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Neuartiges Coronavirus in China löst harte Vorsorgemaßnahmen aus

Neuartiger Coronavirus in China

In China ist im Dezember eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan festgestellt worden. Am 31.12.2019 wurde das WHO-Landesbüro in China daüber informiert. Betroffen war zunächst die Metropole Wuhan mit rund 11 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei.
Die chinesischen Behörden haben am 7.1.2020 als Krankheitsursache ein neuartiges Coronavirus identifiziert.

Das identifizierte Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren, die weit in der Natur verbreitet sind, und bei Vögeln, aber auch Schlangen nachweisbar sind.

Aktuelle Situation – Stand 23.Januar 2020

Inzwischen sind in China mehr als 500 Menschen erkrankt, vorrangig in Wuhan (mit bisher 17 Todesfällen in Wuhan). China hat inziwschen die Städte Wuhan und unter Quarantäne gestellt. Für Wuhan als Zentrum des Ausbruchs und seine elf Millionen Einwohner bedeutet das: Schutzmasken sind Pflicht, der öffentliche Verkehr ruht. Seit gestern darf die Stadt auch nicht mehr verlassen werden. Größere Menschenansammlungen sind verboten, um die Erreger zu isolieren.

Der WHO zufolge bestand basierend auf den bisher vorliegenden Informationen die Möglichkeit einer begrenzten Mensch-zu-Mensch-Übertragung, da sich eine Reihe von Erkrankungsfällen nicht anders erklären ließen. Mehrere solcher Mensch-zu-Mensch-Übertragungen wurden am 20.1.2020 von den chinesischen Behörden bestätigt, ebenso wie etwa ein Dutzend Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal. Weitere begrenzte Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind aber zu erwarten.

Aktuell wurden auch die Städte Huanggang mit sieben Mio. Einwohnern (75 Kilometer östlich von Wuhan) und die benachbarte Stadt Ezhou (ca. 1 Mi. Einwohner) unter Quarantäne gestellt.

Coronavirus-Fälle außerhalb Chinas
Inzwischen wurden sieben internationale Fälle gemeldet: 4 davon in Thailand, 1 Fall in Japan und je 1 Fall in Südkorea in USA. Die Betroffenen waren zuvor in Wuhan gewesen. Auf vielen internationalen Flughäfen in China, in Südostasien und auch in Rom werden vorsorglich Fieberkontrollen durchgeführt, bei denen Reisende mit Infrarotkameara auf erhöhte Körpertemperatur gescannt werden.

Herkunft des Coronavirus
Das neuartige Coronavirus hat seinen vermuteten Ursprung auf einem Fischmarkt in Wuhan. Der Markt wurde zu Jahresbeginn geschlossen und desinfiziert. Das neuartige Coronavirus ist vermutlich von Fisch oder Schlangen auf Menschen übergesprungen. Die chinesischen Gesundheitsbehörden haben die Gen-Sequenzierung des Coronavirus sofort international zugänglich gemacht, um weltweit Gegenmaßnahmen treffen zu können. Problem: die Entwicklung eines neuen Impfstoffes gegen ausgebrochene neue Lungenkrankheit (Coronavirus) wird nach Einschätzung von Expterten mindestens ein Jahr dauern. Solange besteht die weltweite Gefahr der Ausbreitung.

ECDC und Robert-Koch-Institut informieren aktuell
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schätzte in seinem Risk Assessment vom 22. Januar 2020 die Wahrscheinlichkeit einer Infektion für EU-Reisende in Wuhan als moderat ein. Bei Einhaltung geeigneter Verfahren zur Prävention und Bekämpfung von Infektionen, insbesondere im Gesundheitswesen, und unter der Annahme einer begrenzten Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch, schätzt das ECDC die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Sekundärfällen nach Import eines Falles in die EU als sehr gering ein. Mit einem Import einzelner Fälle nach Deutschland muss gerechnet werden. Das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland wird zurzeit als gering eingeschätzt. Diese Einschätzung kann sich aufgrund neuer Erkenntnisse kurzfristig ändern.

Das Robert Koch-Institut als nationales Public-Health-Institut für Deutschland informiert aktuell auf einer neu eingerichteten Themenseite zum Coronavirus.

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m/s