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Städtebau-Rätsel: „Wo geht es zu Höffi?“

S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf

/// Glosse /// – Wir blicken in die Zukunft: am 5. Mai 2022 wurde das große Möbel-Höffner in Pankow eingeweiht. Die ersten Wohnbauten aus Holz stehen am Pankower Tor auf dem ehemaligen Gelände des Rangierbahnhofes Pankow. Eine neue Tram-Trasse schlängelt sich durch das Gelände, und endet rund 300 Meter vor dem Bahnhof Pankow Heinersdorf. Schienen sind noch nicht verlegt, das Planfeststellungsverfahren lässt noch auf sich warten. Die Mittel für die Altlastensanierung sind noch nicht freigegeben, auch die obligatorische Kampfmittelsuche vor Baubeginn ist noch nicht durchgeführt.
Eine grundbuchliche Eintragung der Tram-Trasse kann nicht vorgenommen werden, weil es noch grundlegende Abstimmungen mit der DB AG geben muss, wie weit die Tram-Trasse an den Bahnhof Pankow Heinersdorf herangeführt werden kann.

Ebenso ist die Abstimmung mit der Tram-Unterführung unter dem Autobahnzubringer A 114 noch offen, weil eine mögliche Brückenprüfung und Brückensanierung noch ausstehen. Eine Absenkung der Tram-Trasse unter der Brücke der A114 ist noch zu prüfen, da die Neigung der Brücke die Abstände für die Stromabnehmer einschränkt.

Auf dem Bahnhof Pankow Heinersdorf hängen noch Werbeplakate, die zur Eröffnung von Möbel-Höffner einladen. Fahrgäste die im Umweltverbund mit der S-Bahn anreisen, sowie umsteigende Fahrgäste der Tramlinie 50 aus Französisch Buchholz stehen vor dem einzigen Fahrstuhl auf dem S-Bahnsteig Pankow Heinersdorf an, der leider nur 4-6 Personen befördern kann.

„Wo geht es zu Höffi?“ – soll das ein Witz sein?“ Die Fahrgäste fragen sich, wie sie zu Fuß zu Möbel-Höffner kommen sollen.

Es bleibt neben dem viel zu kleinen Fahrstuhl nur die Möglichkeit, mit Tram und S-Bahn zum S-Bahnhof Pankow zu fahren, und dann den Weg über den teilweise fertiggestellten Panke-Trail zu nehmen, der zu einem rückwärtigen Eingang des Möbelhauses führt.

Der Weg über die alte Überführung zum Rundlokschuppen ist auch versperrt, denn Korrosion und Alterung haben das Bauwerk baufällig werden lassen. Obendrein ist der Konflikt um den Denkmalschutz und Erhalt des Rundlokschuppens noch immer nicht entschieden – und wird noch Jahre offen bleiben.

In Pankow ist mit der Errichtung des großen Höffner-Möbelhauses ein großes Städtebau-Rätsel entstanden: „Wie konnte nach Ausrufung des Klimanotstandes im Jahr 2019, und nach Verabschiedung des neuen Mobilitätsgesetzes, ein so gro0es Möbelhaus ohne sorgfältig geplante Fußgängererschließung gebaut werden?“

Und: „Wieso ist die notwendige Planung des Panke-Trails nicht genutzt worden, um ein vollständiges Erschließungskonzept für den VBB-Umweltverbund zu schaffen?“

„Haben sich die Bezirksverordneten der BVV-Pankow vom Investor über den Tisch ziehen lassen, und ihre aus dem Baurecht und der kommunalen Planungshoheit erwachsenden Pflichten nicht ausreichend wahrgenommen? Müssen nun DB AG, VBB und das Land Berlin die offenen Erschließungsaufgaben rund um den Bahnhof Pankow Heinersdorf für den Investor erfüllen?“

„Hat man die städtebaurechtlichen Instrumentarien nicht pflichtgemäß genutzt, und Dinge praktisch nur im Sinne des Investors „schleifen lassen“, statt zukunftsweisende Stadtentwicklung in Pankow in Gang zu setzen?“

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