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Saisonbeginn im Strandbad Wandlitzsee wird verschoben

Strandbad Wandlitzsee

Der Saisonstart 1.Mai 2019 im Strandbad Wandlitzsee wird verschoben, Taucher des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei suchen weiterhin nach Weltkriegsmunition. Die Wandlitzer Stadtverwaltung entschieden, dass das Strandbad nicht wie gewohnt öffnen wird.
Bei stichprobenartigen Tauchgängen an drei Stellen im Strandbad Mitte März wurde Munition gefunden. Bei einem gemeinsamen Termin von Kampfmittelbeseitigungsdienst, der Spezialfirma, die die Taucher stellt und die Suche und Bergung der Munition realisiert, und der Wandlitzer Verwaltung wurde deshalb vereinbart, die Suche fortzusetzen.

Das Land Brandenburg hat die Fortsetzung der Maßnahme beauftragt. Das Strandbad wurde im Rahmen der Neubau- und Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1996 – 1998 bereits vom KMBD hinsichtlich Weltkriegsmunition überprüft.

Bisher wurde ein Fünf-Meter-Bereich umlaufend um den Steg herum abgesucht. Das Suchgebiet wurde ausgeweitet. Taucher suchen eine Fläche von rund 115 Meter Breite vom Steg in Richtung Surfschule bis zu einer Wassertiefe von 2,50 Meter ab. Im Wandlitzer Strandbad wurden bisher einschließlich des Probetauchgangs im März zwei Hand- und Gewehrgranaten, sechs Gewehrpatronen und ein Waffenteil gefunden.

Die Sucharbeiten begannen Anfang April mit einem Tauchteam. In dieser Woche wird voraussichtlich ein weiteres Team die Suche unterstützen.

Munitionssuche bis mindestens 7. Mai 2019

Bürgermeisterin Jana Radant sagte dazu: „Wir hoffen, dass die Munitionssuche im Strandbadbereich so schnell wie möglich abgeschlossen werden kann, um eine ungetrübte Badesaison zu gewährleisten“.

Ein Datum für die Öffnung des Strandbades kann noch nicht genannt werden.

„Wir haben für den 7. Mai noch einmal einen gemeinsamen Termin mit allen Beteiligten vereinbart. Möglicherweise ergeben sich dann ein genauer zeitlicher Ablauf und eine Prognose für die Dauer der Maßnahme,“ so Jana Radant. Für die Bürgermeisterin hat die Sicherheit allerhöchste Priorität und wartet auf die Freigabe des Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei.

Zusätzliche Munitionssuche mit einem Spezialboot

Zusätzlich ist geplant, im südlichen Teil des Sees mit einem Spezialboot den Seegrund abzusuchen, um ggf. die „Quelle“ für die Munitionshäufung zu finden. Dafür ist eine wasserrechtliche Erlaubnis der Unteren Wasserbehörde des Landkreises notwendig.

Es gibt unterschiedliche Versionen, wie die fast durchweg deutsche Weltkriegsmunition in den See gelangt sein könnte. So wurde Munition u.a. von einem ehemaligen Steg in Höhe der Jugendherberge in den See geworfen. Ein alteingesessener Wandlitzer berichtete, er sei als junger Bursche von den Russen kurz nach Kriegsende mit anderen Jugendlichen zum Munitionssammeln geschickt worden. 14 Tage lang seien sie jeden Tag vor- und nachmittags mit einem Pferdefuhrwerk in der Gegend unterwegs gewesen und hätten jede Menge Munition zusammengetragen. Abgeladen wurden die Funde am Langen Grund auf einem Feld direkt am See. Einiges davon wurde gesprengt, das meiste wäre aber wohl nach seiner Auskunft im See versenkt worden. Möglicherweise bringt die Sondierung hierüber Aufschluss.

Wenn die Suche im Strandbad Wandlitzsee abgeschlossen ist, sollen ein weiterer Strandabschnitt vor dem Altenpflegeheim und der Surfschule – hier ist seit dem 20. März abgesperrt – sowie das Ufer im Bereich der Kirchstraße 11 in Wandlitz-Dorf abgesucht werden.

Abgeschlossene Munitionssuche

Bereits abgeschlossen ist die Munitionssuche und –bergung im Bereich vor der Wandlitzer Jugendherberge. Insgesamt wurde dabei seit Oktober 2018 eine Fläche von rund 2.600 Quadratmetrn von den Spezialtauchern abgesucht. Laut Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei (KMBD) wurde folgende Munition bis einschließlich 14. März 2019 geborgen bzw. gesprengt:

– 102 Hand- und Gewehrgranaten (davon 20 Stück gesprengt),
– 1.067 Gewehr-und Pistolenpatronen,
– 32 Zündmittel,
– fünf 2-cm-Granaten,
– 13 Granat-und Handgranatenzünder,
– eine Signalpatrone,
– 20 Granatbruchstücke (davon 1 Stück gesprengt),
– fünf Waffenteile und fünf Kilogramm Munitionsteile ohne Explosivstoffanhaftung.

Das Gesamtbruttogewicht der geborgenen und gesprengten Kampfmittel betrug in der Summe 95,275 kg und zusätzlich fünf Kilogramm Schrott.

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m/s
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