur weil man es von ihm erwartet? Und darf ein Angsthase einem Gorilla helfen? Diesen Fragen geht Philipp Skoeries in seiner humorvollen Geschichte näher auf den Grund und kommt in der witzigen und rasant erzählten Coming of Age Geschichte zum Schluss, dass nichts so ist wie es scheint – oder aussieht.

„Berlin liegt in Frankreich“ ist eine Geschichte voller Parabeln und gesellschaftskritischer Anspielungen, die manchmal leise und manchmal brüllend komisch, zwischen den Zeilen lebt.

Wer sie liest wird nicht nur viele Details und verborgene „Easter-Eggs“ für Berlin-Kenner finden, sondern auch eine überlegte und feinfühlige Reflexion über Ressentiments und Vorurteile die in der heutigen Gesellschaft gang und gäbe sind.
Dabei wirkt die Erzählung niemals belehrend oder gar für eine politische Sache Partei ergreifend, sondern bleibt stehts neutral und fokussiert sich auf die eigentliche Persönlichkeitsentwicklung des Hauptprotagonisten.

„Berlin liegt in Frankreich“ erscheint im Frühjahr 2021 bei Tredition. Ein gleichnamiges Hörbuch ist aktuell in Arbeit und wird ebenfalls in 2021 auf den einschlägigen Plattformen Audible, Amazon und iTunes zur Verfügung stehen

m/s